Bachelorarbeit, 2021
73 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Sexueller Missbrauch und Grenzverletzung
2.1.1 Definition
2.1.2 Tatort Kindertageseinrichtung
2.1.3 Täter
2.2 Pauschaler Generalverdacht
2.2.1 Die Situation der Eltern
2.2.2 Die Situation der Träger und Leitung
2.2.3 Die Situation der Männer
2.2.4 Wie gehen die Einrichtungen mit dem Thema Generalverdacht um?
2.3 Relevante Studien zu Männern in Kitas und dem pauschalen Generalverdacht
3 Empirischer Teil
3.1 Fragestellungen und Ziele
3.2 Vermutungen
3.3 Grundkonzeption der empirischen Studie
3.3.1 Die gewählte Forschungsmethode
3.3.2 Beschreibung des Datenerhebungsinstruments
3.3.3 Beschreibung Pretest
3.3.4 Beschreibung Datenerhebung
3.3.5 Rücklauf
3.3.6 Beschreibung Datenbereinigung und Datenauswertung
3.3.7 Soziodemografische Daten der Befragten Personen
4 Ergebnisse
4.1 Zum Thema Generalverdacht
4.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.3 Persönlicher Wahrnehmungsbereich der Männer
5 Diskussion
6 Fazit
6.1 Zusammenfassung der Forschung
6.2 Herausforderungen und Reflexion der Forschungsarbeit
6.3 Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des pauschalen Generalverdachts auf männliche Fachkräfte in der institutionellen Kinderbetreuung zu untersuchen und zu analysieren, ob und wie betroffene Männer Strategien zur Bewältigung entwickeln.
2.2.3.2 Strategien
Männer, die sich dafür entschieden haben in der Kindertagesstätte zu arbeiten, entwickeln oftmals Strategien, um nicht in den Fokus eines Verdachts zu gelangen. Sofern nicht bereits von der Einrichtung vorgegeben, lassen viele Männer die Tür zum Wickelraum oder Gruppenraum offen stehen, wenn sie alleine mit Kindern sind. Vor allem betrifft dies Männer in der Ausbildung und am Beginn der Berufsausübung, während Männer mit mehr Berufs-/Lebenserfahrung in diesem Punkt oft souveräner agieren und die Wichtigkeit von Berührungen im pädagogischen Handeln in den Vordergrund rücken (vgl. Koch, Rohrmann, Mösinger-Strubenreither, & Schauer, 2012, S. 360).
Bereits in der Auswahl der Arbeitsstelle können Männer aktiv eine Strategie einsetzen und sich beispielsweise gegen eine Krippenstelle entscheiden. Sehr körpernahe, intime Pflegehandlungen wie das Wickeln entfallen dann meist für die Männer und bringen diese somit erst gar nicht in die Situation einem potentiellen Verdacht ausgesetzt zu sein. In der österreichischen Studie haben Aigner und Rohrmann aufgezeigt, dass 25 % der männlichen Schüler keine Kinder wickeln oder auf die Toilette begleiten und sich darüber hinaus Gedanken darüber machen, inwieweit sie körperliche Nähe zulassen dürfen (vgl. Aigner & Rohrmann, 2012, S. 215). Cremers und Krabel führen auf, dass der Anteil an Männern in der pädagogischen Arbeit steigt, je älter die Kinder sind – in Deutschland sind unter 1% der Fachkräfte in Krippen männlich (vgl. Cremers & Krabel, 2013, S. 13). Sie beziehen sich dabei auf die steigende gesellschaftliche Anerkennung der Männer, wenn sie ältere Kinder betreuen. Es könnte aber auch folgende Schlussfolgerung daraus abgeleitet werden: je jünger die Kinder sind, desto mehr körpernahe Pflegehandlungen sind erforderlich und desto skeptischer ist das Umfeld gegenüber männlichen Fachkräften.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale und gesellschaftliche Problematik von Missbrauchsvorwürfen gegen Erzieher und führt in die Fragestellung der Bachelorarbeit ein.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert den pauschalen Generalverdacht und beleuchtet die Situation von Eltern, Trägern und den betroffenen männlichen Fachkräften sowie relevante Studien.
3 Empirischer Teil: Hier werden das Forschungsdesign, die gewählte quantitative Methodik sowie die Durchführung der Datenerhebung über einen Online-Fragebogen detailliert dargelegt.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Auswertung der Befragung zu Meinungen, Rahmenbedingungen und Strategien der männlichen Fachkräfte im Kita-Alltag.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die empirischen Befunde kritisch in Bezug auf die existierende Literatur und die Forschungsfragen reflektiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Herausforderungen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Pauschaler Generalverdacht, Männer in Kitas, Sexueller Missbrauch, Institutionelle Kinderbetreuung, Pädagogische Fachkräfte, Schutzkonzepte, Quantitative Forschung, Grenzverletzung, Kindeswohlgefährdung, Strategieentwicklung, Erzieherberuf, Berufswechsel, Körpernahe Arbeit.
Die Bachelorarbeit untersucht das Phänomen des pauschalen Generalverdachts gegenüber männlichen Fachkräften in der institutionellen Kinderbetreuung und dessen Auswirkungen auf deren pädagogische Arbeit.
Die Themen umfassen den sexuellen Missbrauch als Straftat, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Männern im Erzieherberuf, institutionelle Schutzkonzepte sowie Strategien zur Bewältigung von Verdachtssituationen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Männer den Generalverdacht im Alltag wahrnehmen, welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln und wie Einrichtungen durch Strukturen und Konzepte darauf reagieren.
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Forschung, bei der Daten mittels eines standardisierten Online-Fragebogens bei Fachkräften in Kindertageseinrichtungen erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen theoretischen Teil zur Begriffsdefinition und Forschungslage sowie einen empirischen Teil, der die Konzeption, Durchführung und Auswertung der Studie beschreibt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie pauschaler Generalverdacht, pädagogische Fachkräfte, Schutzkonzepte, Strategieentwicklung und institutionelle Rahmenbedingungen geprägt.
Die Studie deutet darauf hin, dass eine längere Zugehörigkeit zu einer Einrichtung mit einer Abnahme der wahrgenommenen Verdächtigung einhergeht, da über die Zeit Vertrauensverhältnisse aufgebaut werden.
Die Auswertung zeigt, dass Männer sich intensiver mit der "Männerthematik" befassen, während Frauen den pauschalen Generalverdacht teilweise auch für andere Geschlechter als real ansehen.
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