Bachelorarbeit, 2008
36 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Geschichte des Korans in der islamischen Geschichtsschreibung
2.1 Die Sammlung des Korans unter dem Propheten
2.2 Die ʽuṯmānische Redaktion des Korans
2.3 Vor-ʽuṯmānische Kodizes
2.4 Zusammenfassung
3. Die koranischen Siglen
3.1 Einleitungsverse der „chiffrierten“ Suren
3.2 Verszählung
3.3 Surennamen
3.4 Siglen in den vor-ʽuṯmānischen Sammlungen
4. Erklärungstheorien zu Ursprung und Bedeutung von Siglen
4.1 Die Siglen aus der islamischen Sichtweise
4.1.1 Die klassischen Interpretationen der Siglen
4.1.2 Die modernistische Deutung der Siglen als „mathematisches Wunder des Korans“
4.2 Deutungsversuche der Siglen in der westlichen Orientalistik
4.2.1 Die Deutungsversuche nach Eduard GOOSSENS
4.2.2 Sigle als technische Zeichen für die Länge der Suren nach Hans BAUER
4.2.3 Sigle als Abbreviaturen im Zusammenhang mit dem Redaktionsprozess bei Werner SCHMUCKER
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung und die Bedeutung der sogenannten „geheimnisvollen Buchstaben“ (Siglen), die am Anfang zahlreicher Suren des Korans stehen. Ziel ist es, den Forschungsstand sowohl aus der traditionell-islamischen Perspektive als auch aus der historisch-kritischen westlichen Orientalistik kritisch gegenüberzustellen und die verschiedenen Erklärungstheorien auf ihre Plausibilität und wissenschaftliche Fundierung zu prüfen.
3. Die koranischen Siglen
Die 29 Siglen verteilen sich über die erste Hälfte des Korans in den ersten 68 Suren. Sie stehen am Anfang der Sure im ersten oder als erster Vers unmittelbar nach der einleitenden Formel basmala. Entscheidend dabei ist, dass die Siglen nie mitten im Korantext selbst stehen: „die Siglen werden dadurch aus dem Texte herausgehoben und als nicht zu ihm gehörig kenntlich gemacht“. Aus diesem Grunde werden sie in der islamischen Koranforschung al-ḥurūf al-muqaṭṭaʽa oder ḥurūf al-fawātih genannt, was isolierte/getrennte bzw. eröffnende Buchstaben bedeutet. Sie bilden keine eigenständigen Wörter und werden wie die Buchstaben des arabischen Alphabets gelesen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Koranforschung ein und stellt die Relevanz der „geheimnisvollen“ Buchstaben für das Verständnis des Offenbarungstextes dar.
2. Die Geschichte des Korans in der islamischen Geschichtsschreibung: Dieses Kapitel erläutert die traditionelle islamische Sicht auf die Sammlung des Korans vom Propheten bis zur kanonischen Redaktion unter Uthman.
3. Die koranischen Siglen: Hier werden die formalen Merkmale der Siglen, deren Positionierung im Korantext sowie ihre Verteilung in den verschiedenen Suren beschrieben.
4. Erklärungstheorien zu Ursprung und Bedeutung von Siglen: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der islamischen und westlich-orientalistischen Deutungsversuche, von der klassischen Exegese bis hin zur modernen mathematischen Analyse.
5. Schlussfolgerung: Die abschließende Betrachtung fasst die Forschungsprobleme zusammen und betont, dass eine eindeutige Lösung für die Bedeutung der Siglen nach wie vor aussteht.
Koran, Siglen, Offenbarung, Islamische Tradition, Koranredaktion, Uthman, Westliche Orientalistik, Abbreviaturen, Surenanfänge, Exegese, Historisch-kritische Forschung, Buchstabensymbolik, Mathematisches Wunder, Suren, ḥurūf al-fawātiḥ.
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der sogenannten „geheimnisvollen Buchstaben“ (Siglen), die am Anfang vieler Suren im Koran stehen und deren Ursprung und Bedeutung bis heute ein ungelöstes Rätsel der Koranforschung darstellen.
Zentrale Themen sind die Sammlungsgeschichte des Korans, die strukturelle Analyse der Siglen sowie der Vergleich zwischen der traditionellen islamischen Exegese und modernen historisch-kritischen Deutungsansätzen der westlichen Orientalistik.
Das Hauptziel ist es, die Fülle an Erklärungsansätzen für die Siglen zu sichten, kritisch zu bewerten und darzustellen, warum bisher keine einheitliche wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen gefunden werden konnte.
Die Autorin nutzt einen komparativen, historisch-kritischen Ansatz, indem sie vorliegende Quellen aus der islamischen Gelehrsamkeit sowie Forschungsergebnisse westlicher Islamwissenschaftler analysiert und miteinander vergleicht.
Im Hauptteil werden zunächst die Entstehungsgeschichte des Korans sowie die besonderen Merkmale der „chiffrierten“ Suren beleuchtet. Anschließend erfolgt eine tiefgehende Diskussion verschiedener Theorien – von der Interpretation als Abbreviaturen bis hin zu modernen numerologischen Ansätzen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Koran, Siglen, Koranredaktion, Exegese und historisch-kritische Forschung charakterisiert.
Einige Forscher vermuten, dass die Siglen technische Funktionen hatten, um Surengruppen zu markieren, die unabhängig von der späteren kanonischen Längeneinordnung der Suren ursprünglich zusammengehörten.
Die Schwierigkeit liegt darin, dass keine zeitgenössischen Belege existieren und selbst die frühen Kommentatoren keine gesicherte Tradition über die genaue Funktion dieser Buchstaben besaßen, was zu einer Vielzahl oft willkürlicher Deutungsversuche führte.
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