Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Entwicklung der globalen Wertkette
2.2 Abgrenzung der nationalen Kultur
2.3 Globalisierung, Kultur und das Verhalten des Managers
3 Systematisierung von Kulturunterschieden durch Hofstede’s Studien
3.1 Grundkonzept
3.2 Kulturdimensionen von Hofstede
3.2.1 Machtdistanz
3.2.2 Individualismus vs. Kollektivismus
3.2.3 Maskulinität vs. Femininität
3.2.4 Unsicherheit
3.2.5 Langfristige vs. Kurzfristige Orientierung
3.3 Hofstede’s Modell in der Kritik
4 Interkulturelle Lernprozesse
4.1 Allgemeine Lernprozesse
4.1.1 Lernen
4.1.2 Individuelle Lerntheorien
4.1.3 Soziale Lerntheorien
4.2 Einflussfaktoren vom interkulturellen Lernen
4.2.1 Grundlage
4.2.2 Anreize und Ziele
4.2.3 Erfahrungen
4.2.4 Fähigkeit und Persönlichkeit
4.2.5 Zugängigkeit der fremden Kulturen
4.2.6 Dauer der Kontakte
4.3 Entwicklung der interkulturellen Sensitivität
4.3.1 Grundlage
4.3.2 Ethnozentrische Phasen
4.3.3 Ethnorelativistische Phasen
4.4 Interkulturelle Interaktion
5 Zwischenfazit
6 Beispiel
6.1 Kulturunterschiede zwischen deutschen und chinesischen Manager
6.1.1 Historische Ursprünge des chinesischen Charakters
6.1.2 Kulturunterschiede zwischen deutschen und chinesischen Managern nach Hofstede’s Modell
6.1.3 Kulturelle Unterschiede im deutsch-chinesischen Geschäftsleben
6.2 Der Prozess des Kennenlernens einer fremden Kultur
6.2.1 Chinesen in den Augen von Deutschen
6.2.2 Deutsche in den Augen von Chinesen
6.2.3 Einfluss der fremden Kultur
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie nationale Kulturen das Entscheidungsverhalten von Managern in globalen Wertketten beeinflussen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, auf welche Weise ein Individuum durch Lernprozesse kulturelle Unterschiede wahrnimmt, verarbeitet und in sein Handeln integriert, wobei insbesondere der Vergleich zwischen deutschen und chinesischen Führungskräften herangezogen wird.
6.2.1 Chinesen in den Augen von Deutschen
Vor 100 Jahren wurden die herrschenden Meinungsstereotypen über China durch Wörter von Karl Kraus so beschrieben: „Osten und Westen sich einander den Teufel vorstellen und sich die Nase zu halten“ (Loh-Jong 1982, S. 37). Damals war die Meinung über Chinesen noch überwiegend negativ. Aber wie stellen sich heute die Deutschen die Chinesen vor? In der heutigen Zeit dominieren die Massenmedien. Sie tragen den größten Anteil zu der Weitergabe und Ausbildung des Chinabildes der Deutschen bei, weil sie den größten Teil der Bevölkerung erreichen können und gleichzeitig von ihnen genutzt werden. Dadurch beeinflussen oder bestimmen sie die Meinung in der Gesellschaft, die sich wiederum mehr oder weniger an eine vorhandene Grundstimmung der Bevölkerung anpasst und sie bedient.138
Nach der Rückgabe Hongkongs an China 1997 und dem Eintritt in die WTO im Jahr 2001 prägen der chinesische Wirtschaftsboom und die deutsche Hoffnung auf einer Teilnahme an dessen Aufschwung die Grundtöne der Chinaberichte aller deutschen Medien. So hieß es beispielsweise, dass China spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts zu der größten Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen sein wird und dass der wirtschaftliche Aufschwung unaufhaltsam sei. Die Wörter wie erstaunlich oder atemberaubend ist bei fast jedem Bericht über das Wirtschaftwunder China zu finden. So ist China mit 293 Mrd. US-Dollar gesamter ausländischer Direktinvestition und einem Außenhandelsüberschuss von ca. 262 Mrd. US-Dollar bis Ende 2006 139 zum beliebtesten Standort der Unternehmen, dem größten Exportland und gleichzeitig auch zum stärksten Konkurrenten Europas geworden. China ist der aggressive Wirtschaftskonkurrent der Zukunft, der die Arbeitstellen in Europa und so auch in Deutschland bedroht, der die deutschen Produkte kopiert und deren Marktanteil wegnimmt.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende Relevanz kultureller Unterschiede in globalen Wertketten ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss fremder Kulturen auf das Management mittels Lernprozessen zu analysieren.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung globaler Wertketten und grenzt den Begriff der nationalen Kultur sowie die Wechselwirkungen zwischen Globalisierung, Kultur und Managerverhalten ab.
