Diplomarbeit, 2001
147 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Freizeit: Historischer Rückblick und aktuelle Entwicklungslinien
2.1 Begriffsgeschichte und neuere Definitionen von Freizeit
2.1.1 Zur Begriffsgeschichte
2.1.2 Negative Definitionsansätze
2.1.3 Positive Definitionsansätze
2.1.4 Festlegung einer Freizeitdefinition für diese Arbeit
2.2 Soziologisch orientierte Freizeitwissenschaft
2.2.1 Historischer Rückblick auf die soziologisch orientierte Freizeitwissenschaft
2.2.2 Methoden der soziologischen Freizeitforschung
2.3 Zum Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die Entwicklung der Freizeit
2.4 Zur Funktions- und Bedeutungsdimension von Freizeit
2.4.1 Individuelle Bedeutungen und Funktionen
2.4.2 Soziale Bedeutungen und Funktionen
3 Freizeitwissenschaft als Lebensstilforschung
3.1 Zu den Wurzeln der Lebensstilforschung
3.2 Hintergründe zur Ausbreitung des Lebensstilkonzeptes
3.3 Neuere Lebensstilkonzepte
3.3.1 Zu Bourdieu
3.3.2 Zu Lüdtke
3.3.3 Zu Schulze
3.4 Zusammenfassender Vergleich der Lebensstilkonzepte
3.5 Freizeitstile: Theoretische Überlegungen und empirische Befunde einzelner Autoren
3.5.1 Zu Giegler
3.5.2 Zu Uttitz
3.5.3 Zu Gluchowski
3.5.4 Zu Vester
3.5.5 Zu Garhammer
3.5.6 Zu Lamprecht und Stamm
3.5.7 Zusammenfassender Vergleich der einzelnen Autoren
4 Fokus: Jugendphase
4.1 Historische Betrachtung der Jugendphase
4.2 Jugend heute: Definitions- und Abgrenzungsprobleme
4.3 Zur Bedeutungsdimension von Freizeit in der Jugendphase
4.4 Freizeitstile Jugendlicher
4.5 Besonderheiten der Jugendphase im ländlichen Raum
5 Versuch einer Stilbildung auf Grundlage einer Untersuchung zum Freizeitverhalten Jugendlicher der Stadt Schwalmstadt
5.1 Untersuchungsort und Beschreibung der Stichprobe
5.2 Methoden
5.2.1 Design
5.2.2 Instrument
5.2.3 Pretest
5.2.4 Haupterhebung
5.2.5 Auswertungsverfahren des deskriptiven Teils
5.3 Soziodemographische Merkmale der befragten Jugendlichen
5.3.1 Alter
5.3.2 Nationalität
5.3.3 Wohnort
5.3.4 Religionszugehörigkeit
5.3.5 Familiäre Situation
5.3.6 Berufstätigkeit der Eltern
5.3.7 Zusammenfassung der soziodemographischen Merkmale
5.4 Freizeit der Jugendlichen: Deskriptive Ergebnisse
5.4.1 Freizeitassoziationen
5.4.2 Freizeitaktivitäten
5.4.3 Organisierte Freizeit
5.4.3.1 Sportvereine
5.4.3.2 Außerunterrichtliche schulische Angebote
5.4.3.3 Kirchliche Angebote
5.4.3.4 Jugendpflege
5.4.3.5 Weitere organisierte Freizeitangebote
5.4.4 Medienkonsum
5.4.4.1 Musikverhalten
5.4.4.2 Fernseh- und Videonutzung
5.4.4.3 Lesegewohnheiten
5.4.4.4 Computer- und Spielkonsolenbenutzung
5.4.5 Sozialkontakte und Freundschaften
5.4.6 Freizeitgestaltung am Wochenende
5.4.7 Hausaufgaben und Mithilfe im Haushalt
5.4.8 Finanzielle Mittel
5.4.9 Werthaltung der befragten Jugendlichen
5.5 Freizeitstile der befragten Jugendlichen
5.5.1 Auswertungsverfahren zur Stilbildung
5.5.2 Beschreibung der vier Freizeitstile
5.5.2.1 Freizeitstil 1: „Moderne Aktivität“
5.5.2.2 Freizeitstil 2: „Intellektuelle Enklave“
5.5.2.3 Freizeitstil 3: „Mainstream“
5.5.2.4 Freizeitstil 4: „Geselligkeit“
6 Zusammenfassung und Abschlussdiskussion
Die Arbeit verfolgt das Ziel, soziologische Forschungsrichtungen aus den Bereichen Freizeit, Lebensstil und Jugend zu verknüpfen und deren Bedeutung durch eine empirische Untersuchung von Jugendlichen im ländlichen Raum von Schwalmstadt zu erhellen.
