Magisterarbeit, 2006
135 Seiten, Note: 2,6
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Tour d`horizon – Die Großmächte und das Osmanische Reich (1774-1798)
2.1. Vom Abwehrkampf zum Eroberungsfeldzug
2.2. Napoleon in Ägypten
3. Europäisches Konzert und Orientalisches Gleichgewicht
3.1. Die Neuordnung der Staatenwelt nach 1815
3.2. Die Orientalische Frage
3.2.1. Rückzug, Verfall und Reformen
3.2.2. Explosiver Balkan-Nationalismus
3.2.3. Das Eingreifen der Großmächte
3.3. Die doppelte Nahostkrise (1831-1841)
4. Der Krimkrieg (1853-1856) – Die Wasserscheide des Konzerts
4.1. Diplomatischer Auftakt 1841-1853
4.1.1. Kranker Mann am Bosporus
4.1.2. Leiningen- und Menshikov-Mission
4.1.3. Die Wiener Note vom Juli 1853
4.2. Diplomatie und Krieg
4.2.1. Vom russisch-osmanischen Krieg…
4.2.2. …zum Krimkrieg
4.3. Kriegsziele und Frieden
4.3.1. Wiener Konferenz 1855
4.3.2. Der Pariser Frieden 1856
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Arbeitsweise des Europäischen Konzerts im Kontext der Orientalischen Frage während des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Regulationsfunktion dieses internationalen Systems zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, inwiefern der Krimkrieg als Zäsur fungierte und ob das Konzert tatsächlich in der Lage war, die Komplexität internationaler Politik friedlich zu bewältigen.
1. Einleitung
Es war ein denkwürdiger Versuch, dass die Großmächte England, Russland, Österreich und Preußen, diese aus der Koalition gegen Napoleon hervorgegangene Allianz, schließlich auch den Verlierer Frankreich beitreten ließen. Dieses seit 1814/15 Gestalt annehmende System, das als „concert européenne“ in die Geschichte einging, sollte im Sinne des „principiis obsta“ dazu beitragen, Streitigkeiten so früh wie möglich zu schlichten und Kriege, wenn sie denn ausbrechen sollten, noch im Keim zu ersticken, um so auf das Ökonomischste dem Frieden und Wohlstand zu dienen.
Unter Historikern wie Paul W. Schroeder gilt das Wiener System als ein Meilenstein auf dem Weg zu geregelten internationalen Beziehungen, weshalb in diesem Zusammenhang auch gerne von einer Transformation europäischer Politik resp. einer Weiterentwicklung der politischen Praxis des 18. Jahrhunderts zu neuen Formen der Konfliktbewältigung gesprochen wird. Rückblickend kann gewiss einiges als gelungen angesehen werden, doch die politische Ordnung, die im Jahre 1815 der gesellschaftlichen Realität nur noch leidlich adäquat war, büßte aufgrund der unaufhaltsamen Veränderungen in den Gesellschaften ihre Nützlichkeit immer mehr ein. M.a.W.: Das System verlor zusehends an Wirkkraft.
Doch waren es dabei nicht nur gesellschaftliche, innenpolitische Veränderungen, die auf die Beziehungen der Großmächte und ihr fragiles politisches Gleichgewicht einwirkten. Betrachtet man die in der Zeit zwischen 1830 und 1878 abgehaltenen Konferenzen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die komplizierte und verworrene Orientalische Frage resp. der osmanische Rückzug aus den eroberten Gebieten und der damit einhergehende Verfall des Osmanischen Reiches die europäische Staatenwelt außerordentlich häufig beschäftigt hat. Ja, sie lag offenbar geradezu im Mittelpunkt der Bemühungen des „Europäischen Konzerts“, den Frieden in Krisen internationalen Ausmaßes zu bewahren. Dabei standen wohl nicht zuletzt Verachtung, Hass und Furcht vor dem Osmanischen Reich hinter dem unwiderstehlichen Drang, sich auf Kosten des osmanischen Staates, der im 19. Jahrhundert zusehends schwächer wurde, zu bereichern.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Entstehung des „concert européenne“ nach 1815 als System zur Friedenswahrung und führt in die Thematik der Orientalischen Frage ein, die das System zunehmend unter Druck setzte.