3 Systematisierung von Kulturunterschieden durch Hofstede’s Studien: Es werden die fünf Kulturdimensionen von Hofstede vorgestellt und kritisch auf ihre Anwendbarkeit und Validität zur Charakterisierung von Kulturunterschieden geprüft.
4 Interkulturelle Lernprozesse: Der Hauptteil untersucht allgemeine und soziale Lerntheorien sowie Einflussfaktoren und Entwicklungsphasen interkultureller Sensitivität, um das Verhalten in interkulturellen Kontexten erklärbar zu machen.
5 Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst zusammen, wie individuelle Lernprozesse und verschiedene Einflussfaktoren die Beziehung eines Managers zu einer fremden Kultur prägen.
6 Beispiel: Anhand deutsch-chinesischer Fallbeispiele werden kulturelle Unterschiede, Kommunikationsstile, Planung und Entscheidungsprozesse konkretisiert und analysiert.
7 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die theoretischen und empirischen Erkenntnisse und ordnet die Bedeutung des interkulturellen Managements für die Zukunft ein.
Kulturunterschiede, Globalisierung, Management, Hofstede, interkulturelles Lernen, soziale Lerntheorien, interkulturelle Kompetenz, China, Deutschland, Wirtschaftsbeziehungen, Entscheidungsverhalten, Wertketten, Ethnozentrismus, Ethnorelativismus, Organisationskultur.
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss nationaler kultureller Unterschiede auf das Entscheidungsverhalten von Managern in globalen Wertketten.
Zentrale Themen sind interkulturelles Management, die Anwendung von Hofstedes Kulturdimensionen, Lerntheorien zur kulturellen Anpassung und der Vergleich zwischen Deutschland und China.
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie ein Manager durch spezifische Lernprozesse und unter verschiedenen Einflussfaktoren Kompetenzen entwickelt, um in einer fremden Kultur erfolgreich Entscheidungen zu treffen.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen und Modelle (Hofstede, Bandura, Bennett) mit einer qualitativen Analyse durch Experteninterviews mit deutschen und chinesischen Managern.
Der Hauptteil analysiert, wie Menschen lernen (behavioristische vs. kognitive Theorien), welche Einflussfaktoren (z. B. Erfahrung, Offenheit, Anreize) das interkulturelle Lernen steuern und welche Entwicklungsphasen zur interkulturellen Sensitivität führen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interkulturelles Management, Kulturelle Relativität, Entscheidungsverhalten, Hofstede-Dimensionen und interkulturelle Lernprozesse.
Unterschiede zeigen sich insbesondere in der Machtdistanz (Zentralismus in China vs. Partizipation in Deutschland), der Orientierung (langfristig in China vs. kurzfristig/gewinnorientiert in Deutschland) sowie der Beziehungsmoral im Vergleich zur Gesetzesmoral.
Der Begriff beschreibt für Außenstehende schwer nachvollziehbare chinesische Entscheidungsprozesse, die stark durch ein ganzheitliches Weltbild, Sensibilität für das soziale Umfeld und komplexe persönliche Beziehungsnetzwerke ("Guanxi") geprägt sind.
Neben der persönlichen Lernfähigkeit spielen externe Anreize, die Offenheit gegenüber der fremden Kultur, die Dauer der Kontakte sowie die vorherigen Erfahrungen des Individuums eine zentrale Rolle.
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