Wissenschaftliche Studie, 2003
100 Seiten, Note: Gut
I. Motive und Folgen von Korruption:
1. Moralische Schranken:
2. Rechtliche und soziale Sanktionen:
2.1. Rechtliche Sanktionen:
2.2. Soziale Sanktionen:
3. Konsequenzen der Korruption:
3.1. Abnahme des Unrechtsbewusstseins - Anstieg der Gewaltkriminalität:
3.2. Wettbewerbsverzerrungen und Fehlallokationen:
3.3. Auflösung der Entscheidungsprozesse:
3.4. Untergrabung der staatlichen Legitimität:
3.5. Rechtsunsicherheit und Korruption als Standortfaktor:
3.6. Individualismus, Pessimismus und Selbstschutzmentalität:
II. Historische Dimension der Korruption:
1. Das koloniale Erbe:
1.1. Mentalität der Eroberer:
1.2. Katholische Tradition:
1.3. Encomienda System:
1.4. Schmuggel – das spanische Handelsmonopol und seine inneren Widersprüche:
1.5. Kolonialverwaltung - Virreynato:
1.6. Kolonialgesellschaft:
2. Von der Unabhängigkeit zur Verfassung 1853:
2.1. Buenos Aires vs. Landesinneres:
2.2. Die Grossgrundbesitzer:
2.3. „Martin Fierro“ und der Gauchomythos:
2.4. Die Verfassung 1853 – Diskrepanz zwischen normativer Ordnung und Wirklichkeit:
3. Immigration und Agrarexportmodell 1880 – 1930:
3.1. Beginn der Immigration - „Hacer la América“:
3.2. Agrarexportmodell (1880 – 1930):
3.3. Die Krise des Jahres 1890:
3.4. Konservative Ordnung:
3.5. Entstehung des Radikalismus:
3.6. Weltwirtschaftskrise:
4. Importsubstitution und Peronismus:
4.1. Importsubstitutionsmodell:
4.2. Peronismus:
5. Die Ära Meném 1991-1999 – Ursachen der Verfestigung der Korruption:
5.1. Importöffnung – „Pizza und Champagner“:
5.2. Liberalisierungs- und Strukturanpassungsprozesse-Allheilmittel gegen Korruption?
5.3. Vorgehensweise bei den Privatisierungen – Behandlung ausländischer Konzerne:
6. Argentinien ein Ausnahmefall?
6.1. Korruptionsbekämpfung:
Diese Arbeit analysiert mithilfe der Neuen Politischen Ökonomie die historischen und strukturellen Ursachen sowie die ökonomischen Folgen institutioneller Korruption in Argentinien, um zu verstehen, warum demokratische und wirtschaftliche Reformen in der Vergangenheit trotz reicher Ressourcen häufig scheiterten.
1. Problemstellung:
Der Staatsbankrott Argentiniens wird oft mit Verweis auf die reichen natürlichen Ressourcen und das Bildungsniveau des Landes als widersprüchlich und vermeidbar bezeichnet. Das Ziel dieses Buches besteht darin, aufzuzeigen, dass strukturelle Bedingungen Wachstum zwar ermöglichen, wie gleichzeitig aber soziale und kulturelle Faktoren jede Möglichkeit wirtschaftlicher Entwicklung erweitern, begrenzen oder zunichte machen können. Am Fall Argentinien wird besonders deutlich, daß es nicht bestimmte Ressourcen sind, die das wirtschaftliche Schicksal eines Landes bestimmen, sondern auch die Art der Institutionen.