2. Tour d`horizon – Die Großmächte und das Osmanische Reich (1774-1798): Dieses Kapitel analysiert die frühen diplomatischen Verwicklungen im späten 18. Jahrhundert, insbesondere den russisch-osmanischen Machtkampf und die strategischen Auswirkungen der napoleonischen Ägyptenexpedition.
3. Europäisches Konzert und Orientalisches Gleichgewicht: Der Autor erläutert hier die Neuordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen und arbeitet heraus, wie der Verfall des Osmanischen Reiches und nationalistische Tendenzen auf dem Balkan zur zentralen Herausforderung für die Großmächte wurden.
4. Der Krimkrieg (1853-1856) – Die Wasserscheide des Konzerts: Im Hauptteil wird die Eskalation der diplomatischen Krisen zwischen 1841 und 1853 sowie der darauffolgende Krimkrieg detailliert untersucht, wobei der Fokus auf dem Scheitern der konzertierten Diplomatie liegt.
5. Schluss: Das Fazit bewertet den Krimkrieg als bedeutende Zäsur, die die Politik der festen Blockbildung beendete und die Grenzen des europäischen Systems aufzeigte, das oft von eigennützigen Interessen statt von echter Solidarität geprägt war.
Europäisches Konzert, Orientalische Frage, Krimkrieg, Mächtegleichgewicht, Osmanisches Reich, Diplomatie, Großmachtpolitik, Wiener Kongress, Internationale Beziehungen, Balkan-Nationalismus, Mohammed Ali, System der Gegengewichte, Intervention, Zarenreich, Tanzimat
Die Magisterarbeit untersucht die Wirksamkeit und Entwicklung des „Europäischen Konzerts“ im 19. Jahrhundert, insbesondere wie dieses System der Großmächte auf die fortschreitende Schwächung des Osmanischen Reiches und die daraus resultierenden internationalen Krisen reagierte.
Zentrale Themen sind das Konzept des politischen Gleichgewichts (Balance of Power), der diplomatische Umgang mit dem Zerfallsprozess des Osmanischen Reiches sowie die Ursachen und Auswirkungen des Krimkrieges als erste große Belastungsprobe des europäischen Systems.
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern das Europäische Konzert als Instrument zur friedlichen Konfliktlösung funktionierte und ob der Krimkrieg einen fundamentalen Bruch in dieser diplomatischen Ordnung darstellte.
Der Autor wählt einen kulturhistorischen und politikwissenschaftlichen Ansatz, indem er die diplomatische Praxis der Großmächte analysiert und dabei auf eine Vielzahl historischer Quellen und Forschungsliteratur zurückgreift, um die Komplexität der internationalen Beziehungen zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ausgangslage ab 1774, die Entwicklung des Gleichgewichtssystems nach 1815, die Rolle der Orientalischen Frage als Krisenherd sowie die detaillierte Darstellung des diplomatischen Auftakts und des Verlaufs des Krimkrieges.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Europäisches Konzert, Orientalische Frage, Krimkrieg, Mächtegleichgewicht, Interventionspolitik und Großmachtinteressen charakterisieren.
Die Schwäche des Osmanischen Reiches, die oft als „kranker Mann am Bosporus“ bezeichnet wurde, fungierte als Katalysator für die Begehrlichkeiten der europäischen Großmächte, deren Streben nach Einfluss oder Beute die Stabilität des gesamten Systems gefährdete.
Es bezeichnet ein staatsmännisches Denken, das darauf abzielte, durch wechselseitige Einflussnahme und diplomatische Kooperation zu verhindern, dass eine einzelne Macht (wie Russland oder Frankreich) die Vorherrschaft in Europa erlangt.
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