Magisterarbeit, 2007
112 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Zielstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsklärung, Thesenfindung und Vorgehensweise
2.1 Begriffsklärungen
2.1.1 Allgemein
2.1.2 Schwankobjekte
2.1.3 Handlung der Figuren - Aktion der Figuren
2.1.4 Aktionsmuster – Erkenntnisfähigkeit – Reaktionsmuster
2.1.5 Historien – Lehrhaftigkeit
2.1.6 Schwank
2.1.7 Schwankroman
2.2 Quellen
2.2.1 Ur-Ulenspiegel
2.2.2 Straßburger Druck 1510/11
2.2.3 Straßburger Druck 1515
2.2.4 Straßburger Druck 1519
2.2.5 Fazit
2.3 Thesenfindung
2.3.1 Autorwerk
2.3.2 Schriftliche Fixierung einer mündlichen Tradition
2.3.3 Autorbegriff
2.3.4 These der vorliegenden Arbeit
2.4 Vorgehensweise
2.4.1 Fünf Analysekategorien
2.4.2 Beispiel einer Historienanalyse
3 Die Schwankobjekte im Ulenspiegelbuch
3.1 Gliederung
3.2 Fürsten / Adelige
3.2.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.2.2 Direkte Opfer
3.2.3 Mittel zum Zweck
3.2.4 Auftraggeber
3.2.5 Fazit Adelige
3.2.6 Exkurs: Habgier
3.3 städtische Obrigkeit
3.3.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.3.2 Direkte Opfer
3.3.3 Mittel zum Zweck
3.3.4 Auftraggeber
3.3.5 Fazit städtische Obrigkeit
3.3.6 Exkurs: Unvorsichtigkeit
3.4 Gelehrte
3.4.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.4.2 Direkte Opfer
3.4.3 Mittel zum Zweck
3.4.4 Auftraggeber
3.4.5 Fazit Gelehrte
3.4.6 Exkurs: Hochmut
3.5 Händler / Kaufleute
3.5.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.5.2 Direkte Opfer
3.5.3 Mittel zum Zweck
3.5.4 Auftraggeber
3.5.5 Fazit Händler / Kaufleute
3.5.6 Exkurs: Einfalt
3.6 Handwerker
3.6.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.6.2 Direkte Opfer
3.6.3 Mittel zum Zweck
3.6.4 Auftraggeber
3.6.5 Fazit Handwerker
3.6.6 Exkurs: Torheit
3.7 Wirte
3.7.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.7.2 Direkte Opfer
3.7.3 Mittel zum Zweck
3.7.4 Auftraggeber
3.7.5 Fazit Wirte
3.7.6 Exkurs: korrektes Verhalten bei Überlistung
3.8 Gehilfen / Bedienstete
3.8.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.8.2 Direkte Opfer
3.8.3 Mittel zum Zweck
3.8.4 Auftraggeber
3.8.5 Fazit Gehilfen
3.9 Bauern
3.9.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.9.2 Direkte Opfer
3.9.3 Mittel zum Zweck
3.9.4 Auftraggeber
3.9.5 Fazit Bauern
3.10 ‚Pfaffen’
3.10.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.10.2 Direkte Opfer
3.10.3 Mittel zum Zweck
3.10.4 Auftraggeber
3.10.5 Fazit Pfaffen
3.11 Frauen
3.11.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.11.2 Direkte Opfer
3.11.3 Mittel zum Zweck
3.11.4 Auftraggeber
3.11.5 Fazit Frauen
3.12 ‚Krüppel’
3.12.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.12.2 Direkte Opfer
3.12.3 Mittel zum Zweck
3.12.4 Auftraggeber
3.12.5 Fazit ‚Krüppel’
3.13 Menge
3.13.1 Gruppierung der Schwankobjekte
3.13.2 Direkte Opfer
3.13.3 Mittel zum Zweck
3.13.4 Auftraggeber
3.13.5 Fazit Menge
4 Ergebnisse
4.1 Aktionsmuster
4.2 Erkenntnisfähigkeit
4.3 Reaktionsmuster
4.4 Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, ein zugrunde liegendes Konzept in der Figurendarstellung des Ulenspiegel-Buches zu rekonstruieren. Anstatt den Fokus auf den Protagonisten Till Eulenspiegel zu legen, analysiert der Autor die Interaktionsbeziehungen zwischen dem Schwankhelden und den sogenannten Schwankobjekten, um so Rückschlüsse auf die Produktionsweise des Werkes zu ziehen.
