Masterarbeit, 2022
141 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Zusammenhang von neuronaler Plastizität und Resilienz
2.1 Definition der Salutogenese nach Aaron Antonovsky
2.2 Definition Neuronale Plastizität
2.3 Definition Resilienz
2.4 Erkenntnisse aus den Definitionen
3. Resilienzstudien
3.1 Kauai-Längenschnittstudie
3.2 Mannheimer Risikokinderstudie
3.3 Bielefelder Invulnerabilitätsstudie
3.4 Erkenntnisse aus den Studien
4. Betriebliches Gesundheitsmanagement
4.1 Definition von Gesundheit
4.2 Rechtliche Grundlagen für Prävention und Gesundheitsförderung
4.3 Gründe für ein betriebliches Gesundheitsmanagement
4.4 Strategische Einbettung des betrieblichen Gesundheitsmanagements im Unternehmen
4.4.1 Gesundheitsförderliche Angebote durch den Arbeitgeber
4.4.2 Betriebliches Eingliederungsmanagement
4.4.3 Work-Life-Balance
4.4.4 Personalpflege
5. Zwischenfazit – zur Entwicklung der leitenden Fragestellung
6. Einführung in die leitfadengestützten Interviews
6.1 Welche Vorbereitungen müssen für ein leitfadengestütztes Interview getroffen werden?
6.2 Die Entwicklung von Items
6.2.1 Die Formulierung des Frage-Aussage-Teils von Items
6.2.2 Die Skalierung der Items
6.2.3 Die Fragebogenentwicklung
6.2.4 Die Endfassung des Fragebogens und Auswertung
6.2.5 Die Qualität der Endfassung des Fragebogens
7. Vorbereitung des Fragebogens
7.1 Beschreibung der Probanden und Ziel der Befragung
7.2 Aufbau des Fragebogens
7.3 Qualitative Inhaltsanalyse im Rahmen der Auswertung der Fragebögen nach Mayring
7.3.1 Die Techniken qualitativer Inhaltsanalyse
7.3.2 Die Grundformen des Interpretierens und die Interpretationsregeln
7.3.3 Induktive und deduktive Kategorienbildung
7.3.4 Leistungen und Grenzen qualitativer Inhaltsanalyse
7.4 Erkenntnisse der Befragung
8. Mitarbeitende in partizipativen Prozessen der Veränderung
8.1 Change-Management
8.1.1 Definition ‚Change-Management‘
8.1.2 Ebenen der Veränderungen
8.2 Mitarbeitende in Veränderungsprozessen
8.2.1 Die sieben Typen der Mitarbeitenden in Veränderungsprozessen
8.2.2 Die Bedeutung von Veränderungen und die Phasenmodelle
8.2.3 Umgang mit Widerstand
8.3 Partizipation der Mitarbeitenden in Veränderungsprozessen
8.4 Voraussetzungen für partizipatives Handeln
8.5 Formen der Partizipation
8.6 Risiken partizipativen Handelns
9. Fazit
9.1 Zusammenfassung
9.2 Ausblick
10. Literaturverzeichnis
11. Anhang: Fragebögen
11.1 Gespräch mit der pädagogischen Geschäftsführung eines ambulanten und stationären Trägers für Pflegekinderwesen in Ostwesfalen am 28.10.2021
11.2 Ausgefüllter Fragebogen von der Koordinatorin eines großen freien Trägers für vorrangig stationäre Jugendhilfe in Ostwestfalen. Stand 12.11.2021
11.3 Gespräch mit der Einrichtungsleitung einer Internatsschule am 11.11.2021
11.4 Gespräch mit der Geschäftsführerin eines ambulanten und stationären Trägers für Hilfen zur Erziehung in Bielefeld am 19.11.2021
11.5 Gespräch mit der Bereichsleitung der Jugendhilfe einer Stiftung in Ostwesfalen am 26.11.2021
11.6 Gespräch mit der Geschäftsführung der Jugendhilfe (…) e.V. am 03.12.2021
12. Anhang: Abbildungen
Die vorliegende Masterthesis zielt darauf ab, einen umfassenden und praxisbezogenen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der Resilienzförderung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) für Mitarbeitende sozialwirtschaftlicher Unternehmen zu gewinnen, um Strategien zur Steigerung der Mitarbeiterstabilität zu identifizieren.
1. Einleitung
Im Durchschnitt sind Arbeitnehmende in Deutschland 26,3 Tage im Jahr krank (AOK-Fehlzeiten Report, 2018). Bei Beschäftigen in der Hochschullehre und Forschung sind es 4,6 Tage, in der Ver- und Entsorgung hingehen 32,5 Tage (ebenda). Bei pädagogischen Fachkräften lag der Wert 2018 im Schnitt bei 26,3 Tagen (ebenda). Doch gerade ein konstant hoher Krankenstand verschärft eine ohnehin schon als hoch eingeschätzte Arbeitsbelastung im pädagogischen Bereich. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen stellen nur einige der Beschwerden dar, die krankheitsbedingt die individuelle Leistungsfähigkeit von Mitarbeiter*innen in sozialen Berufen einschränken (vgl. GEW). Das bedeutet, dass die Leitungskräfte pädagogischer Einrichtungen, die mit der Personaleinsatzplanung betraut sind, vor besondere Aufgaben gestellt werden.