Institutionen sind (nach Bruno Frey), „die Spielregeln, die das Verhalten einer Gesellschaft steuern, und die Organisationen, in denen sich solche Spielregeln repräsentieren“. Wenn man davon ausgeht, dass es die Menschen sind, die das Wirtschaftsleben gestalten, erscheint, um die gegenwärtige Krise zu begreifen, eine Betrachtung des zivilkulturellen Erbes, d.h. die Einstellung der Bürgerinnen und Bürger zum politischen System einerseits sowie ihr Verhalten und Handeln in der Demokratie andererseits, notwendig. Auch ein Eingehen auf die kulturellen Wurzeln (Werte, Normen, Bräuche, Einstellungen), welche die Art, die Dinge zu sehen und zu tun (individuell und kollektiv) beeinflussen, soll eine bessere Erklärung ermöglichen.
Der sich konsequent durch die Geschichte ziehende Machtmissbrauch der Eliten auf der einen Seite sowie die Nichtbeachtung von Regeln durch die breite Bevölkerung andererseits, hat dazu geführt, dass für den gesellschaftliche Zustand Argentiniens der Begriff Anomie verwendet wurde, also ein Zustand sozialer Desorganisation, der auf das Fehlen klarer und verbindlicher Normen zurückgeht. Im Falle Argentiniens scheint ein Konsens über Institutionen als Voraussetzung für strategische Entscheidungen nie zustande gekommen zu sein, was sich im Lauf der Geschichte in einem fehlenden langfristig orientierten entwicklungspolitischen Konzept, welches auch von breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert wird, äusserte.
I. Motive und Folgen von Korruption: Analysiert die theoretischen Voraussetzungen, die Korruption begünstigen, sowie die negativen Auswirkungen auf das Rechtssystem und die Zivilgesellschaft.
II. Historische Dimension der Korruption: Untersucht die historischen Wurzeln argentinischer Machtstrukturen von der Kolonialzeit über das 19. Jahrhundert bis hin zum Peronismus und der Ära Meném.
Argentinien, Korruption, Institutionen, Neue Politische Ökonomie, Anomie, Peronismus, Rechtsunsicherheit, Staatsversagen, Zivilgesellschaft, Agrarexportmodell, Wirtschaftsgeschichte, Politische Kultur, Rentenmentalität, Liberalisierung, Machtmissbrauch
Die Arbeit befasst sich mit den tief verwurzelten institutionellen und historischen Ursachen der Korruption in Argentinien und untersucht, wie diese die wirtschaftliche Entwicklung des Landes über Jahrzehnte hinweg negativ beeinflusst haben.
Im Zentrum stehen die historische Identitätsbildung, die Rolle informeller Institutionen, das Verhältnis zwischen staatlichen Akteuren und Gesellschaft sowie die Auswirkungen spezifischer Wirtschaftsmodelle wie des Agrarexportmodells und des Peronismus.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der wirtschaftliche Misserfolg Argentiniens primär auf systemische, institutionelle Defekte und eine spezifische politische Kultur zurückzuführen ist, die den Aufbau nachhaltiger demokratischer Strukturen erschwert.
Die Autorin oder der Autor verwendet Ansätze der Neuen Politischen Ökonomie, um eine systematische Analyse der historischen Entwicklungen und ihrer Auswirkungen auf heutige politische Entscheidungsprozesse vorzunehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Ursachen von Korruption und einen umfassenden historischen Teil, der die Entwicklung von der Kolonialzeit bis zur Ära Meném nachzeichnet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Argentinien, Korruption, Anomie, Institutionen, Peronismus und die Bedeutung der politischen Kultur für die ökonomische Leistungsfähigkeit.
Die Arbeit zeigt, dass kolonialzeitliche Praktiken wie das Schmuggelwesen, die Käuflichkeit von Ämtern und die Missachtung von Gesetzen („La ley se acata pero no se cumple“) tief in der argentinischen Rechtskultur verwurzelt blieben.
Dieser Begriff beschreibt eine durch relativen Wohlstand bedingte soziale Desorganisation, bei der die Erwartungen und Wunschvorstellungen der Bevölkerung so exzessiv anstiegen, dass sie die Stabilität der gesellschaftlichen Normen gefährdeten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