2.1.2 Schwankobjekte
Figuren, die in direkten Kontakt mit Eulenspiegel treten und die Schwankhandlung beeinflussen, werden als Schwankobjekte definiert. Es ergeben sich zwei Kriterien für die Bestimmung einer Figur als Schwankobjekt: Erstens müssen sie mit Eulenspiegel in Interaktion treten. Zweitens müssen sie einen Einfluss auf den Handlungsverlauf der Historie haben. Am wichtigsten ist ihre Bedeutung für den Handlungsverlauf. Figuren ohne konkrete Funktion und Bedeutung für die Schwankhandlung zählen nicht als Schwankobjekte. Diese Einschränkung filtert Figuren aus, die nur am Rand der Historien erwähnt werden und für deren inhaltlichen Verlauf unwichtig sind.
Schwankobjekte interagieren mit Till Eulenspiegel. Resultat der Interaktion ist die Überlistung eines Schwankobjekts. Diese List kann von einem Schwankobjekt selbst erfahren, ermöglicht oder sogar motiviert werden. Es muss hierbei zwischen direkten Opfern und Vermittlern unterschieden werden. Direkte Opfer werden selbst zum Gegenstand einer List und erleiden einen Schaden. Mittler sind entweder Auftraggeber einer List oder ermöglichen die Überlistung einer anderen Figur (Mittel zum Zweck).
Neben Schwankobjekt werden weiterhin Figur und die entsprechende Berufsbezeichnung verwendet.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Till Eulenspiegel in der deutschen Literatur dar und formuliert das Ziel der Arbeit, das Verhältnis von Schwankobjekten zum Helden zu untersuchen.
2 Begriffsklärung, Thesenfindung und Vorgehensweise: Das Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Schwankobjekte, Handlungsfunktionen und Aktionsmuster und begründet die methodische Auswahl der Quellen.
3 Die Schwankobjekte im Ulenspiegelbuch: Der Hauptteil gliedert das Figurenpersonal nach gesellschaftlichen Positionen und untersucht für jede Gruppe deren Handlungsweise sowie deren Rolle in der Schwankhandlung.
4 Ergebnisse: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Aktions- und Reaktionsmuster, die ein strukturiertes Sinnkonzept des Eulenspiegel-Buches belegt und für eine bewusste Autorengestaltung spricht.
Ulenspiegel, Schwank, Schwankobjekte, Aktionsmuster, Reaktionsmuster, Erkenntnisfähigkeit, Literaturanalyse, Historien, Soziale Struktur, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Autorwerk, Textanalyse, Handlungsfunktion, Narr
Die Arbeit untersucht das Ulenspiegel-Buch unter dem speziellen Fokus der sogenannten Schwankobjekte, um die zugrunde liegende Struktur der Handlungsverläufe zu verstehen.
Im Zentrum stehen die Klassifizierung von Figuren nach sozialen Gruppen, die Identifikation von moralischen Makeln (Aktionsmustern) und die Analyse von Reaktionen auf Eulenspiegels Streiche.
Das primäre Ziel ist die Rekonstruktion eines Konzepts, das der Darstellung der Einzelhistorien zugrunde liegt, um die Produktionsweise des Ulenspiegel-Buches besser einordnen zu können.
Die Untersuchung erfolgt durch eine systematische Textanalyse aller relevanten Historien, wobei fünf Analysekategorien – von der sozialen Funktion bis zur Reaktion der Figur – angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert das Figurenpersonal nach Berufsgruppen wie Adelige, Gelehrte, Handwerker, Wirte und Bauern und analysiert deren spezifische Rolle in den jeweiligen Schwänken.
Die wichtigsten Schlagworte sind Schwankobjekte, Aktionsmuster, Erkenntnisfähigkeit, Eulenspiegel und Literaturanalyse.
Diese Differenzierung erlaubt es, die unterschiedlichen Grade der Einbindung von Schwankobjekten in die narrativen Strategien von Eulenspiegel präzise zu erfassen.
Die Einfalt dient als zentraler moralischer Makel, der das Erkenntnisdefizit der Figuren markiert und Eulenspiegel erst in die Lage versetzt, seine Streiche erfolgreich durchzuführen.
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