Bachelorarbeit, 2022
41 Seiten, Note: 2,2
1. Einleitung
2. Was ist Rassismus?
2.1 Verschiedene Formen von Rassismus
2.2 Bezeichnungen für Schwarze
2.3 Weiße Norm
3. Rassismus in Kinderbüchern
3.1 Stereotype
3.2 Autoren und Autorinnen
3.3 Geschichte
3.4 Rassismus, Nichtrassismus und Antirassismus
3.5 Argumentationsmuster und Motive
4. Analyse
4.1 Pippi Langstrumpf
4.2 Jim Knopf
5. Modernisierung der Kinderbücher
5.1 Pippi Langstrumpf
5.2 Jim Knopf
6. Interkulturelles Lernen
6.1 Möglicher Einsatz rassifizierter Kinderbücher
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
8.1 Primärquellen
8.2 Sekundärquellen
8.3 Internetquellen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Vorkommen und die Darstellung von Rassismus in bekannten Kinderbuchklassikern und analysiert, wie diese Werke im Kontext der heutigen Grundschulpädagogik kritisch behandelt werden können. Ziel ist es, ein Bewusstsein für rassistische Strukturen und Stereotype in der Kinderliteratur zu schaffen, um angehenden Lehrkräften Strategien für einen rassismuskritischen Umgang im Unterricht an die Hand zu geben.
3.3 Geschichte
Gegen Ende des Mittelalters bestand die Vorstellung der Europäer darin, dass die Lebenswelt der Afrikaner/ der Afrikanerinnen aus Monstern, Dämonen, Fabelwesen und Menschenfressern bestände (vgl. Schmidt-Wulffen 2010, S. 102).
Im Verlauf der Aufklärung wurde das mythische Afrikabild überwunden. Hegel und Kant propagierten eine „rationale“ Afrikadarstellung. Die Betitelung Afrikaner/ -innen als Kindernation und Naturmenschen der Wildnis kamen von Hegel. Kant hingegen nannte sie unfähige Kinder und „Cultur der Knechte“ (vgl. ebd., S. 103). Nach seinem Rassenkonzept waren Afrikaner/ -innen unfähige Kinder, welche sich selbst nicht führen könnten und somit von den Weißen abhängig wären (vgl. ebd., S. 103). Dies waren zu jener Zeit die wissenschaftlichen Vorstellungen von Afrikaner/ -innen und sie wirkten bis ins 21. Jahrhundert mit hinein und im deutschen Schulbuch waren diese bis 1925 zu finden (vgl. ebd., S. 103).
Der Kolonialrassismus findet sich in den Kinder- und Jugendbüchern schon seit über 250 Jahren wieder. Schon im 18. Jahrhundert gab es in ersten Lese- und Bilderbüchern für Kinder die Hervorhebung rassifizierter Differenzen. Ein Beispiel hierfür ist das A, B, C Buch mit Leseübungen, Gedenksprüchen und Gebeten von Christian Lorenz Struck aus dem Jahr 1788. Für den Buchstaben M wird ein Mohr mit einem dazugehörigem rassistischen Gedicht abgebildet, welches die dunkle Hautfarbe mit Schmutz gleichsetzt (vgl. Wollrad 2011, S. 380 f.). Diese Vorstellungen setzten sich über die Jahre konsequent in der Literatur für Kinder fort. 1829 wurde das Abeze- und Lesebuch von Joachim Heinrich Kampe veröffentlicht. Ein Buschmann steht stellvertretend für den Buchstaben B und unter N ist das N-Wort wiederzufinden (vgl. ebd., S. 381). Diese Kinderbücher waren selbstverständlich nur an weiße Kinder gerichtet und lehrten ihnen weiße Überlegenheit und die Assoziationen Dummheit, Unterlegenheit und Schmutz zum Schwarzsein (vgl. ebd., S. 381).
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Thematik für den Grundschulunterricht vor dem Hintergrund einer globalisierten, multikulturellen Gesellschaft.
2. Was ist Rassismus?: Dieses Kapitel definiert Rassismus als komplexes, politisches Konstrukt und beleuchtet die historische Entwicklung sowie verschiedene Formen von Diskriminierung.
3. Rassismus in Kinderbüchern: Hier wird untersucht, wie Rassismus und eine „weiße Norm“ in der Kinderliteratur durch Stereotype und einseitige Autorenperspektiven konstruiert und reproduziert werden.
4. Analyse: Anhand der Pippi-Langstrumpf-Reihe und der Jim-Knopf-Bände wird konkret analysiert, wie sich koloniale Rassismen und antirassistische Tendenzen in der Praxis widerspiegeln.
5. Modernisierung der Kinderbücher: Dieses Kapitel diskutiert die kontroverse Debatte um das Umschreiben rassistischer Passagen in Kinderbuchklassikern und die Positionen der Verlage.
6. Interkulturelles Lernen: Es wird dargelegt, wie interkulturelles Lernen als pädagogischer Ansatz genutzt werden kann, um Rassismus im Unterricht kritisch zu hinterfragen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, Kinder als kritische Leserinnen und Leser zu begleiten.
8. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen systematisch aufgelistet.
Rassismus, Kinderliteratur, Pippi Langstrumpf, Jim Knopf, Kolonialismus, weiße Norm, Stereotype, interkulturelles Lernen, Grundschule, Diskriminierung, Antirassismus, Identifikationsfiguren, Modernisierung, Sprachsensibilität, Rassismuskritik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Rassismus in Kinderbuchklassikern und wie diese Werke in der modernen Grundschule reflektiert werden können.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Rassismus, die Rolle der "weißen Norm" in Literatur, die Analyse spezifischer Kinderbücher und didaktische Ansätze zur Rassismuskritik.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie rassistische Strukturen in Kinderbüchern wirken und wie Lehrkräfte durch interkulturelle Bildung zur rassismuskritischen Kompetenzentwicklung bei Kindern beitragen können.
Die Autorin führt eine textanalytische Untersuchung klassischer Werke durch und ergänzt diese durch die Einbettung in aktuelle erziehungswissenschaftliche Diskurse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Rassismusmustern in der Kinderliteratur und eine praktische Fallanalyse ausgewählter Werke von Astrid Lindgren und Michael Ende.
Begriffe wie Kolonialrassismus, Harmonisierungssyndrom, Identifikationsfiguren, Interkulturalität und rassismuskritische Pädagogik sind zentral für das Verständnis der Argumentation.
Die Autorin erkennt an, dass eine Umbenennung rassistischer Begriffe allein nicht ausreicht, um die zugrunde liegenden kolonialrassistischen Machtverhältnisse und Stereotype innerhalb der Erzählung zu tilgen.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte selbst eine kritische Haltung entwickeln müssen, da sie aktuell noch zu wenig durch Fortbildungen und Lehrmaterialien im Umgang mit rassistischen Inhalten unterstützt werden.
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