Diplomarbeit, 2008
64 Seiten, Note: 1,2
1. Problemstellung und Vorgehensweise
2. Systematisierung von Rating und Credit Spread
2.1 Credit Ratings –ein Überblick
2.1.1 Definition und Bedeutung von Ratings am Kapitalmarkt
2.1.2 Differenzierungsmöglichkeiten des Ratings
2.1.3 Das Verfahren zur Rating-Erstellung
2.1.4 Rating-Skala
2.1.5 Kapitalmarkteffizienz und Aussagekraft eines Ratings
2.2 Credit Spread– Berechnung, Systematisierung und Bedeutung
2.2.1 Definition und Untergliederung des Credit Spreads
2.2.2 Berechnungsmethoden des Credit Spreads
2.2.2.1 Berechnung des Credit Spreads durch den Vergleich laufzeitkongruenter Anleihen
2.2.2.2 Vergleich durationskongruenter Anleihen
2.2.3 Der Effekt der Restlaufzeitenverkürzung
2.2.4 Credit Spread im Zeitablauf
2.2.5 Ansteckeffekte
2.2.6 Komponenten des Credit Spreads
2.2.7 Credit Default Swaps als alternatives Risikobepreisungsmodell
3. Auswirkungen von Rating-Herabstufungen auf die Risikobepreisung von Anleihen –eine empirische Analyse
3.1 Vorgehensweise/ Datenbestand
3.2 Theoretische Überlegungen und Resultate der einzelnen Untersuchungen
3.2.1 Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung auf den Credit Spread –Unterteilt nach Ratingagentur
3.2.2 Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung auf den Credit Spread –Unterteilt nach Art der Ratings
3.2.3 Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung auf den Credit Spread –Unterteilt nach Bonitätsklasse
3.2.4 Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung auf den Credit Spread –Unterteilt nach Zeitpunkt der Herabstufung
3.2.5 Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung auf den Credit Spread - Unterteilt nach Restlaufzeiten
3.2.6 Vergleich zwischen Credit Spread und Credit Default Swap-Spread im zeitlichen Verlauf und Reaktionsunterschiede auf eine negative Ratingveröffentlichung
3.2.7 Arbitragemöglichkeiten zwischen Credit Spread und Credit Default Swaps
3.2.8 Credit Spread Optionen als Absicherung oder Renditechance bei steigenden Credit Spreads
4. Fazit und weitere Forschungsmöglichkeiten
Die vorliegende Arbeit untersucht den Informationsgehalt von Rating-Herabstufungen durch führende Ratingagenturen und deren Auswirkungen auf die Risikopreisbildung bei Unternehmensanleihen, unter Einbeziehung von Credit Default Swaps als alternativem Bepreisungsmodell.
2.2.6 Komponenten des Credit Spreads
Credit Spreads und Ratings bilden, wie im vorhergehenden Kapitel erläutert, eine Einschätzung über die Fähigkeit eines Emittenten ab, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Insbesondere Ratings konzentrieren sich ausschließlich auf diese Bonitätskomponente, wohingegen Marktrenditen, aus welchen Credit Spreads berechnet werden, auch andere Einflüsse widerspiegeln. In der Literatur besteht Einigkeit darüber, dass Credit Spreads nur zum Teil aus einer Risikoprämie für das Ausfallrisiko bestehen. Das tatsächliche Ausfallrisiko beziffern Elton et al. (2001) mit etwa 19% bis 41% der Aufschläge. Driessen (2003) schätzt die Risikoprämien in einem vollständig spezifizierten Modell und kommt zum Ergebnis, dass die Bonitätsprämie 18% (AA, 5 Jahre Laufzeit) bis 52% (BBB, 10 Jahre Laufzeit) des Aufschlags erklärt.