Durch neue Technologien, die Globalisierung, den Klimawandel, vermehrte Finanz- und Wirtschaftskrisen (Feßler & Guldenschuh-Feßler, 2013, S. 8) und nicht zuletzt durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. Auslöser für Stress am Arbeitsplatz sind unter anderem unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termin- und Leistungsdruck, konstantes Ausüben von Überstunden, lange Arbeitszeiten und die Inkompatibilität von Beruf und Familie. Auch mangelnde Wertschätzung von Vorgesetzten, Mobbing am Arbeitsplatz oder ein schlechtes Betriebsklima führen zu Stress und psychischen Belastungen. Einer Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (Stand 15.11.2021) zufolge ist Stress das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem, obwohl jeder Mensch für sich selbst Gegenmaßnahmen ergreifen könnte. Laut diesen Daten sind bis zu 50 % aller Fehlzeiten am Arbeitsplatz auf stressbedingte Ursachen zurückzuführen. Im Jahr 2002 resultierten daraus für die Wirtschaft Kosten in Höhe von 15 bis 20 Milliarden Euro. Die Tendenz ist steigend (Neumann et al., 2010, S. 35-36). Welche Schäden dadurch den einzelnen Unternehmen entstanden sind, ist unklar und wäre noch zu beziffern. Vor allem dieser Aspekt gibt Anlass, sich in der vorliegenden Masterthesis intensiver mit der Thematik des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu befassen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Belastung und den Krankenstand in sozialen Berufen und stellt das Ziel der Arbeit vor, Möglichkeiten der Resilienzförderung im Kontext des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu untersuchen.
2. Der Zusammenhang von neuronaler Plastizität und Resilienz: Dieses Kapitel verknüpft die Konzepte der Salutogenese, der neuronalen Plastizität und der Resilienz, um wissenschaftlich zu belegen, dass Menschen bis ins hohe Alter lernfähig und resilient sind.
3. Resilienzstudien: Anhand grundlegender Studien, wie der Kauai-Längenschnittstudie, wird verdeutlicht, dass Resilienz kein angeborenes Merkmal, sondern ein entwicklungsabhängiger Prozess ist, der durch Schutzfaktoren gestärkt werden kann.
4. Betriebliches Gesundheitsmanagement: Hier werden Definitionen, rechtliche Rahmenbedingungen und Instrumente des betrieblichen Gesundheitsmanagements erörtert, um die Relevanz der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiterbindung zu unterstreichen.
5. Zwischenfazit – zur Entwicklung der leitenden Fragestellung: Auf Basis der theoretischen Erkenntnisse wird die zentrale Fragestellung der Arbeit formuliert, die den Einfluss betrieblicher Angebote auf die Resilienz der Mitarbeitenden hinterfragt.
6. Einführung in die leitfadengestützten Interviews: Dieses Kapitel bietet eine methodische Einführung in die Durchführung leitfadengestützter Interviews und die wissenschaftliche Entwicklung von Items für Fragebögen.
7. Vorbereitung des Fragebogens: Hier wird der Aufbau des Fragebogens beschrieben, die Auswahl der Probanden dargelegt und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als Auswertungsmethode begründet.
8. Mitarbeitende in partizipativen Prozessen der Veränderung: Das Kapitel befasst sich mit der Bedeutung von partizipativem Change-Management, dem Umgang mit Widerständen und der Notwendigkeit, Mitarbeitende aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, betont die Wichtigkeit einer authentischen Führungskultur und gibt einen Ausblick auf die nachhaltige Implementierung von Resilienzförderung und BGM in Unternehmen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Resilienz, Salutogenese, neuronale Plastizität, Mitarbeiterbindung, Change-Management, Partizipation, qualitative Inhaltsanalyse, Arbeitsbelastung, Führungskultur, Sozialwirtschaft, Stressprävention, Mitarbeitergesundheit, Resilienzförderung, Organisationsentwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie sozialwirtschaftliche Unternehmen durch betriebliches Gesundheitsmanagement und gezielte Resilienzförderung die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden langfristig erhalten und stärken können.
Die zentralen Felder umfassen die psychischen Belastungen in sozialen Berufen, die theoretischen Grundlagen der Resilienz sowie praktische Ansätze im Change-Management und betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, welche Angebote der Resilienzförderung Unternehmen zur Verfügung stellen, wie diese angenommen werden und inwiefern sich diese auf die Resilienz der Mitarbeitenden auswirken.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer qualitativen Inhaltsanalyse mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit Führungskräften verschiedener Träger der Jugendhilfe.
Im Hauptteil werden neben theoretischen Fundierungen zur Resilienz und neuronalen Plastizität konkrete Instrumente des BGM sowie Prozesse zur Mitarbeiterpartizipation und zum konstruktiven Umgang mit Widerständen bei Veränderungen vorgestellt.
Besonders prägend sind Begriffe wie BGM, Resilienz, Partizipation, Change-Management, Mitarbeiterbindung und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.
Die Führungskraft fungiert laut Arbeit als essentielles Modell und Träger einer gesunden Unternehmenskultur; sie ist dafür verantwortlich, Wertschätzung zu zeigen, transparent zu kommunizieren und ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld zu schaffen.
Die Methode nach Mayring wird gewählt, um der Komplexität der erhobenen Daten aus den Interviews gerecht zu werden und die individuellen Perspektiven der befragten Führungskräfte tiefgehend auswerten zu können.
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