Examensarbeit, 2008
124 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Die Notwendigkeit des Lesens
2.1 Die Entwicklung des Lesens
2.1.1 Die Antike
Exkurs: Platons Kritik an der Schriftlichkeit
2.1.2 Das Mittelalter
2.1.3 Die frühe Neuzeit
2.1.4 Vom Barock zur Aufklärung
2.1.5 Das 18. Jahrhundert
2.1.6 Das 19.Jahrhundert
2.1.7 Das 20. Jahrhundert bis 1945
2.2 Lesen – Eine Definition
2.3 Lesekompetenz
2.4 Lesesozialisation
2.4.1 Sozialisationsinstanz Familie
2.4.2 Sozialisationsinstanz Schule
2.4.3 Sozialisationsinstanz der Gleichaltrigengruppe
3 Veränderungen des Leseverhaltens in der Mediengesellschaft
3.1 Mediale Einflussfaktoren
3.1.1 Fotografie
3.1.2 Phonografie
3.1.3 Telegrafie
3.1.4 Film
3.1.5 Radio
3.1.6 Fernsehen
3.1.7 Computer und Internet
3.2 Veränderungen des Leseverhaltens durch neue Medien
3.2.1 Lesen nach 1945
3.2.2 Notwendigkeit einer Medienkompetenz
3.2.3 Lesekompetenz als Teil der Medienkompetenz
3.2.4 Lesen – aktueller Stand
Exkurs: Die Entwicklung der CD-ROM
3.3 Literarisches Lesen versus Sachlesen
3.3.1 Literarisches Lesen
3.3.2 Sachlesen
3.3.3 Literarisches Lesen versus Sachlesen – Ein Blick in die Zukunft
3.4 Aktuelle Problematik anhand der Ergebnisse international vergleichender Studien
3.4.1 PISA-Studie
3.4.2 IGLU-Studie 2006
3.4.3 JIM-Studie 2007
3.5 Handlungsmöglichkeiten auf die Problematik zu reagieren
3.6 Leseförderung
4 Die Zukunft des Lesens
Exkurs: eBooks – Die Zukunft des Publizierens und Lesens
5 Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Veränderungen des Leseverhaltens in der heutigen Mediengesellschaft und analysiert, wie sich das umfangreiche Medienangebot auf die grundlegende Fähigkeit des Lesens auswirkt. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Relation zwischen traditionellen Printmedien und modernen, digitalen Medien sowie auf die Notwendigkeit von Medien- und Lesekompetenz.
2.1.1 Die Antike
Das Lesen ist, bezogen auf die Geschichte der Menschheit, eine gewissermaßen junge Kompetenz. Man kann, von einigen Vorformen abgesehen, die Anfänge des abendländischen Lesens und Schreibens im Gebrauch von Zählsteinen bzw. symbolischen Tonfigürchen rekonstruieren. Diese waren seit ungefähr 7000 Jahren in Mesopotamien in Gebrauch. Ungefähr 3300 v. Chr. entstand die protosumerische Schrift. Die sumerische Keilschrift war eine Wortschrift, die aus rund 600 Zeichen bestand. Die Zeichen wurden mit spitzen Stiften in weichen Ton geritzt. Bei den überlieferten Schrifttafeln handelt es sich hauptsächlich um Steuerbescheide, Eigentumsverträge sowie staatliche Dokumente. Um 3200-3000 v. Chr. entwickelte sich die teilphonetische Schrift der ägyptischen Hieroglyphen.
Im Laufe der Jahrtausende erhöhte sich die Zahl der Zeichen von etwa 700 auf ungefähr 5000. Die Hieroglyphen stellten ein vollständiges Schriftsystem dar, die die gesprochene Sprache wiedergeben konnte. Es wurden Texte zur Landwirtschaft, Medizin, Erziehung, wie auch Gebete, Legenden, Rechtstexte und Literatur geschrieben. Die Schrift erlaubte es den alten Ägyptern, ihre Geschichte aufzuzeichnen, Königslisten anzulegen oder von wichtigen Begebenheiten zu berichten.
Die nahöstliche bzw. semitische Silbenschrift entstand bei den Phöniziern zwischen 1200-1000 v. Chr.. Die 22 Buchstaben dieser Silbenschrift kommen bereits in etwa dem indoeuropäischen Lautsystem gleich. Zwischen dem 9. und dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurde diese Schrift von den Griechen übernommen und entsprechend ihres Lautsystems umgewandelt. Das erste vollständig ausgebildete phonetische Alphabet mit 24 Buchstaben, Konsonanten wie auch Vokalen, entsteht.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Sorgen um das Lesen in der Mediengesellschaft und führt in die wissenschaftliche Problemstellung ein.
2 Die Notwendigkeit des Lesens: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Lesekultur nach, definiert Lesen und Lesekompetenz und untersucht die Lesesozialisation.
3 Veränderungen des Leseverhaltens in der Mediengesellschaft: Dieser Hauptteil analysiert mediale Einflussfaktoren, die Veränderung des Lesens durch neue Medien und wertet internationale Studien zu Lesekompetenz aus.
4 Die Zukunft des Lesens: Dieses Kapitel wagt einen Ausblick auf die Entwicklungen des Lesens unter Einfluss digitaler Medien wie eBooks.
5 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des Lesens als basale Kulturtechnik hervor.
Leseverhalten, Mediengesellschaft, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Medienkompetenz, Printmedien, Digitalisierung, Leseförderung, PISA-Studie, IGLU-Studie, JIM-Studie, Buchdruck, Medienwandel, Medienentwicklung, Mediennutzung.
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Leseverhaltens im Kontext der rasanten technischen Medienentwicklung und untersucht, ob das Lesen durch moderne Medien verdrängt wird.
Zentral sind die historische Lesegeschichte, die Lesesozialisation in Familie und Schule sowie die Auswirkungen neuer elektronischer Medien auf die Lesekultur.
Das Ziel ist es, das aktuelle Leseverhalten zu analysieren und aufzuzeigen, warum Lesekompetenz auch in einer digital geprägten Gesellschaft eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation bleibt.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Theorieanalyse sowie auf die Auswertung internationaler Vergleichsstudien wie PISA, IGLU und JIM.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse medialer Einflussfaktoren (von der Fotografie bis zum Internet) und die daraus resultierenden Veränderungen des Lesens sowie Ansätze zur Leseförderung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Lesekompetenz, Medienkompetenz, Lesesozialisation und den Wandel der Medienlandschaft geprägt.
Die Familie ist die primäre Instanz für den Schriftsprachenerwerb; positive Vorbilder und frühe Vorlesesituationen entscheiden maßgeblich über die spätere Entwicklung der Lesekompetenz.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das gedruckte Buch zwar an Bedeutung durch digitale Alternativen verliert, aber als Kulturtechnik und zur vertieften Rezeption weiterhin Bestand haben wird.
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