Diplomarbeit, 2008
173 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Themenrelevante Grundlagen
2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen der Abschlussprüfung
2.1.1. Prüfungspflicht
2.1.2. Prüfungsgegenstand
2.1.3. Bestellung und Abberufung des Abschlussprüfers
2.1.4. Funktionen der Abschlussprüfung
2.1.4.1. Die Informationsfunktion
2.1.4.2. Die Kontrollfunktion
2.1.4.3. Die Beglaubigungsfunktion
2.1.5. Die Außenwirkung des Bestätigungsvermerks
2.1.5.1. Aufgaben und Inhalt des Bestätigungsvermerks
2.1.5.2. Modalitäten des Bestätigungsvermerks
2.1.5.3. Ergänzende Anmerkungen zum Bestätigungsvermerk
2.2. Anforderungen an die Person des Abschlussprüfers
2.2.1. Zugang zum Beruf des Wirtschaftsprüfers/vereidigten Buchprüfers
2.2.2. Aufgaben des Wirtschaftsprüfers
2.2.3. Die Berufsgrundsätze
2.2.4. Die Unabhängigkeit als ein elementarer Berufsgrundsatz
2.2.4.1. Definition und Erscheinungsformen der Unabhängigkeit
2.2.4.2. Gefährdung der Unabhängigkeit und Ausschlusstatbestände
2.2.4.3. Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit durch den Gesetzgeber
2.2.4.4. Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit durch den Berufsstand in Form einer Berufsaufsicht
2.3. Prüferlandschaft in Deutschland
2.3.1. Prüfermarkt
2.3.2. Marktzugang und Eintrittsbarrieren
2.3.3. Die Prüfungsgesellschaften
2.3.3.1. Die „Big Four“ bzw. „Big Five“ in Deutschland
2.3.3.2. Second-Tier und mittelständische Gesellschaften
3. Ursachen für einen Prüferwechsel
3.1. Theoretische Erklärungsansätze für einen Prüferwechsel
3.1.1. Neue Institutionenökonomik
3.1.1.1. Transaktionskostenökonomik
3.1.1.2. Die Prinzipal-Agent-Theorie
3.1.2. Das Quasi-Renten-Modell und Low-balling
3.2. Gesetzliche Aspekte des Prüferwechsels
3.2.1. Interner und externer Prüferwechsel in Deutschland
3.2.1.1. Interner Prüferwechsel
3.2.1.2. Die externe oder obligatorische Rotation
3.2.2. Prüferwechsel auf internationaler Ebene
3.3. Ökonomische Motive für einen externen Prüferwechsel
3.3.1. Kostengründe
3.3.2. Expansion des Unternehmens und Marktzwänge
3.3.3. Reputationswirkung der gewählten Prüfungsgesellschaft
3.3.4. Das Phänomen des „opinion shopping“
3.3.5. Der Eigentümerwechsel
3.4. Zwischenfazit
4. Empirische Erhebung des externen Prüferwechsels bei börsennotierten Unternehmen
4.1. Vorgehensweise der Untersuchung
4.2. Beschreibung der Stichprobe
4.2.1. Börsensegmente/Indizes der Deutschen Börse
4.2.1.1. DAX
4.2.1.2. MDAX
4.2.1.3. SDAX
4.2.1.4. TecDAX
4.2.2. Auswahl der Unternehmen – Bereinigung der Stichprobe
4.3. Ergebnisse der Betrachtung
4.3.1. Strukturelle Verteilung der Prüfungsmandate innerhalb der einzelnen Indizes
4.3.2. Anzahl und Richtung der (echten und unechten) externen Prüferwechsel sowie Erklärungsversuche für die Hintergründe und Ursachen
4.3.2.1. Die Analyse des DAX
4.3.2.2. Die Analyse des MDAX
4.3.2.3. Die Analyse des SDAX
4.3.2.4. Die Analyse des TecDAX
4.3.3. Agency-theoretische Erklärungsversuche für den Prüferwechsel
4.3.4. Besonderheiten und Auffälligkeiten bei den bereinigten Unternehmen
4.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Kritische Würdigung
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Dynamik und die Gründe für einen externen Prüferwechsel bei börsennotierten Unternehmen in Deutschland zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Status die deutsche Prüferlandschaft einnimmt und welche ökonomischen sowie theoretischen Faktoren – unter Einbezug der Neuen Institutionenökonomik und Prinzipal-Agent-Theorie – reale Prüferwechsel beeinflussen.
1.1. Problemstellung
„It looks like things have settled down (…) with more people seeming to be happy where they are.“ Mit dieser Charakterisierung des amerikanischen Prüfermarktes endet eine Pressemitteilung über den seltenen Fall des Mandatsverlusts auf Seiten einer sog. Big Four Gesellschaft zu Gunsten einer kleineren Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. In der Mitteilung wird betont, dass ein Wechsel der Prüfungsgesellschaft selten in dieser Richtung stattfindet bzw. seit einigen Jahren sogar stagniert. Ausnahmen sind mit kosteneinsparenden Motiven seitens der Unternehmen zu begründen. Das obige Zitat könnte als Motivation und Ausgangspunkt dieser Arbeit verstanden werden: Es gilt zu analysieren, welchen Status die deutsche Prüferlandschaft einnimmt. In diesem Zusammenhang werden zwei Problembereiche deutlich. Auf der einen Seite ist es die mangelnde Normierung bestimmter Unabhängigkeitsanforderungen, die auf Grund der ablehnenden Haltung der Praxis nicht zu realisieren sind, und auf der anderen Seite der scheinbar kaum existierende Wettbewerb um die großen Mandate der börsennotierten Unternehmen.
