Examensarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundinformationen zum Bogen
2.1 Die Definition des Begriffes „Bogen“
2.2 Aufbau eines Bogens
3. Konstruktion einer Bogenbrücke
3.1 Grundlagen zur Konstruktion eines Bogens
3.1.1 Spannungskräfte bei Balkenbrücken
3.1.2 Spannungskräfte bei Bogenbrücken
4. Entwicklung der Bogenbrücke in Europa bis zum Beginn der Neuzeit
4.1 Vorgeschichte des Brückenbaus
4.2 Erste belegbare Brückenbauten
4.3 Der Bau von Bogenbrücken zu Zeiten der Römer
4.3.1 Aufbau der Bogenbrücke
4.3.2 Auswahl besonderer römischer Bogenbrücken
4.4 Brücken im Mittelalter
5. Geschichte der Ponte Santa Trinità
6. Mögliche Konstruktionen der Ponte Santa Trinità vor 1944
6.1 GeoGebra 3.0
6.2 Konstruktion anhand eines Korbbogens
6.2.1 Definition des Korbbogens
6.2.2 Aufbau des sechsfachen Korbbogens
6.2.3 Mögliche Konstruktion durch einen sechsfachen Korbbogen
6.3 Konstruktion anhand einer Kettenlinie
6.3.1 Definition der Kettenlinie
6.3.2 Kosinus Hyperbolicus
6.3.2.1 Definition des Kosinus Hyperbolicus
6.3.2.2 Vergleich des Kosinus Hyperbolicus mit einer Parabel
6.3.3 Aufbau der Kettenlinie
6.3.4 Rekonstruktion durch Gizdulich als Kettenlinie
7. Widersprüche bezüglich der Bogenformen
7.1 Bezogen auf Sechsfacher Korbbogen
7.2 Bezogen auf Kettenlinie
8. Fazit
Die Arbeit untersucht mittels moderner Computersoftware die historische Bogenform der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und rekonstruierten Ponte Santa Trinità in Florenz, um die wissenschaftliche Plausibilität der konkurrierenden Thesen zu prüfen, ob es sich ursprünglich um einen sechsfachen Korbbogen oder eine Kettenlinie gehandelt hat.
6.2.3 Mögliche Konstruktion durch einen sechsfachen Korbbogen
Zum möglichen früheren Aufbau der Ponte Santa Trinità durch einen sechsfachen Korbbogen, können in der heutigen Zeit nur noch Spekulationen aufgestellt werden. Die Gründe hierfür sind, neben der Zerstörung im Jahre 1944, fehlende Originalquellen der Konstruktion aus dem 16. Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten machten sich jedoch immer wieder Wissenschaftler und Bautechniker Gedanken über den Aufbau der Brücke. Ein ganzes Werk zu der Brücke wurde im Jahr 1808 von Pietro Ferroni geschrieben. Pietro Ferroni, der von 1745 bis 1825 in Italien lebte, war zu seiner Zeit einer der größten Wissenschaftler Italiens und lehrte Mathematik in Pisa; daher werde ich auf die folgende Zeichnung aus seinem Buch genauer eingehen.
Voranzustellen ist die Feststellung, wie hilfreich sich in der heutigen Zeit die Anwendung von Computersoftware bei der Analyse einer solchen Zeichnung erweist. Bei einer ersten und vorläufig reinen Betrachtung der beiden, in der Zeichnung verwendeten Maßeinheiten könnte die Annahme entstehen, dass drei Maßeinheiten in K1M gleich einer Maßeinheit in K2M sind. Dies würde aber bedeuten, dass die Länge K1M um 1/25 größer sei als die Länge K2M und somit ein Fehler in der Zeichnung vorhanden wäre. Durch die Verwendung der Software GeoGebra 3.0 kann dies jedoch schnell widerlegt werden.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die geschichtliche Problematik der Bogenform der Ponte Santa Trinità und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor, diese mittels Computersimulationen zu analysieren.
2. Grundinformationen zum Bogen: Hier werden die begriffliche Definition des Bogens sowie sein grundlegender technischer Aufbau erläutert.
3. Konstruktion einer Bogenbrücke: Dieses Kapitel behandelt die auf Brücken einwirkenden Lasten und die daraus resultierenden Spannungskräfte im direkten Vergleich von Balken- und Bogenbrücken.
4. Entwicklung der Bogenbrücke in Europa bis zum Beginn der Neuzeit: Ein historischer Abriss von den prähistorischen Anfängen über römische Pionierleistungen bis hin zu mittelalterlichen Brückenbauten.
5. Geschichte der Ponte Santa Trinità: Detaillierte Darstellung der Baugeschichte der Brücke, der Zerstörungen und der Rolle von Bartolommeo Ammannati und Ricardo Gizdulich.
6. Mögliche Konstruktionen der Ponte Santa Trinità vor 1944: Eine tiefgehende technische Untersuchung mittels GeoGebra, die sowohl den Korbbogen als auch die Kettenlinie mathematisch rekonstruiert.
7. Widersprüche bezüglich der Bogenformen: Ein kritischer Abgleich empirischer Datenpunkte mit den theoretischen Modellen, der die Schwächen beider Ansätze aufzeigt.
8. Fazit: Die abschließende Bewertung kommt zu dem Ergebnis, dass weder der Korbbogen noch die Kettenlinie die historische Bogenform zweifelsfrei erklären können.
Ponte Santa Trinità, Florenz, Bogenbrücke, Korbbogen, Kettenlinie, GeoGebra, Ammannati, Gizdulich, Baustatik, Rekonstruktion, Historische Brücken, Kosinus Hyperbolicus, Architekturgeschichte, Geometrische Analyse, Statik
Die Arbeit analysiert die historische Bogenform der Ponte Santa Trinità in Florenz und bewertet mithilfe moderner Software die Hypothesen, ob es sich um einen Korbbogen oder eine Kettenlinie handelte.
Sie deckt die Geschichte der Brückenbautechnik, die mathematische Geometrie von Kurvenformen sowie die historische Dokumentationsanalyse ab.
Das primäre Ziel ist es, unter Verwendung von Computersimulationen zu prüfen, ob die heutige Rekonstruktion der Bogenform mathematisch-geometrisch mit den historischen Gegebenheiten vereinbar ist.
Es wird eine deskriptive historische Analyse mit einer computergestützten geometrischen Modellierung (unter Verwendung von GeoGebra) kombiniert, um Hypothesen an empirischen Datensätzen zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Bogenbrückentechnik, eine mathematische Herleitung von Korbbögen und Kettenlinien sowie eine kritische Datenanalyse unter Einbeziehung von Fachquellen.
Die Arbeit zeichnet sich durch den interdisziplinären Ansatz aus, der historische Quellenkritik mit modernen mathematischen Werkzeugen zur Konstruktionsanalyse verknüpft.
Gizdulich leitete den Wiederaufbau der Brücke nach 1944 und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Theorie der Kettenlinie als Formvorbild bei der Rekonstruktion etabliert wurde.
Die Analyse der Messdaten und der Geometrie zeigt deutliche Abweichungen, weshalb die Konstruktion als sechsfachen Korbbogen als wissenschaftlich unwahrscheinlich eingestuft wird.
Auch die Kettenlinien-Theorie weist bei einem direkten Vergleich mit den 31 analysierten Punkten signifikante Diskrepanzen auf, was zu einer ablehnenden Schlussfolgerung führt.
Es stellt sich die Frage, ob eine Ellipsenform die tatsächliche Bogenform der Ponte Santa Trinità besser beschreiben könnte, da auch für diese Hypothese erste Hinweise in der Analyse sichtbar werden.
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