Magisterarbeit, 2008
67 Seiten, Note: 2,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Zur Themenstellung
1.2 Allgemeines zu den in dieser Arbeit behandelten Werken
2. Das Drama Das Märchen
2.1 Situierung des Dramas im Gesamtwerk – Anatol als Ausgangspunkt
2.2 Zur Thematik des Dramas
2.3 Der Begriff der Doppelmoral
2.4 Erkenntnisse der Literatursoziologie
2.5 Stereotypes Männlichkeitsverhalten, männlicher Egoismus und Doppelmoral in Das Märchen
2.5.1 Analogie der Figurenkonzeption männlicher Rollen zu Anatol
2.5.2 Männliche Lebensmodelle am Beispiel von Denner und Wandel
2.6 Erläuterung der „Was war, ist-Problematik“
2.7 Die Auseinandersetzung zwischen Fanny und Fedor im Handlungsverlauf
2.8 Schnitzlers Analyse der männlichen Emotionalität im Vergleich zu der weiblichen
3. Das Drama Der Ruf des Lebens
3.1 Situierung des Dramas
3.2 Handlungsverlauf des Dramas
3.3 Männliche Dominanz in der Darstellung des Militärs und des militarisierten Wertekanons
3.3.1 Der Soldatentypus am Beispiel des Vaters
3.3.2 Der männliche Ehrenkodex am Beispiel des Oberst
3.3.3 Patriotismus und Vaterlandsliebe in weiteren Werken Schnitzlers
3.4 Darstellungen des Geschlechterkonflikts unter dem Vorzeichen männlicher Dominanz
3.4.1 Zwei gegensätzliche Lebensprinzipien
3.4.2 Analyse der Tochterfigur im Vergleich zu der Schauspielerin Fanny in Das Märchen
3.4.3 Die Rolle des ärztlichen Vermittlers
3.4.4 Emanzipation und Selbstbefreiung der Frau
3.4.5 Gründe für das Scheitern weiblicher Emanzipation nach Knoben
4. Die Novelle Frau Berta Garlan
4.1 Situierung der Novelle
4.2 Verhinderte Selbstverwirklichung der Frau durch den Primat männlicher Erziehungsvorstellungen
4.3 Bertas unterdrückte Wünsche
4.3.1 Der Wunsch nach Intimität
4.3.2 Gemeinsames Musizieren als Ausdruck von Intimität
4.3.3 Die Darstellung von Bertas unterdrückten Wünschen anhand der Figur des Herrn Klingemann
4.4 Nicht-Leben versus Leben
4.5 Steigerung des Selbstwertgefühls Bertas durch ihren zweifelhaften Heilungsprozess
4.6 Frau Berta Garlan ein Bildungsroman?
4.7 Der Schluss der Novelle
4.8 Die Abtreibungsthematik
4.8.1 Frau Rupius in Frau Berta Garlan
4.8.2 Vergleich mit Schnitzlers Roman Therese
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Geschlechterkonflikt in ausgewählten Werken von Arthur Schnitzler – den Dramen Das Märchen und Der Ruf des Lebens sowie der Novelle Frau Berta Garlan – unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlich determinierten weiblichen Rollenkonflikte und der Auswirkungen männlicher Dominanz.
2.3 Der Begriff der Doppelmoral
Die grundsätzliche Widersprüchlichkeit, die aus diesen männlichen Grundeinstellungen gegenüber der Frau herrührt, liegt darin, dass die männlichen Charaktere für sich einen notwendigen Freiraum des emotionalen und sexuellen Experiments mit Frauen wie Fanny beanspruchen, andererseits diese Frauen nach erfolgtem „Experiment“ als „gefallen“ betrachten, ihre Beziehungen zu ihnen im Anschluss also zwangsläufig beenden. Der männliche Part beansprucht somit in der Relation der Geschlechter in Bezug auf sich selbst und die gesellschaftliche Konvention einen deutlich größeren moralischen Freiraum, als er der weiblichen Rolle zuzugestehen bereit ist.