In den letzten Jahren sind die Schlagwörter „Bilanzskandal“, „Vertrauenskrise“, „Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer“ oder auch „Qualitätskontrolle, -sicherung und -steigerung“ vielfach in der Literatur diskutiert worden, und auch die jüngsten Ereignisse bei Siemens lassen immer wieder Stimmen laut werden, welche den Markt für Abschlussprüfungen regulieren, transparenter und kontrollierbarer machen wollen. Der Einfluss des Abschlussprüfers und seine eigene Beeinflussbarkeit, die Undurchsichtigkeit seiner Arbeit, die Stellung als Experte eines schier undurchschaubaren Regelungssystems und die Verantwortlichkeit der Abschlussprüfer waren immer wieder Thema in der Presse. Die Erwartungen, welche die Öffentlichkeit an die Prüfer und ihre Unterschrift bzw. ihr Siegel stellte, konnte auf Grund kollidierender Interessen nicht erfüllt werden, so dass immer mehr Kontrolle und Transparenz gefordert wurde. Betrachtet man die „Schlagzahl“ der Bemühungen der Legislativen, die jedoch hauptsächlich ex post in Reaktion anstatt ex ante in präventiver Aktion handelten, werden die Versuche der Reguliegung ersichtlich: Gesetze wie das KonTraG (1998), das BilReG (2004), das APAG (2004) oder das BarRefG (2007) reformierten die gesetzlichen Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und unterstützten die Position derjenigen, die mehr Stärkung derselben, Überwachung und Transparenz in der Institution der Wirtschaftsprüfer forderten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, welche den Mangel an Wettbewerb und die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer bei börsennotierten Unternehmen thematisiert.
2. Themenrelevante Grundlagen: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen, Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer sowie die Struktur des deutschen Prüfermarktes detailliert dargelegt.
3. Ursachen für einen Prüferwechsel: Dieses Kapitel erläutert theoretische Erklärungsansätze für Prüferwechsel, insbesondere basierend auf der Neuen Institutionenökonomik und dem Quasi-Renten-Modell.
4. Empirische Erhebung des externen Prüferwechsels bei börsennotierten Unternehmen: Es folgt eine quantitative Analyse der Mandatsverteilung in den Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX im Zeitraum von 2000 bis 2007, um Ursachen und Bewegung in diesem Sektor zu identifizieren.
5. Kritische Würdigung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier vor dem Hintergrund der methodischen Einschränkungen reflektiert.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und ordnet sie in das aktuelle Geschehen am deutschen Prüfermarkt ein.
Wirtschaftsprüfung, Prüferwechsel, Externe Rotation, Abschlussprüfer, Unabhängigkeit, Big Four, Mandatsverteilung, Prinzipal-Agent-Theorie, Transaktionskosten, Corporate Governance, Abschlussprüfung, Börsennotierte Unternehmen, Honorare, Prüfungsmandat, Bilanzskandal.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der deutschen Prüferlandschaft für börsennotierte Unternehmen und untersucht das Phänomen des externen Prüferwechsels zwischen den Jahren 2000 und 2007.
Die zentralen Felder umfassen die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer, die Struktur des Prüfermarktes in Deutschland, theoretische Erklärungsmodelle für Prüferwechsel sowie eine empirische Untersuchung der Mandatsverteilung.
Das primäre Ziel ist es, den Status Quo der Prüferlandschaft in den vier wichtigsten Auswahlindizes der Deutschen Börse zu analysieren, Bewegungen innerhalb des Sektors aufzuzeigen und die tatsächlichen Ursachen für Prüferwechsel zu untersuchen.
Es wird eine quantitative empirische Analyse durchgeführt, bei der Geschäftsberichte (insbesondere Bestätigungsvermerke) von Unternehmen der Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX im Zeitraum 2000 bis 2007 ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Neue Institutionenökonomik, Prinzipal-Agent-Theorie) und eine ausführliche empirische Erhebung der Mandatsverteilung sowie eine Analyse einzelner Prüferwechsel-Fälle.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftsprüfung, Prüferwechsel, Unabhängigkeit, Big Four, Mandatsverteilung und Corporate Governance geprägt.
Laut der Arbeit ist der Wechsel in der Eigentümerstruktur einer der bedeutendsten Anlässe für einen gleichzeitigen Prüferwechsel, da neue Mehrheitsverhältnisse oft zu einer Neuwahl des Abschlussprüfers führen.
Low-Balling beschreibt das Vorgehen, bei einer Erstprüfung Honorare anzubieten, die unter den tatsächlichen Kosten liegen, in der Hoffnung, diese durch künftige Folgeprüfungen und die Abschöpfung von Quasi-Renten zu kompensieren.
Die Untersuchung verdeutlicht eine marktbeherrschende Stellung der vier großen Prüfungsgesellschaften (KPMG, PwC, E&Y, Deloitte) und eine Tendenz, dass kleinere Gesellschaften aus dem Segment der börsennotierten Unternehmen verdrängt werden.
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