Wie in Anlage 5 im Anhang zu erkennen, waren seit dem Jahre 2000 sowohl im Aaa- als auch im Aa- Bereich von Unternehmensanleihen keine Ausfälle zu verzeichnen, dennoch forderten Marktteilnehmer einen Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen. Dieser Aufschlag muss mit anderen Risikoaufschlägen zu erklären sein. Bangia et al. nennen zusätzlich zu der Bonitätsprämie eine Liquiditätsprämie, unter welcher das Risiko verstanden wird, bei Verkauf eines Wertpapiers nicht den jeweiligen Marktpreis zu realisieren, sondern lediglich den Preis abzüglich eines Abschlages. Dieses Risiko ist immer dann vorhanden, wenn Wertpapiere nicht vollständig liquide oder die jeweiligen Märkte nicht vollkommen und vollständig sind. Nach Driessen (2003) erklären Liquiditätsprämien ca. 20% der Renditenaufschläge, Perraudin und Taylor (2003) schätzen diesen Anteil noch höher ein. Auch Bachmann (2004) misst der Liquiditätsprämie einen bedeutenden Anteil am Credit Spread zu, welcher in der AAA- Kategorie am höchsten ist und mit abnehmender Bonität abnimmt, absolut betrachtet aber zunimmt.
1. Problemstellung und Vorgehensweise: Definition des Forschungsziels, die Untersuchung der Marktreaktion auf Rating-Herabstufungen und die Einleitung in die methodische Vorgehensweise.
2. Systematisierung von Rating und Credit Spread: Theoretische Grundlagen zu Rating-Verfahren, der Berechnung von Credit Spreads und der Einordnung alternativer Risikobepreisungsmodelle wie Credit Default Swaps.
3. Auswirkungen von Rating-Herabstufungen auf die Risikobepreisung von Anleihen –eine empirische Analyse: Durchführung der empirischen Studie, Analyse der Spread-Reaktionen nach verschiedenen Kategorien und Identifikation von Arbitragepotenzialen.
4. Fazit und weitere Forschungsmöglichkeiten: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse sowie Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungsarbeiten.
Credit Spread, Rating-Herabstufung, Unternehmensanleihen, Credit Default Swaps, Informationseffizienz, Bonitätsprämie, Liquiditätsprämie, Kapitalmarkt, Moody’s, Standard & Poor’s, Risikobepreisung, Arbitrage, Renditeaufschlag, Finanzkrise, Preisdruck.
Die Diplomarbeit analysiert empirisch, wie der Kapitalmarkt und insbesondere Credit Spreads auf die Veröffentlichung negativer Bonitätseinschätzungen (Rating-Herabstufungen) reagieren.
Die Arbeit behandelt die Systematik von Ratings, die Berechnung von Credit Spreads, die Rolle der Informationseffizienz auf Bondmärkten sowie den Vergleich zu Credit Default Swaps.
Ziel ist es zu prüfen, ob Rating-Veröffentlichungen einen eigenständigen Informationswert besitzen oder ob Marktteilnehmer Spread-Anpassungen bereits im Vorfeld durchführen.
Es handelt sich um eine empirische Analyse von 367 Rating-Events bei 72 Emittenten basierend auf historischen Spread-Daten aus Bloomberg und Rating-Historien von Moody’s.
Im Hauptteil wird der Verlauf von relativen Credit Spreads um das Datum der Rating-Veröffentlichung untersucht, unterteilt nach Agentur, Rating-Art, Bonitätsklasse, Zeitpunkt und Restlaufzeit.
Credit Spread, Rating-Herabstufung, Unternehmensanleihen, Credit Default Swaps, Informationseffizienz und Arbitrage.
Ja, die Arbeit zeigt, dass die Spreadreaktion nach tatsächlichen Downgrades oft stärker ausfällt als nach vorläufigen Review-Ankündigungen.
Aufgrund von Handelsrestriktionen institutioneller Anleger führt eine Herabstufung aus dem Investment-Grade häufig zu erhöhtem Verkaufsdruck, was den Preisdruck-Spread ausweitet.
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