Diplomarbeit, 2007
60 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
1.1 Das biomedizinische Modell
1.2 Das biopsychosoziale Modell
1.3 Das salutogenetische Modell
1.3.1 Kohärenzgefühl
1.3.2 Stressoren und Widerstandsressourcen
1.3.3 Kohärenzgefühl und Gesundheit
2 Fragestellung
3 Methode
4 Ergebnisse
4.1 Allgemeine Beschreibung der Stichprobe
4.2 Erfassung des Kohärenzgefühls
4.3 Gruppenunterschiede „Kohärenzgefühl“
4.4 Gruppenunterschiede „Bewältigungsstrategien“
5 Diskussion und Ausblick
5.1 Die „Fluss-Metapher“
5.2 Entwicklung des Kohärenzgefühls
5.3 SOC-Steigerung durch kognitive Maßnahmen
5.3.1 Mind/Body-Medicine
5.3.2 „Die Heldenreise“
5.4 SOC-Steigerung durch physische Maßnahmen
5.4.1 Progressive Adaptionstherapie
5.4.2 McKenzie®
5.5 SOC-Steigerung durch kombinierte kognitiv-physische Maßnahmen
5.5.1 Multimodale Therapien
5.6 Salutogenese in der Physiotherapie
6 Schlussfolgerung
6.1 HEDE Kontinuum (health-disease continuum)
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem salutogenetischen Kohärenzgefühl (SOC) und dem Auftreten chronischer unspezifischer Rückenschmerzen, um potenzielle Steigerungsmöglichkeiten für das Kohärenzgefühl als therapeutischen Ansatz in der Physiotherapie zu identifizieren.
1.1 Das biomedizinische Modell
Im biomedizinischen Krankheitsmodell hat jede Krankheit eine greifbare Ursache (Mathe, 2005). Für Rückenschmerzen stehen einige Faktoren unter Verdacht, die Entstehung, das Wiederauftreten und die Chronifizierung dieser zu begünstigen:
• Bandscheibenvorfall
• Spondylarthrosen
• vorangegangene Wirbelsäulen- oder Bandscheiben-Operationen
• lokale Wachstumsstörungen
• Frakturen
• neoplastische Erkrankungen bzw. metastatische Prozesse
• Bewegungsmangel
• Spondylolysthesen
• Osteoporose
• Spinalstenose
• Schwangerschaft
(Raspe et al., 2003).
Bisweilen wird auch angenommen, dass lokale und auch neurologisch-ausstrahlende Schmerzen mit der Austrittsmasse der Bandscheibe zusammenhängen, die die benachbarte Nervenwurzel komprimiert. Diese Annahme ist jedoch bei einer Vielzahl der Fälle umstritten, da verschiedene Magnet-Resonanz-tomographisch (MRT) gestützte Untersuchungen keinen direkten Zusammenhang feststellen konnten.
In einer Studie von Beattie et al. (2000), konnte bei etwa 63% der Patienten mit Rückenschmerzen und neurologischen Ausstrahlungssymptomen durch eine MRT-Untersuchung keine Ursache für eine Nervenwurzelkompression erkannt werden.
Ebenso bescheinigen Kleinstuck et al. (2006) der MRT „… little value in […] explaining the cause of pain … This is because many structural changes seen on MRI [Magnetic Resonance Imaging] appear to be as common in asymptomatic individuals as in people with LBP“ (Low Back Pain). Obwohl 89% der unter chronischen Rückenschmerzen leidenden Untersuchten sehr unterschiedliche und z. T. gravierende Degenerationserscheinungen an Bandscheiben und Wirbelkörpern hatten, war der Behandlungserfolg nach einer dreimonatigen standardisierten Bewegungstherapie bei allen gleich groß.
1 Problemstellung: Beleuchtung der hohen Prävalenz chronischer Rückenschmerzen und deren sozioökonomische Bedeutung sowie die Einführung der salutogenetischen Perspektive.
2 Fragestellung: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen niedrigen SOC-Werten und chronischen Rückenschmerzen sowie der Rolle individueller Bewältigungsstrategien.
3 Methode: Beschreibung der empirischen Untersuchung mittels Fragebogen zur Lebensorientierung an 130 Personen zur Erfassung des SOC und der Bewältigungsstrategien.
4 Ergebnisse: Nachweis signifikant niedrigerer SOC-Werte bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sowie deskriptive Auswertung bevorzugter Bewältigungsmaßnahmen.
5 Diskussion und Ausblick: Erörterung der Ergebnisse hinsichtlich des Kohärenzgefühls, Vorstellung von SOC-steigernden Maßnahmen wie „Die Heldenreise“ oder multimodale Therapiekonzepte.
6 Schlussfolgerung: Plädoyer für eine Abkehr von rein pathogenetischen Ansätzen hin zu gesundheitsfördernden, salutogenetischen Konzepten in der Physiotherapie.
Salutogenese, Kohärenzgefühl, SOC, chronischer Rückenschmerz, Physiotherapie, Stressbewältigung, Widerstandsressourcen, biopsychosoziales Modell, Krankheitsbewältigung, aktive Maßnahmen, Prävention, Lebensqualität, Bewegungstherapie, Patientenkommunikation.
Die Arbeit untersucht die Relevanz des salutogenetischen Kohärenzgefühls (SOC) bei der Entstehung und Bewältigung chronischer, unspezifischer Rückenschmerzen.
Im Zentrum stehen das salutogenetische Modell nach Antonovsky, das biopsychosoziale Verständnis von Schmerz sowie Methoden zur Steigerung des SOC in der physiotherapeutischen Praxis.
Das Hauptziel ist es festzustellen, ob ein Zusammenhang zwischen chronischen Rückenschmerzen und einem niedrigen SOC besteht und wie dieses zur Genesung gestärkt werden kann.
Es wurde eine quantitative Befragung mittels des „Fragebogens zur Lebensorientierung“ (SOC-Skala) sowie einer Erhebung zu Bewältigungsstrategien bei 130 Probanden durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert die Studienergebnisse, vergleicht Patientengruppen, diskutiert Methoden zur SOC-Steigerung (kognitiv und physisch) und beleuchtet die Rolle der Kommunikation in der Physiotherapie.
Die Arbeit wird primär durch die Begriffe Salutogenese, Kohärenzgefühl, chronischer Rückenschmerz, Physiotherapie und aktive Bewältigungsstrategien charakterisiert.
Die Autorin betont, dass sowohl kognitive als auch physische Interventionen (wie die Progressive Adaptionstherapie) das Ziel haben, die Belastbarkeit und das Gefühl der Handhabbarkeit zu erhöhen.
Es beschreibt den fließenden Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit auf einer Skala, wobei ein Mensch sich nicht als rein gesund oder krank, sondern als irgendwo dazwischen verortet definiert.
Die Metapher dient dazu, die Aufgabe des Therapeuten nicht nur als „Herausfischen“ aus der Krankheit zu sehen, sondern den Patienten darin zu befähigen, „selbst schwimmen zu lernen“, also seine Selbstwirksamkeit zu stärken.
Passive Maßnahmen wie Elektrotherapie oder Bettruhe werden als weniger wirksam eingestuft und entsprechen nicht dem Ziel, die Eigenverantwortung und den aktiven Kompetenzerwerb des Patienten zu fördern.
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