Bachelorarbeit, 2008
59 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DER RISIKOPRÜFUNG
2.1 Definition Risikoprüfung
2.1.1 Personen, Vertragspartner
2.1.2 Risikoprüfung
2.2 Kalkulation: Sterbetafeln, Übersterblichkeit
2.2.1 Sterbetafeln
2.2.2 Übersterblichkeit
2.3 Versicherungsbedingungen
2.3.1 Ausschlussgründe
2.3.2 Anzeigepflichtverletzung
2.3.3 Kosten des Ablebensrisikos, Erhöhte Risiken
3 RISIKOPRÜFUNGSVERFAHREN IN DER LEBENSVERSICHERUNG
3.1 Informationsquellen und Entscheidungshilfen
3.1.1 Antrag mit Gesundheitserklärung
3.1.2 Zusatzinformationen
3.1.3 Instrumente für die Entscheidung
3.1.3.1 Individuelle Informationen vom Kunden oder Ärzten des Kunden
3.1.3.2 Instrumente beim Versicherer
3.1.3.3 Effiziente Nutzung von Informationen
3.2 Produktabhängige Risikobereiche
3.2.1 Ableben, Tod und Unfalltod
3.2.1.1 Ableben, Tod
3.2.1.2 Unfalltod
3.2.2 Critical Illness / Dread Disease
3.2.2.1 Definition
3.2.2.2 Risikobeurteilung
3.2.3 Berufsunfähigkeit
3.2.3.1 Begriff Berufsunfähigkeit
3.2.3.2 Produktvarianten
3.2.3.3 Risikobeurteilung
3.2.4 Erwerbsunfähigkeit oder Arbeitsunfähigkeit
3.2.4.1 Definition Erwerbsunfähigkeit
3.2.4.2 Risikobeurteilung
3.2.5 Unfalldauerinvalidität
3.3 Medizinische Risikoprüfung
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Labordiagnostik
3.3.3 Herz- und Kreislaufsystem
3.3.4 Lungen- und Atemwegssystem
3.3.5 Stoffwechselerkrankungen
3.3.6 Verdauungssystem
3.3.7 Niere und ableitende Harnwege
3.3.8 Weitere Prüfungsfelder
3.4 Sonderrisiken
3.4.1 Definition
3.4.2 Berufsrisiken
3.4.3 Sportrisiken
3.4.3.1 Tauchen
3.4.3.2 Bergsport
3.4.3.3 Automobil-, Motorsport
3.4.4 Aufenthaltsrisiken, Flugrisiken
3.4.4.1 Aufenthaltsrisiken
3.4.4.2 Flugrisiken
3.5 Finanzielle Risikoprüfung
3.5.1 Grundlagen
3.5.2 Verfahren
3.5.3 Geldwäsche, Terrorfinanzierung
3.6 Ergebnisse der Risikoprüfung
3.6.1 Annahme zu Standardbedingungen bis Ablehnung
3.6.1.1 Annahme zu Standardbedingungen
3.6.1.2 Ablehnung / Zurückstellung
3.6.1.3 Erhöhtes Risiko: Prämienzuschlag (Risikozuschlag)
3.6.2 Alternativen: Reduktion des Deckungsumfangs
4 HERAUSFORDERUNGEN DER RISIKOPRÜFUNG
4.1 Organisation: Sachbearbeiter und Spezialisten
4.2 Risikoprüfer im Spannungsfeld der Interessen
4.3 Vergleich: Papier- und Software-unterstützter Risikoprüfung
4.3.1 Klassische Hilfsmittel
4.3.2 Software-Unterstützung
4.4 Aktuelle Entwicklungen
4.4.1 Papierlose Verarbeitung
4.4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.4.3 Überprüfung von Richtlinien
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die Arbeit analysiert den Prozess der Risikoprüfung in Lebensversicherungsunternehmen im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, die wissenschaftlichen und praktischen Aspekte der Risikobeurteilung zu beleuchten, zu klären, warum Risikoprüfung ein wesentliches Werkzeug für den Unternehmenserfolg ist, und dabei gängige Irrtümer im Zusammenhang mit versicherungstechnischen Begriffen auszuräumen.
3.3.3 Herz- und Kreislaufsystem
Der Blutkreislauf hält die biologischen Funktionen des Körpers aufrecht. Das Blut dient dem Körper dabei als Transportmittel.67 Es wird durch Druck aus dem Herz in die Schlagadern (Arterien) gepumpt, fließt weiter bis in die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren), wo der Stoff- und Gasaustausch mit den Zellen stattfindet. Durch einen Sog (Unterdruck) wird das Blut über die Venen zum Herzen zurückgeleitet. „Das Herz-, Kreislaufsystem stellt die Ver- und Entsorgung aller Körperzellen sicher.“68
Eine Auswahl wichtiger Untersuchungsmethoden: Blutdruckmessung (nach River Rocci benannte RR-Werte: systolisch/diastolisch69), Langzeit-Blutdruckmessung (24-Stunden-Aufzeichnung), Elektrokardiogramm (EKG), Belastungs- oder Langzeit-EKG, Phonokardiogramm (Herztönemessung), Röntgenuntersuchung, Echokardiographie (Ultraschall).