Gegenüber dieser Verhaltensweise der männlichen Seite befindet sich die Frau von Anfang an in einer moralischen Zwickmühle. Denn lässt sie sich auf die vom Mann beanspruchten emotionalen und sexuellen „Experimente“ ein, dann ist sie automatisch die „Gefallene“, die für eine Heirat aufgrund der herrschenden Konventionen nicht mehr in Frage kommt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Problematik der Geschlechterbeziehungen in Schnitzlers Werk ein, insbesondere im Hinblick auf patriarchale Strukturen und weibliche Emanzipationsbestrebungen im Wien der Jahrhundertwende.
2. Das Drama Das Märchen: Das Kapitel analysiert Schnitzlers Erstlingswerk und die darin dargelegte männliche Doppelmoral sowie die soziale Degradierung der „gefallenen“ Frau.
3. Das Drama Der Ruf des Lebens: Dieser Abschnitt untersucht den Geschlechterkonflikt vor dem Hintergrund eines militärisch geprägten Wertekodex und die drastischen, oft scheiternden Emanzipationsversuche der weiblichen Protagonistinnen.
4. Die Novelle Frau Berta Garlan: Das Kapitel beleuchtet die Unterdrückung weiblicher Wünsche und Selbstverwirklichung einer Witwe in der Provinz sowie die parallele Abtreibungsthematik als Symbol für die gesellschaftliche Enge.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Schnitzler zwar vielfältige Emanzipationsmöglichkeiten aufzeigt, diese aber aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen für seine Frauenfiguren letztlich in die Niederlage oder das Scheitern führen.
Arthur Schnitzler, Geschlechterkonflikt, Doppelmoral, Emanzipation, Jahrhundertwende, Weibliche Rollenbilder, Patriarchat, Frau Berta Garlan, Das Märchen, Der Ruf des Lebens, Sozialkritik, Geschlechterrollen, Männliche Dominanz, Literatursoziologie, Selbstverwirklichung.
Die Arbeit untersucht den Geschlechterkonflikt in ausgewählten Werken von Arthur Schnitzler, wobei der Fokus auf den weiblichen Rollenkonflikten und der Konfrontation mit patriarchalen Machtstrukturen liegt.
Zu den zentralen Themen gehören die männliche Doppelmoral, die Problematik der „gefallenen Frau“, das militärische Heldenethos, der Wunsch nach weiblicher Selbstbestimmung und die gesellschaftlichen Konventionen um 1900.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schnitzler das Scheitern weiblicher Emanzipationsversuche innerhalb einer von Männern dominierten Gesellschaft und Moralvorstellung literarisch und sozialkritisch verarbeitet.
Die Autorin nutzt literaturwissenschaftliche und literatursoziologische Ansätze, um die Texte systematisch unter dem Aspekt des Geschlechterkonflikts zu analysieren, ergänzt durch psychoanalytische Perspektiven.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu den Dramen Das Märchen und Der Ruf des Lebens sowie zur Novelle Frau Berta Garlan, wobei jeweils spezifische Charaktere und Handlungsmuster untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Doppelmoral, Geschlechterkonflikt, Emanzipation, Patriarchat, Schnitzlers Frauenbilder und gesellschaftliche Konventionen.
Schnitzler stellt den militarisierten Patriotismus als verlogen und destruktiv dar; er verknüpft ihn mit Mord, Rache und der Vernichtung individuellen Lebensglücks, was in deutlichem Kontrast zum „Ruf des Lebens“ steht.
Die Abtreibung fungiert als extremer Indikator für den sozialen Druck und die moralische Ächtung der Frau; sie verdeutlicht die medizinische und gesellschaftliche Hilflosigkeit, die letztlich zur Zerstörung der weiblichen Selbstverwirklichung führt.
Weil sie sich nach ihrem Scheitern in Wien wieder den konventionellen Mustern unterwirft und durch die Identifikation mit dem Schicksal der verstorbenen Frau Rupius in eine resignative, moralisch selbstzerstörerische Haltung zurückfällt.
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