Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Problemstellung
2.1 Die EU nach gescheiterter Verfassung und Lissaboner Vertrag
2.2 Quo vadis Europa?
3. Identitätstheorie
3.1 Identitätskonstruktion in einer pluralisierten Welt
3.2 Kulturelle und politische Identität
3.3 Europäische Identität als Projekt
4. Europäische Identität
4.1 Wozu europäische Identität?
4.2 Mögliche Bezugspunkte europäischer Identität
4.2.1 Funktionskriterien von Bezugspunkten
4.2.2 Klassische Bezugspunkte kollektiver Identität
4.2.3 Bezugspunkte politischer Identität
4.3 Medien, Zivilgesellschaft und Legitimität
4.3.1 Bedeutung der Medien
4.3.2 Funktion und Bedeutung der Zivilgesellschaft
4.3.3 Die Legitimationskrise und ihre Lösung
4.4 Mission Europa
5. Ausblick
5.1 Problemorientierte Entwicklung
5.2 Stillstand & Krise
6. Konklusion
Die Bachelorarbeit untersucht die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer europäischen Identität im Kontext der aktuellen Legitimations- und Integrationskrise der Europäischen Union, wobei der Fokus auf politischer Identität als Motor der Union liegt.
3.1 Identitätskonstruktion in einer pluralisierten Welt
Nach der Definition von Erikson muss jede Identität zunächst im Individuellen ansetzen. „Das bewusste Gefühl, eine persönliche Identität zu besitzen, beruht auf zwei gleichzeitigen Beobachtungen der unmittelbaren Wahrnehmung der eigenen Gleichheit und Kontinuität in der Zeit, und der damit verbundenen Wahrnehmung, dass auch andere, diese Gleichheit und Kontinuität erkennen.“ Betont Erikson zunächst also die Konstanz der Außen- und Innenwirkung einer Person für sich selbst, hebt Meyer eher die Offenheit in sich stetig wechselnden Zusammenhängen hervor. Im Kontakt zu sich ständig neu formierenden Gruppen entsteht eine so genannte 'Patchwork-Identität', die in der modernen pluralistischen Gesellschaft einer ständigen Veränderung unterliegt.
Unter dem Mantel allgemeiner Übereinstimmung in einer Gesellschaft gibt es dennoch viele Unterschiede. Das Verhältnis zwischen den Menschen ist durch Teilrollen geprägt. Eine einzelne Person kann beispielsweise gleichzeitig Mutter, Ehefrau, Angestellte, Basketballspielerin und Demokratin sein, diese unterschiedlichen Teilrollen definieren folglich die personale Identität. Das gleiche gilt auch für kollektive Akteure.
Darauf aufbauend formiert sich eine größere kollektive Identität nach Rainer Lepsius dann, „wenn eine Gruppe von Individuen sich mit den gleichen Objekten identifiziert und sie sich dieser Gemeinsamkeit außerdem bewusst ist.“ Grundsätzlich spielen sich Identitätsbildungsprozesse in allen Bereichen des sozialen Miteinanders einer Gemeinschaft ab, sowohl auf politisch-konstitutioneller, ökonomischer als auch soziokultureller Ebene. Beispiele aus dem alltäglichen Leben wären Parteien, Sport- und Musikvereine oder auch eine NRO. Diese sind in ihren Mechanismen und inhärenten Wirklogiken jedoch verschieden.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Notwendigkeit einer europäischen Identität und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Problemstellung: Dieses Kapitel behandelt die aktuelle Krise der EU nach dem Scheitern des Verfassungsentwurfs und des Lissaboner Vertrags.
3. Identitätstheorie: Hier werden theoretische Grundlagen zur Identitätskonstruktion, insbesondere in pluralisierten Gesellschaften, dargelegt.
4. Europäische Identität: In diesem Hauptkapitel werden mögliche Bezugspunkte einer europäischen Identität sowie die Rolle von Medien und Zivilgesellschaft untersucht.
5. Ausblick: Der Ausblick entwirft zwei Szenarien für die zukünftige politische Entwicklung der EU und die Rolle der Identitätsbildung.
6. Konklusion: Die Konklusion zieht ein Fazit über die Notwendigkeit einer rein politischen Identität zur Sicherung der Funktionsfähigkeit der EU.
Europäische Identität, Europäische Union, Politische Identität, Integration, Legitimationskrise, Demokratiedefizit, Zivilgesellschaft, Europäische Öffentlichkeit, Projektidentität, Transnationalismus, Institutionen, Wertegemeinschaft, Bezugspunkte, Europa, Souveränität
Die Arbeit untersucht die Frage, ob eine gemeinsame europäische Identität notwendig ist und wie diese angesichts der komplexen Struktur der EU konstruiert werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf Identitätstheorien, der Problematik der europäischen Integration, den Rollen von Medien und Zivilgesellschaft sowie der Frage der demokratischen Legitimation der EU.
Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit einer europäischen Identität zu hinterfragen und zu analysieren, ob und wie diese als politisches Projekt zur Stabilisierung der EU beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte und deren Anwendung auf den Integrationsprozess der Europäischen Union.
Der Hauptteil widmet sich der Identitätstheorie, den möglichen Bezugspunkten europäischer Identität sowie den Faktoren, die zu ihrer Bildung beitragen oder sie erschweren, wie etwa das Demokratiedefizit.
Zu den prägenden Begriffen zählen europäische Identität, politische Integration, demokratische Legitimität, Zivilgesellschaft und das Konzept der Projektidentität.
Der Autor stellt fest, dass Medien aktuell stark national geprägt sind und oft eher ein negatives Bild der EU vermitteln, betont aber, dass europaweite Medien für eine dauerhafte Verbesserung der Legitimität essentiell wären.
Bezugspunkte sind notwendig, um ein Kollektiv zur Identifikation zu befähigen. Der Autor argumentiert, dass diese für die EU primär politischer Natur sein müssen, da klassische Merkmale wie Sprache oder eine gemeinsame Geschichte ungeeignet sind.
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