Examensarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Historisch-Systematische Einordnung
2.1 Jugendliteratur im Wandel
2.1.1 Entwicklung der Erziehungsabsicht in der Jugendliteratur
2.1.2 Entwicklung der fantastischen Jugendliteratur
2.2 Realität, fiktionale Wirklichkeit und Fantasie
3. Analyse der Realitätskonstruktionen
3.1 Autor – Leser – Verhältnis
3.1.1 Kommunikationssituation
3.1.2 Kommentare und Sympathielenkung des Erzählers
3.1.3 Illustrationen und Paratext
3.2 Sprache und Stil der Jugendromane
3.2.1 Erzählsprache und Handlungsstruktur
3.2.2 Romandialog und Figurenrede
3.3 Figurendarstellung
3.3.1 Jugendbuchhelden als Identifikationsfiguren
3.3.2 Kindliche Perspektive als Identifikationsmöglichkeit
3.3.3 Jugendbuchhelden als kleine Erwachsene
3.4 Problembewältigung
3.4.1 Bewältigung innerhalb der fiktionalen Realität
3.4.2 Bewältigung durch die Fantasiewelt
4. Fazit
5. Siglenverzeichnis
6. Bibliografie
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
6.3 Internetquellen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Realitätskonstruktionen und Erziehungsabsichten in ausgewählten Jugendromanen des 20. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie Autoren durch Erzähltechniken, Sprache und Figurendarstellung versuchen, jugendliche Leser in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und zur Reflexion über ihre Lebenswelt anzuregen, ohne dabei den pädagogischen Charakter der Texte zu offensichtlich hervorzuheben.
3.1.2 Kommentare und Sympathielenkung des Erzählers
Der Erzähler in Jugendromanen kann verschiedene Erzählpositionen einnehmen. Als auktorialer Erzähler, der jedoch nicht mit dem Autor gleichzusetzen ist, tritt er in diegetisch-fiktionalen Texten auf der Erzählerebene auf und berichtet über eine Geschichte, die dem Zeitpunkt des Erzählens vorgelagert ist. Diese Erzählform findet sich zum Beispiel in Kästners Emil und die Detektive und Der 35. Mai. Der Erzähler hat hier die Möglichkeit eine gezielte Sympathielenkung zu betreiben: „Der jugendliche Leser identifiziert sich zunächst mit dem Erzähler des Buches, und er identifiziert sich mit den Figuren nur deshalb, weil sie ihm von einem sympathischen Erzähler auf sympathische Weise vorgestellt worden sind.“80
Eine Erzählperspektive, die sich in der Jugendliteratur erst allmählich entwickelte, aber schließlich durchsetzen konnte, taucht in mimetisch-fiktionalen Texten auf. Der Erzähler berichtet aus der Sicht der Protagonisten, wodurch er als Erzähler nicht mehr erkennbar ist und auch die Erzählebene wegfällt. Ein Beispiel dafür ist Cornelia Funkes Roman Die Wilden Hühner. Daneben gibt es weitere Texte, die eine Mischform der beiden Erzählpositionen aufweisen, wozu sich Der mechanische Prinz von Andreas Steinhöfel zählen lässt, da sich in diesem Roman die Perspektive einer Erzählerfigur und die des Protagonisten abwechseln.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Jugendroman und legt das theoretische Fundament für die Untersuchung von Realitätskonstruktionen und Erziehungsabsichten in der Jugendliteratur.
2. Historisch-Systematische Einordnung: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Jugendliteratur und ihrer Erziehungsziele vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne nach und beleuchtet die Entstehung der fantastischen Jugendliteratur.
3. Analyse der Realitätskonstruktionen: Der Hauptteil untersucht detailliert, wie Autoren durch Erzählweisen, Sprache, Figurenkonstellationen und Problembewältigungsmuster die Wahrnehmung der Leser steuern und Identifikationsangebote schaffen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont, dass sowohl realistische als auch fantastische Jugendromane trotz unterschiedlicher Gattungsmerkmale ähnliche Strategien der Leserlenkung und erzieherischen Beeinflussung verfolgen.
5. Siglenverzeichnis: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Kürzel für die Primärliteratur.
6. Bibliografie: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen.
Jugendroman, Realitätskonstruktion, Erziehungsabsicht, Jugendliteratur, Identifikation, Erzählstrategien, Sozialisation, Phantastik, Realismus, Leserlenkung, Persönlichkeitsentwicklung, Problembewältigung, Kommunikation, Perspektive, Literaturdidaktik.
Die Arbeit analysiert, wie Autoren von Jugendromanen durch die Konstruktion einer fiktiven Realität Einfluss auf die jugendliche Leserschaft nehmen, um erzieherische Ziele zu verfolgen und Identifikationsangebote zu schaffen.
Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen Autor, Erzähler und Leser, die Gestaltung von Sprache und Stil für unterschiedliche Altersgruppen, die Darstellung jugendlicher Helden als Identifikationsfiguren sowie die Methoden der Problembewältigung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Realitätskonstruktionen in realistischen und fantastischen Werken eingesetzt werden, um die Lücke zwischen der Welt der Erwachsenen und der Jugendlichen zu überbrücken und eigenständiges Denken zu fördern.
Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten im Vergleich, unterstützt durch kommunikations- und erziehungstheoretische Ansätze, um die Wirkung der Texte auf den jugendlichen Leser zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Autor-Leser-Verhältnisses, die sprachliche Gestaltung, die Figurenanalyse sowie verschiedene Ansätze zur Bewältigung von Alltagsproblemen innerhalb der Fiktion.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jugendliteratur, Realitätskonstruktion, Sozialisation, Identifikationsfigur und Erziehungsabsicht definiert.
Während realistische Romane Probleme innerhalb des Alltags der Figuren lösen und den Leser zur direkten Nachahmung anregen, nutzt fantastische Literatur die Distanz einer Parallelwelt, um Probleme aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und Reflexionsprozesse anzustoßen.
Die kindliche Perspektive dient in den Werken von Kästner primär dazu, dem jungen Leser eine niedrigschwellige Identifikationsmöglichkeit zu bieten, während sie gleichzeitig dazu genutzt wird, durch eine "Verkehrte Welt" gesellschaftskritische Anspielungen für ältere Rezipienten einzubetten.
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