Examensarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das soziale Lernen
2.2 Das „soziale Klima“ einer Lerngruppe
2.3 Die Klasse als zentraler Ort des sozialen Lernens
2.4 Der Klassenrat als interaktive Praxis
2.4.1 Reformpädagogische Wurzeln
2.4.2 Rahmenbedingungen und Voraussetzungen
2.4.3 Begründung und Zielsetzung
3. Entwicklung und Durchführung des Klassenrats in der Lerngruppe
3.1 Lerngruppenbeschreibung und Lernausgangslage
3.1.1 Allgemeine Lernbedingungen
3.1.2 Spezielle Lernbedingungen
3.1.2.1 Das „soziale Klima“ der Lerngruppe
3.2 Didaktische Begründungen des Vorhabens
3.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsperspektive
3.2.2 Bezüge zum Rahmenplan, dem Bildungs- und Erziehungsplan von 0-10 Jahren sowie den Bildungsstandards im Fachbereich Deutsch
3.3 Gestaltung des Klassenrats und methodische Vorgehensweise
3.3.1 Regeln
3.3.2 Rolle der Lehrperson
3.3.3 Ämtervergabe
3.3.4 Interaktionen
3.4 Übersicht der geplanten Teilvorhaben
3.5 Lernziele des Vorhabens
3.6 Überprüfung der angestrebten Ziele
4. Reflektierende Dokumentation und Auswertung des Unterrichtsvorhabens
4.1 Durchführung des Klassenrats
4.1.1 Einführungsstunde
4.1.2 Weitere Durchführung
4.1.3 Zwischenreflexion und Ausblick
4.2 Auswirkungen auf die Lerngruppe
5. Resümee und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung einer wöchentlichen Klassenratstunde in einem dritten Grundschuljahr dazu beitragen kann, das soziale Klima innerhalb der Lerngruppe nachhaltig zu verbessern und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung von Partizipation und konstruktiver Konfliktlösung.
2.4 Der Klassenrat als interaktive Praxis
Ebenso wie in der Literatur eine Vielzahl von Konzeptionen und Ansätzen zum sozialen Lernen zu finden sind, gibt es verschiedene Modelle zum Klassenrat, die auf historischer Basis den Ursprung darstellen. Ich habe mich für zwei grundlegende Konzepte nach Freinet und Dreikurs/Grunwald/Pepper entschieden, die ich anschließend aufzeige und hinsichtlich der Rahmenbedingungen sowie der Begründung und Zielsetzung ergänzen werde.
Die reformpädagogischen Wurzeln des Klassenrats gehen auf Célestin Freinet zurück, der in der Literatur als Begründer dargestellt wird und dessen pädagogische Grundprinzipien auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Selbstverantwortlichkeit des Kindes, die Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt im schulischen Kontext abzielen. Die Freinet-Pädagogik verfolgt dabei das Ziel, dass jeder Mensch, infolgedessen auch jeder Schüler, das Recht auf Verschiedenheit besitzt. Die Schule übernimmt dabei die Aufgabe, die spezifischen Bedürfnisse ihrer Schüler einzubeziehen und nicht zu einem „Typ“ zu formen. Zur Verwirklichung dieser Grundprinzipien entwickelte Freinet verschiedene Arbeitsmittel, Methoden bzw. Techniken (vgl. 3.3.4). Dabei beschreibt er den Baustein Klassenrat als unentbehrliche Institution und „demokratische Gesprächrunde zu festgelegten Zeiten, in der sich Schüler und Lehrkräfte gemeinsam mit konkreten Situationen aus der Unterrichtsgestaltung und –planung beschäftigen.“
Im Kreis werden Probleme und anstehende Vorhaben besprochen sowie das Klassenleben organisiert. Die Planung verschiedener Vorhaben, der Erfahrungsaustausch, die Ämtervergabe sowie das Lösen von Konflikten und Problemen innerhalb der Lerngruppe werden so zum Inhalt des Klassenrates. Die Lehrperson bekommt dabei die gleichen Rechte und Pflichten auferlegt wie die Kinder, kann aber als Berater fungieren. Der Klassenrat wird von einem Kind, dem „Präsidenten“ geleitet, der von der Klasse auf unbestimmte Zeit gewählt wird. Der Präsident stellt dabei die Exekutive dar und hat die Aufgaben, den Klassenrat zu eröffnen, die Gesprächsleitung zu übernehmen, auf die Einhaltung der Regeln zu verweisen, Abstimmungen durchzuführen, neue Beschlüsse zu formulieren und die Sitzung zu beenden.
1. Einleitung: Darstellung der Problemlage in einem dritten Schuljahr, insbesondere hinsichtlich Störungen durch alltägliche Konflikte, sowie die Begründung der Wahl des Klassenrats als pädagogisches Instrument.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Bedeutung von sozialem Lernen, sozialem Klima und dem Klassenrat unter Rückgriff auf reformpädagogische Ansätze wie die Konzepte von Freinet und Dreikurs.
3. Entwicklung und Durchführung des Klassenrats in der Lerngruppe: Beschreibung der konkreten Lernausgangslage, der didaktischen Begründung und der geplanten methodischen Gestaltung des Klassenrats.
4. Reflektierende Dokumentation und Auswertung des Unterrichtsvorhabens: Analyse und Reflexion der praktischen Durchführung, der Schülerbeteiligung und der beobachteten Auswirkungen auf die Lerngruppe.
5. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Vorhabens, Reflexion der Wirksamkeit und Ausblick auf die Weiterführung der Klassenratstunde nach den Ferien.
Klassenrat, soziales Lernen, Klassenklima, Konfliktlösung, Partizipation, soziale Kompetenz, Freinet-Pädagogik, Selbstwirksamkeit, demokratische Erziehung, Grundschule, Lerngruppe, Kommunikation, Feedback-Kultur, Eigenverantwortung, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit behandelt die Implementierung und Evaluation eines Klassenrats in einem dritten Schuljahr zur Verbesserung des sozialen Klimas.
Die zentralen Felder sind soziales Lernen, Konfliktbewältigung, Partizipation der Schüler und der Aufbau einer demokratischen Gesprächskultur.
Ziel ist es zu untersuchen, ob durch einen Klassenrat die Konfliktbelastung im Unterricht sinkt und soziale Kompetenzen der Kinder gestärkt werden.
Die Arbeit basiert auf eigenen Empirien durch teilnehmende Beobachtung, Fragebogenauswertungen sowie schriftliche und mündliche Reflexionen.
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die konkrete Planung, Durchführung und die reflektierte Auswertung des Unterrichtsvorhabens detailliert beschrieben.
Klassenrat, soziales Klima, Konfliktlösung, Partizipation, soziale Kompetenz und demokratische Erziehung sind prägend.
Die Kinder nutzen die „Gefühle-Box“ zum Sammeln von Anliegen und moderieren Konflikte mit Unterstützung der Lehrperson, wobei zunehmend auf eine selbstständige Leitung durch gewählte Präsidenten gesetzt wird.
Die Schüler zeigten ein hohes Engagement, eine große Motivation bei der Mitbestimmung und forderten die Sitzung eigenständig ein.
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