Examensarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Sportmotorische Fähigkeiten
2.1.1 Konditionelle Fähigkeiten
2.1.2 Koordinative Fähigkeiten
2.1.2.1 Definition nach dem Sportwissenschaftlichen Lexikon (RÖTHIG/PROHL)
2.1.2.2 Allgemein
2.1.2.3 Begriffserklärungen „Fähigkeiten“ und „Fertigkeiten“
2.2 Überblick über einzelne koordinativen Fähigkeiten
2.2.1 Motorische Differenzierungsfähigkeit
2.2.2 Kopplungsfähigkeit
2.2.3 Reaktionsfähigkeit
2.2.4 Orientierungsfähigkeit
2.2.5 Gleichgewichtsfähigkeit
2.2.5.1 Definition nach MEINEL & SCHNABEL
2.2.5.2 Definition nach dem Sportwissenschaftlichen Lexikon (RÖTHIG & PROHL)
2.2.5.3 Allgemein
2.2.6 Umstellungsfähigkeit
2.2.7 Rhythmisierungsfähigkeit
2.3 Strukturierungs und Differenzierungsansätze koordinativer Fähigkeiten
2.3.1 Fähigkeitssystem von PÖHLMANN & KIRCHNER
2.3.2 Hierarchisches Fähigkeitssystem nach ROTH
2.3.3 Fähigkeitssystem nach LJACH
2.3.4 Strukturmodell koordinativer Fähigkeiten nach ZIMMER
2.3.5 „Greifswalder Modell für den Schulsport“ nach HIRTZ
2.3.6 Modell nach BLUME
2.4 Schulung von koordinativen Fähigkeiten im Schulsport
2.4.1 Schulung der motorischen Differenzierungsfähigkeit
2.4.2 Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit
2.4.3 Schulung der Reaktionsfähigkeit
2.4.4 Schulung der Orientierungsfähigkeit
2.4.5 Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit
2.5 Motorische Ontogenese und Entwicklung koordinativer Fähigkeiten
2.5.1 Mittleres Kindesalter (1. – 3./4. Schuljahr)
2.5.2 Spätes Kindesalter (5. – 6. Schuljahr)
2.5.3 Frühes Jugendalter (7. – 8. Schuljahr)
2.5.4 Spätes Jugendalter (9. – 12. Schuljahr)
3 Motorik-Tests zur Erfassung koordinativer Fähigkeiten
3.1 Münchner Fitness-Test (MFT)
3.2 Körper-Koordinationstest für Kinder (KTK)
3.3 Wiener Koordinationsparcours (WKP)
3.4 Kinderkoordinationstest (KIKO)
4 Lehrplananalyse für das Fach Sport
4.1 Aufbau der einzelnen Lehrpläne
4.1.1 Grundschule
4.1.2 Regelschule
4.1.3 Gymnasium
4.1.4 Berufsbildende Schule
4.2 Auswertungen
4.3 Zur Kritik
5 Möglichkeiten und Ausblick
5.1 Thüringer Lehrpläne
5.2 Wissenschaftliche Modelle der Koordinativen Fähigkeiten
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung koordinativer Fähigkeiten in den Thüringer Lehrplänen für das Fach Sport im Vergleich zu aktuellen wissenschaftlichen Theoriemodellen. Ziel ist es, eine kritische Analyse des Ist-Zustands vorzunehmen, Defizite bei der Implementierung dieser Fähigkeiten in den Schulalltag aufzudecken und Möglichkeiten zur Verbesserung der Lehrplanstruktur sowie der schulpraktischen Anwendung zu entwickeln.
2.2.1 Motorische Differenzierungsfähigkeit
Unter motorischer Differenzierungsfähigkeit versteht man laut MEINEL & SCHNABEL (2007) „die Fähigkeit zum Erreichen einer hohen Feinabstimmung einzelner Bewegungsphasen und Teilkörperbewegungen, die in großer Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsökonomie zum Ausdruck kommt“.
Diese Fähigkeit beruht auf dem Vergleich des inneren Modells eines Bewegungsablaufes und der damit verbundenen, bewussten, genauen Wahrnehmung der aktuellen Bewegung im Raum, Zeit und Kraftgefüge. Hierbei ist entscheidend inwieweit die Bewegungserfahrung und der Beherrschungsgrad der jeweiligen motorischen Handlung ausgeprägt sind. So werden Differenzen in der zeitweiligen Bewegungsausführung erkenn und veränderbar.
