Diplomarbeit, 2001
80 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
A. Problemstellung
B. Vorgehensweise
II. Staat und Gerechtigkeit in der Antike
A. Platon
a) Die Idee der Gerechtigkeit
b) Entstehung und Aufbau des platonischen Gemeinwesens
2. Aristoteles
a) Gerechtigkeitsformen
b) Menschenbild
c) Gemeinschaftstypen
III. Vertragstheorien der Neuzeit
1. Thomas Hobbes
a) Überblick
b) Naturzustand und Menschenbild
c) Urvertrag
2. John Locke
a) Überblick
b) Naturzustand und Menschenbild
c) Urvertrag
d) Rechtfertigung des Privateigentums
3. Jean-Jaques Rousseau
a) Überblick
b) Naturzustand
c) Der Gesellschaftsvertrag
4. Immanuel Kant
a) Überblick
b) Naturzustand
c) Übergang in den bürgerlichen Zustand
d) Urvertrag
IV. Der Utilitarismus
A. Grundprinzipien
1. Konsequenzenprinzip
2. Utilitätsprinzip
3. Hedonistisches Prinzip
4. Universalistisches Prinzip
B. Historische Entwicklung
1. Bentham
2. Mill
3. Sidwick
C. Kritik
V. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit
A. Überblick
B. Gerechtigkeit als Fairneß
1. Grundidee
2. Urvertrag
3. Schleier des Nichtwissens
C. Prinzipien der Gerechtigkeit
1. Freiheitsprinzip
2. Differenzprinzip
a) Demokratische Gleichheit
b) Legitime und illegitime Ungleichheiten
(1) Der vollkommen gerechte Zustand
(2) Der durchweg gerechte Zustand
(3) Der ungerechte Zustand
c) Grundgüter, Entscheidungsverhalten und Maximinregel
VI. Ideengeschichtliche Einordnung von John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit
A. Ursprung des Gerechtigkeitsbegriffs in der Antike
B. Legitimation von Herrschaft in der Neuzeit
C. Rawls' Abwendung vom Utilitarismus
VII. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Genese polit-ökonomischer Ideen zu Staat und Gerechtigkeit, um den theoretischen Kontext und die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Utilitarismus und John Rawls’ "Theorie der Gerechtigkeit" herauszuarbeiten.
a) Die Idee der Gerechtigkeit
Im ersten Buch der Polteia entwirft Platon seinen Idealstaat über die Frage nach dem Wesen der Gerechtigkeit (griech. dikaiosyne).
Gerechtigkeit wird als Tugend (griech. arete) im Sinne einer bestimmten Harmonie der Seelenteile bestimmt und parallel dazu der gerechte Staat als der tugendhafte Staat bestimmt, wenn er die drei Funktionen erfüllt, die den Menschen ein sittliches Leben ermöglichen:
Erstens hat er die Aufgabe, den Lebensunterhalt der Bevölkerung zu sichern, zweitens, den inneren und äußeren Frieden zu garantieren und drittens, die Bürger zur Erkenntnis des wahren Guten anzuleiten.
Die drei Stände der Stadt müssen durch die Tugenden der Besonnenheit (sophosyne), der Tapferkeit (andreia) und der Weisheit (sophia) ausgezeichnet sein, und daraus ergibt sich als vierte Tugend der Polis die Gerechtigkeit, wenn die drei Stände wohlgeordnet sind, das heißt, wenn jeder genau die Aufgaben erfüllt, zu denen er geeignet ist.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von John Rawls' Theorie innerhalb der Wohlfahrtsökonomie ein und kritisiert die häufige Vermischung von utilitaristischen Nutzenkalkülen mit Rawls' Gerechtigkeitsverständnis.
II. Staat und Gerechtigkeit in der Antike: Dieses Kapitel erläutert die platonischen und aristotelischen Vorstellungen von Gerechtigkeit als politisches Organisationsprinzip und ethische Tugend innerhalb des Polislebens.
III. Vertragstheorien der Neuzeit: Hier werden die Kontraktualismen von Hobbes, Locke, Rousseau und Kant als Antwort auf die Legitimationsbedürfnisse politischer Herrschaft in der Moderne analysiert.
IV. Der Utilitarismus: Dieses Kapitel skizziert die Grundprinzipien und die historische Entwicklung des Utilitarismus von Bentham bis Sidwick und verdeutlicht dessen Orientierung am kollektiven Nutzensummenmaximierungsansatz.
V. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit: Dieses Kernkapitel führt in Rawls' Gerechtigkeitskonzeption ein, erklärt den Urzustand, den Schleier des Nichtwissens sowie die zwei Gerechtigkeitsprinzipien, inklusive des Differenzprinzips.
VI. Ideengeschichtliche Einordnung von John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit: Dieses Kapitel vergleicht Rawls' Philosophie mit antiken Gerechtigkeitsbegriffen und den neuzeitlichen Vertragstheoretikern und diskutiert seine kritische Abwendung vom Utilitarismus.
VII. Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Argumente der Arbeit zusammengefasst, wobei Rawls' Theorie als eigenständiger Gegenentwurf zur utilitaristischen Dominanz hervorgehoben wird.
John Rawls, Gerechtigkeit, Utilitarismus, Vertragstheorie, Differenzprinzip, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Politische Philosophie, Wohlfahrtsökonomie, Gerechtigkeit als Fairneß, Staatsphilosophie, Kontraktualismus, Sozialstaat, Eigentum, Ethik.
Die Arbeit befasst sich mit der ideengeschichtlichen Entwicklung von Konzepten zu Staat und Gerechtigkeit und arbeitet die wesentlichen Unterschiede zwischen utilitaristischen Ansätzen und der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls heraus.
Zu den zentralen Themen gehören die antike Gerechtigkeitsphilosophie, neuzeitliche Vertragstheorien, die utilitaristische Ethik sowie die detaillierte Analyse von Rawls' "Gerechtigkeit als Fairneß".
Ziel ist es, den kategorialen Unterschied zwischen der utilitaristischen Nutzenmaximierung und Rawls' Theorie aufzuzeigen und zu klären, welche Stellung das Differenzprinzip innerhalb seines umfassenden Gerechtigkeitssystems einnimmt.
Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und analytische Untersuchung, die klassische philosophische Texte und zeitgenössische Interpretationen von Rawls und seinen Vorläufern vergleicht.
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln von Platon bis Kant, erläutert die utilitaristische Tradition und stellt darauf aufbauend Rawls' Theorie im Detail vor, inklusive ihrer Kritik am utilitaristischen Mainstream der Ökonomie.
Zentrale Begriffe sind John Rawls, Gerechtigkeit, Utilitarismus, Differenzprinzip, Urzustand, Schleier des Nichtwissens und Kontraktualismus.
Rawls sieht das Differenzprinzip als einen Teil eines umfassenden Systems. Es ist nicht isoliert zu betrachten, sondern nur als Bestandteil der gesamten Grundstruktur einer gerechten Gesellschaft in lexikographischer Ordnung zu den anderen Prinzipien.
Die Autorin argumentiert, dass eine reine Inkorporation des Differenzprinzips in die wohlfahrtsökonomische Nutzenrechnung methodisch verfehlt ist, da Rawls' Ansatz explizit den utilitaristischen Annahmen der Wohlfahrtsökonomie widerspricht.
Er dient als Gedankenexperiment, um Unparteilichkeit zu erzwingen, indem die Individuen im Urzustand keine Kenntnis über ihre eigene soziale Position oder ihre persönlichen Fähigkeiten haben, was zu einer gerechteren Prinzipienwahl führt.
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