Relevante Herzerkrankungen sind u.a.70: Herzinsuffizienz (eingeschränkte Herzleistung), Koronare Herzerkrankung (Herzkranzgefäße), Myokardinfarkt (Absterben von Herzmuskelgewebe), angeborene Herzfehler, Herzrhythmusstörungen, Tachykardie (zu hoher Puls), Kammerflattern/-flimmern.
Die Summe der möglichen Erkrankungen, die Beurteilung von Untersuchungsergebnisse und eine daraus resultierende Prognose ist, wie auch bei den anderen medizinischen Themenbereichen, grundsätzlich den Gesellschaftsärzten, sehr erfahrenenen Risikoprüfern sowie den Spezialisten der Rückversicherer vorbehalten. Für die Entscheidungsfindung iZd der Einschätzung des Risikos werden die Antworten auf Antragsfragen, ein vorhandenes Attest bzw. Untersuchungsbefunde geprüft. Falls erforderlich, wird die zu versichernde Person um Vorlage weiterer Untersuchungen ersucht. Gibt es Anzeichen für eine Herz-Kreislauferkrankung, bereitet der Risikoprüfer die Entscheidung mit Hilfe der Einschätzungsbücher und/oder Software inklusive Kalkulatoren auf.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung skizziert die Rolle der Risikoprüfung als unscheinbaren, aber zentralen Prozess in Lebensversicherungsunternehmen, der den Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflusst.
2 GRUNDLAGEN DER RISIKOPRÜFUNG: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und versicherungstechnischen Grundlagen, wie Sterbetafeln und Versicherungsbedingungen, auf denen die Risikoprüfung aufbaut.
3 RISIKOPRÜFUNGSVERFAHREN IN DER LEBENSVERSICHERUNG: Dieser umfangreiche Hauptteil beschreibt detailliert die verschiedenen Informationsquellen, Entscheidungshilfen und spezifischen Risikobereiche (medizinisch, beruflich, sportlich, finanziell), die für eine fundierte Risikoeinschätzung notwendig sind.
4 HERAUSFORDERUNGEN DER RISIKOPRÜFUNG: Hier werden die organisatorischen Aspekte, die Rolle des Risikoprüfers im Spannungsfeld der Interessen sowie der technologische Wandel und aktuelle Entwicklungen wie die Automatisierung der Prüfung diskutiert.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Fazit fasst die Bedeutung eines exakten und effizient organisierten Risikoprüfungsverfahrens für den Marktvorteil und das positive Wirtschaften des Lebensversicherers zusammen.
Risikoprüfung, Lebensversicherung, Versicherungsmedizin, Sterbetafel, Underwriter, Risikozuschlag, Antiselektion, Sonderrisiken, Versicherungsvertragsgesetz, Gesundheitserklärung, Rückversicherung, Leistungsstaffel, Prämienkalkulation, Versicherungsrisiko, Datensicherheit
Die Bachelorarbeit behandelt den Prozess der Risikoprüfung in Lebensversicherungsunternehmen und deren zentrale Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg und die Stabilität des Versicherungssystems.
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Einschätzung, der Bewertung von Sonderrisiken (Beruf, Sport, Aufenthalt) sowie der finanziellen Risikoprüfung zur Vermeidung von Betrug und Antiselektion.
Das Ziel ist ein umfassender Überblick über die wissenschaftliche Breite und die praktische Tiefe der Risikoprüfung, um die Zusammenhänge zwischen Risikoeinschätzung, Tarifierung und Unternehmenserfolg darzustellen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse versicherungswirtschaftlicher Quellen sowie der Auswertung von Versicherungsbedingungen, Sterbetafeln und praktischen Erfahrungswerten aus der Versicherungsbranche.
Im Hauptteil werden detailliert die Instrumente der Informationsbeschaffung, spezifische produktabhängige Risikobereiche und die medizinische Risikoprüfung bei verschiedenen Organsystemen erörtert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Risikoprüfung, Sterbetafel, Underwriting, Versicherungsmedizin, Sonderrisiken und Antiselektion geprägt.
Diese Differenzierung ermöglicht es dem Versicherer, homogene Risikopools zu bilden und die Prämie individuell an das tatsächliche Risiko anzupassen, um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern.
Gesetzliche Vorgaben, wie z.B. Gleichbehandlungsrichtlinien oder das Gentechnikgesetz, schränken die Zeichnungsmöglichkeiten ein und zwingen Versicherer dazu, Risikokategorisierungen nachvollziehbar, statistisch belegbar und diskriminierungsfrei zu gestalten.
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