Die Differenzierungsfähigkeit lässt sich wie folgt klassifizieren (u.a. Dissertation KIRCHEIS, 1977):
• Art der Bewegungsausführung (entsprechend spezieller Zielstellungen): z.B. genaues Wiederholen, Nuancieren, Geschwindigkeitsanpassung
• Art der Bewegungsparameter (über die vornehmlich die Feinsteuerung erfolgt): z.B. räumliche, zeitliche und dynamische Parameter
• Hauptsächlich agierende Körperteile: z.B. Hand-, Finger-, Fuß-, Kopf-Geschicklichkeit, große Körperteile wie Rumpf, Arme und Beine
• Art der Umweltbedingungen (mit denen sich der Sportler auseinandersetzt): (.B. Luft, Wasser, Schnee, Eis, Bodenbeschaffenheit, Gegner, Partner, starre oder bewegliche Geräte
Aufgaben, die ein hohes Maß an Differenzierungsfähigkeit erfordern sind beispielsweise das Variieren und Nachahmen von vorgegebenen Bewegungsamplituden oder Krafteinsätzen, Zielwürfen oder –Sprüngen oder das Laufen einer Strecke in einer bestimmten Zeit. (MEINEL & SCHNABEL, 2007)
1 Einleitung: Vorstellung der Bedeutung koordinativer Fähigkeiten für die menschliche Motorik und Einführung in die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Detaillierte Darstellung der sportmotorischen Fähigkeiten, Definition koordinativer Aspekte, verschiedene Strukturmodelle der Wissenschaft sowie Ausführungen zur motorischen Ontogenese.
3 Motorik-Tests zur Erfassung koordinativer Fähigkeiten: Kritische Vorstellung und Analyse verschiedener Testverfahren, wie dem Münchner Fitness-Test oder dem Kinderkoordinationstest, hinsichtlich ihrer Eignung für den Schulsport.
4 Lehrplananalyse für das Fach Sport: Untersuchung der Thüringer Lehrpläne auf die Integration und Forderung koordinativer Fähigkeiten in verschiedenen Schulformen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Umsetzung.
5 Möglichkeiten und Ausblick: Vorschläge zur strukturellen Verbesserung der Lehrpläne und Vorstellung eines neuen Modells für Lernbereiche anhand des Beispiels Gymnastik und Tanz.
6 Zusammenfassung: Abschluss der Arbeit mit einem Resümee über die Ergebnisse der Analyse und den Bedarf an einer stärkeren Einbindung sporttheoretischen Wissens in die Gestaltung von Lehrplänen.
Koordinative Fähigkeiten, Sportmotorik, Thüringer Lehrpläne, Lehrplananalyse, Motorische Ontogenese, Schulung, Bewegungssteuerung, Sportunterricht, Testverfahren, Körper-Koordinationstest, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Bewegungslehre, Schulsport.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung koordinativer Fähigkeiten in Thüringer Sportlehrplänen im Vergleich zu wissenschaftlich etablierten Theoriemodellen.
Die zentralen Themen sind sportmotorische Grundlagen, die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter, existierende Testverfahren sowie die kritische Analyse der aktuellen Lehrplandokumente.
Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Koordination in den Lehrplänen adäquat abgebildet sind, und das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen.
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Theorieanalyse zur Erfassung wissenschaftlicher Modelle sowie eine Lehrplananalyse, bei der die Lehrpläne nach spezifischen koordinativen Suchbegriffen und Kriterien ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Übersicht über Motorik-Tests für den Schulsport sowie eine systematische Analyse der Lehrpläne für verschiedene Schulformen in Thüringen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Koordinative Fähigkeiten, Lehrplananalyse, Sportmotorik, motorische Ontogenese und Schulsport.
Die Autorin stuft den KIKO als am besten für den Einsatz im Schulsport geeignet ein, da er einfach gestaltet ist, mit wenigen Mitteln durchgeführt werden kann und auf den Theorien von Hirtz basiert.
Sie kritisiert unter anderem das Fehlen einer nachvollziehbaren Gliederung, den unausgeglichenen Umgang mit Begrifflichkeiten sowie das Fehlen konkreter Hinweise zur Schulung und Testung koordinativer Fähigkeiten.
Die Arbeit entwickelt ein Modell in Übersichtsform, das Fähigkeiten und Fertigkeiten konkret voneinander trennt und den Lehrenden klare Hinweise zur methodischen Umsetzung gibt.
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