Diplomarbeit, 2008
123 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Handlungsspielräume und Unternehmenswert
2.1 Handlungsspielräume als effektive Managementstrategie
2.1.1 Handlungsspielräume des Managements
2.1.2 Bedeutung der Handlungsspielräume für die strategische Unternehmensführung und den Unternehmenswert
2.2 Handlungsspielräume und Realoptionen
2.2.1 Begriffsbestimmung der Realoptionen
2.2.2 Übertragung von Handlungsspielräumen auf Realoptionstypen
2.3 Wert der Realoptionen als potentieller Unternehmenswert
2.3.1 Begriffe des Unternehmenswertes
2.3.2 Kritik an den DCF Verfahren
2.3.3 Unternehmensbewertung mit Realoptionen
2.3.4 Voraussetzungen unter den Realoptionen zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen
3 Quantifizierung von Handlungsspielräumen / Realoptionen mittels der Optionspreistheorie
3.1 Finanzoptionen
3.2 Optionspreismodelle zur Bewertung von Realoptionen
3.2.1 Optionspreismodelle im Überblick
3.2.2 Binomialmodell von Cox, Ross & Rubinstein
3.2.2.1 Optionspreisformel nach der Replikationsmethode im Einperiodenfall
3.2.2.2 Optionspreisformel mit risikoneutraler Wahrscheinlichkeit im Mehrperiodenfall
3.2.3 Black&Scholes Modell
3.3 Bewertung von Handlungsflexibilität mit dem Realoptionsansatz
3.3.1 Übertragung von Finanzoptionen auf Realoptionen
3.3.2 Bewertung von Wachstumsoptionen
3.3.3 Bewertung von Warteoptionen
3.3.4 Bewertung von Erweiterungsoptionen
3.3.5 Bewertung von Einschränkungsoptionen
3.3.6 Bewertung von Abbruchoptionen
4 Unternehmensbewertung mit dem Realoptionsansatz
4.1 Bestimmung des Unternehmenswertes
4.2 Möglichkeiten und Grenze des Realoptionsansatzes für die Unternehmensbewertung in der Praxis
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, inwiefern der Realoptionsansatz in Kombination oder als Ergänzung zu den gängigen Discounted Cash Flow (DCF) Verfahren zu einer realistischeren Bewertung von Unternehmen beitragen kann. Im Zentrum steht dabei die Quantifizierung strategischer Handlungsspielräume des Managements, die in klassischen Bewertungsverfahren oft unterbewertet bleiben.
2.1.1 Handlungsspielräume des Managements
Das Management sieht sich in seiner unternehmerischen Entscheidung immer mit zwei typischen Fragestellungen konfrontiert. Zum einen mit der zeitlichen Abschreibung einer Investition und zum anderen mit sich ändernden Markbedingungen, -anforderungen. Unter diesen Voraussetzungen ist es von Vorteil die Unternehmensplanung flexibel zu gestatten und die Entscheidungsfreiräume des Managements als Handlungsspielräume zu verstehen. Handlungsspielräume liegen vor, [Anm. v. Peemöller] „wenn das Management in der Zukunft die Chance besitzt, auf neue Informationen wertorientiert reagieren zu können“.
Das Management übt seine Handlungsspielräume zum Beispiel aus, indem es eine irreversible Realinvestition bei ungünstiger Marktentwicklung verzögert und den optimalen Investitionszeitpunkt wählt. Handlungsspielräume können auch die Rückgabe eines Leasingvertrags, die Verzögerung eines Bauprojektes oder die Aufkündigung einer Kapitalbeteiligung sein. Eine Goldmine stellt zum Beispiel nach jahrzehnetlangem Abbau durch Bodenanalysen fest, dass die Goldvorkommen pro Tonne bewegtem Erdreich stagnieren. Die geplante Investition in neue Maschinen wird ausgesetzt, da die gesamten Kosten die erwarteten Erträge überschreiten. Diese Kapitaleinschränkung ist eine Möglichkeit um Verlust zu minimieren und stellt ebenfalls ein Handlungsspielraum dar.
Handlungsspielräume resultieren aus Optionen mit dem Recht aber nicht der Verpflichtung zur Ausübung durch den Entscheidungsträger. Diese Optionen ermöglichen dem Management eine rationale strategische Unternehmensführung in einer immer komplexeren und unsicheren Umwelt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensbewertung ein und erläutert den Gang der Untersuchung.
2 Handlungsspielräume und Unternehmenswert: Dieses Kapitel definiert Handlungsspielräume des Managements und setzt sie in den Kontext der Realoptionstheorie und Unternehmenswertsteigerung.
3 Quantifizierung von Handlungsspielräumen / Realoptionen mittels der Optionspreistheorie: Das Kapitel widmet sich der methodischen Quantifizierung verschiedener Realoptionstypen mittels Finanzmarktmodellen und Fallbeispielen.
4 Unternehmensbewertung mit dem Realoptionsansatz: Hier wird untersucht, wie der Realoptionsansatz zur Unternehmensbewertung konkret in die Praxis integriert werden kann.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse zum Einfluss von Handlungsspielräumen auf den Unternehmenswert.
Unternehmensbewertung, Realoptionen, Handlungsspielräume, DCF Verfahren, Binomialmodell, Black&Scholes, Managementstrategie, Investitionsentscheidung, Flexibilität, Wachstumsoption, Abbruchoption, Warteoption, Kapitalkosten, Risikomanagement
Die Arbeit analysiert, wie strategische Handlungsspielräume des Managements bei der Unternehmensbewertung berücksichtigt werden können, um eine Unterbewertung zu vermeiden, die bei klassischen DCF-Verfahren häufig auftritt.
Zentrale Themen sind die Flexibilität in der strategischen Unternehmensführung, die Theorie der Realoptionen, deren mathematische Quantifizierung sowie die Integration dieser Werte in die traditionelle Unternehmenswertermittlung.
Das Ziel ist zu untersuchen, ob der Realoptionsansatz in Kombination mit DCF-Verfahren eine realistischere Bewertung des Unternehmenswertes ermöglicht.
Es werden mathematische Optionspreismodelle (Binomialmodell nach Cox, Ross & Rubinstein sowie das Black&Scholes-Modell) auf reale Investitionsobjekte angewendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Identifikation von Handlungsoptionen, deren Übertragung auf Finanzmarktmodelle, der rechnerischen Quantifizierung (Fallbeispiel Metro C&C) und der Zusammenführung dieser Werte mit den Ergebnissen klassischer Bewertungsverfahren.
Wichtige Begriffe sind Unternehmensbewertung, Realoptionen, Handlungsspielräume, DCF-Verfahren, Binomialmodell und Flexibilität.
Die Arbeit nutzt die Expansionspläne der Metro C&C in Vietnam, um verschiedene Realoptionen wie Wachstums-, Warte-, Erweiterungs- und Abbruchoptionen quantitativ zu bewerten.
Unsicherheit ist eine Grundvoraussetzung für den Wert von Realoptionen; sie wird als Schwankung (Volatilität) der erwarteten Cashflows modelliert, was es dem Management ermöglicht, aktiv auf Marktveränderungen zu reagieren.
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