Freizeitwissenschaft als Lebensstilforschung
In diesem Kapitel werde ich den Lebensstilansatz im Hinblick auf dessen Bedeutung für die Freizeitwissenschaft darstellen. Zunächst werde ich die Entwicklung der Lebensstilforschung von seinen Wurzeln bis hin zu aktuellen Ansätzen in groben Linien nachzeichnen. Daran anschließend fokussiere ich speziell Freizeitstile, die zur Erklärung individuellen Freizeitverhaltens hilfreich sind. Hierbei werde ich wieder vorwiegend die soziologische Sichtweise thematisieren. Arbeiten aus der Marktforschung und der Psychologie werden vernachlässigt.
3.1 Zu den Wurzeln der Lebensstilforschung
Schon Max Weber beschäftigt sich mit dem Thema „Lebensstil“, wobei er jedoch den Begriff „Lebensführung“ bevorzugt. Er setzt ihn bei seiner Analyse von Klassen und Ständen sowie der Entwicklung der protestantischen Ethik ein und sieht den Begriff „Lebensführung“ in Abgrenzung zu dem Begriff „Klasse“ (LÜDTKE 1989, S.24). Einer ökonomischen Schichtung nach unterschiedlichen Klassenlagen stellt er eine soziale Schichtung gegenüber, die sich nicht durch Besitz unterscheidet, sondern durch „Ehre“. Diese spezifische Ehre beanspruchen die Stände (GEORG 1998, S.61f.). Die Stände unterscheiden sich durch eine gemeinsam geteilte Lebensführung, die mit einer Monopolisierung ideeller und materieller Güter oder Chancen einhergeht (WEBER 1985, S.535f.).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Verknüpfung der Forschungsfelder Freizeit, Lebensstil und Jugend dar und begründet das Vorhaben einer eigenen empirischen Untersuchung im ländlichen Raum.
2 Freizeit: Historischer Rückblick und aktuelle Entwicklungslinien: Hier wird die historische Entwicklung des Freizeitbegriffs nachgezeichnet und die soziologische Freizeitwissenschaft als Disziplin mit ihren verschiedenen Definitionsansätzen und Methoden diskutiert.
3 Freizeitwissenschaft als Lebensstilforschung: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Wurzeln der Lebensstilforschung, stellt bedeutende neuere Ansätze vor und vergleicht diese miteinander.
4 Fokus: Jugendphase: Hier wird der historische Wandel der Jugendphase sowie deren Bedeutung und Problematik in Bezug auf Freizeit und Lebensstile thematisiert.
5 Versuch einer Stilbildung auf Grundlage einer Untersuchung zum Freizeitverhalten Jugendlicher der Stadt Schwalmstadt: Dieses Hauptkapitel präsentiert die eigene empirische Studie, erläutert das methodische Vorgehen und stellt die Ergebnisse zur Struktur der Jugendlichen sowie die identifizierten Freizeitstile dar.
6 Zusammenfassung und Abschlussdiskussion: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext ein.
Freizeitwissenschaft, Lebensstilforschung, Jugendphase, Freizeitverhalten, Ländlicher Raum, Soziologie, Sozialisation, Clusteranalyse, Freizeitstile, Jugendkultur, Freizeitgestaltung, Soziale Lage, Individualisierung, Freizeitaktivitäten, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht die Verknüpfung soziologischer Theorien zu Freizeit, Lebensstil und Jugend, um das Freizeitverhalten von Jugendlichen, insbesondere in ländlichen Regionen, wissenschaftlich zu beleuchten.
Die Arbeit behandelt die historischen Aspekte des Freizeitbegriffs, theoretische Konzepte der Lebensstilforschung, die Besonderheiten der Jugendphase und führt eine empirische Studie zur Freizeitgestaltung in Schwalmstadt durch.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob sich auch unter Jugendlichen im ländlichen Raum verschiedene, typisierbare Freizeitstile identifizieren lassen.
Die Arbeit nutzt eine empirische, quantitative Herangehensweise. Nach einer Literaturanalyse wurde ein schriftlicher Fragebogen (Querschnittserhebung) an 127 Schülern in Schwalmstadt eingesetzt und mittels Faktoren- und Clusteranalyse ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Freizeit- und Lebensstilkonzepte sowie in die detaillierte Präsentation und Diskussion der eigenen empirischen Untersuchung in Schwalmstadt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Freizeitstile, Lebensstilforschung, ländlicher Raum, Jugendsoziologie und quantitative Erhebungsmethoden.
Der ländliche Raum wird als spezifischer Sozialraum untersucht, wobei der Einfluss der modernen, urbanen Lebensweise und traditioneller Strukturen auf das Freizeitverhalten der dort lebenden Jugendlichen analysiert wird.
Die Analyse ergab vier distinkte Freizeitstile: „Moderne Aktivität“, „Intellektuelle Enklave“, „Mainstream“ und „Geselligkeit“.
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