Diplomarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 1,7
Einleitung – Aufbau der Arbeit
Teil I: Türkische Migration und Einbürgerung in Deutschland- politischer und rechtlicher Kontext
1. Die Lage der Türkei seit 1950
2. Die türkische Migration in die BRD seit 1950
3. Zusammenfassende Bewertung
4. Staatsangehörigkeitsgesetze
4.1. Definition von Staatsangehörigkeit
4.2. Der Erwerb einer Staatsangehörigkeit
4.2.1. Der Erwerb der deutschen Staatangehörigkeit
4.2.1.1. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt
4.2.1.2. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung
4.3. Das Einbürgerungsrecht in Deutschland
4.3.1. Überblick über die Entwicklung des Einbürgerungsrechts
4.3.2. Anspruchs- und Ermessenseinbürgerung im Vergleich
4.3.2.1. Anspruchseinbürgerung – die Mindestvoraussetzungen
4.3.2.2. Ermessenseinbürgerung – die Mindestvoraussetzungen
4.3.3. Ergänzungen seit 2007
4.4. Das türkische Staatsangehörigkeitsrecht
4.5. Mehrstaatigkeit in Deutschland und Türkei
5. Die Einbürgerung der türkischen Bevölkerung in Zahlen
Teil II: Einbürgerungsmotive türkischer Migrantinnen und Migranten in der empirischen Sozialforschung
6. Die empirische Sozialforschung
6.1. Quantitative Sozialforschung – was ist das?
6.2. Qualitative Sozialforschung – was ist das?
6.3. Methoden in der empirischen Sozialforschung
6.3.1. Auswahl der Untersuchungseinheiten
6.3.1.1. Auswahlmethoden in der quantitativen Sozialforschung
6.3.1.1.1. Einfache Zufallsauswahl
a) Kartei- oder Listenauswahl
b) Die systematische Auswahl
c) Die Flächenstichprobe
6.3.1.1.2. Komplexe Zufallsauswahl
a) Die geschichtete Zufallsauswahl
b) Die mehrstufige Zufallsauswahl
6.3.1.2. Auswahlmethoden in der qualitativen Sozialforschung
6.3.1.3. Auswahlmethoden in der quantitativen und qualitativen Sozialforschung
6.3.1.3.1. Bewusste Auswahl
a) Das Schneeballverfahren
b) Das Quota-Verfahren
6.3.1.3.2. Willkürliche Auswahl
6.3.2. Datenerhebung
6.3.2.1. Die Befragung
6.3.2.1.1. Standardisierte Befragungen
a) Face-to-face Interviews
b) Telefoninterviews
6.3.2.1.2. Teil-Standardisierte Befragungen
6.3.2.1.3. Nicht-Standardisierte Befragungen
6.3.2.2. Beobachtungen
6.3.3. Datenaufbereitung
6.3.3.1. Aufbereitungsmethoden in der quantitativen Sozialforschung
6.3.3.1.1. Codierung und Datenübertragung
6.3.3.1.2. Datenkontrolle und –bereinigung
6.3.3.1.3. Umformung und –kodierung von Variablen
6.3.3.2. Aufbereitungsmethoden in der qualitativen Sozialforschung
6.3.3.2.1. Tonbandaufzeichnungen
6.3.3.2.2. Transkription
6.3.4. Datenanalyse
6.3.4.1. Datenanalyse in der quantitativen Sozialforschung
6.3.4.1.1. Deskriptive Statistik
6.3.4.1.2. Inferenzstatistik
6.3.4.2. Datenanalyse in der qualitativen Sozialforschung
6.3.4.2.1. Grounded Theory
a) Offenes Kodieren
b) Axiales Kodieren
c) Selektives Kodieren
6.3.4.2.2. Globalanalyse
6.3.4.2.3. Typenbildung
6.3.4.2.4. Narrative Analyse
6.3.4.2.5. Objektive Hermeneutik
6.3.4.2.6. Auswertung durch Computerprogramme
7. Analyse der empirischen Untersuchungen
7.1. Einbürgerungsmotive – Stand der Forschung
7.1.1. Quantitative empirische Forschung
7.1.2. Qualitative empirische Forschung
7.2. Methoden in den quantitativen empirischen Untersuchungen
7.2.1. Auswahl der Untersuchungseinheiten
7.2.2. Datenerhebung
7.2.3. Datenaufbereitung
7.2.4. Datenanalyse
7.2.5. Methodenkritik
7.3. Methoden in den qualitativen empirischen Untersuchungen
7.3.1. Auswahl der Untersuchungseinheiten
7.3.2. Datenerhebung
7.3.3. Datenaufbereitung
7.3.4. Datenanalyse
7.3.5. Methodenkritik
8. Die Einbürgerungsmotive der türkischen Migrantinnen und Migranten
8.1.Ergebnisse aus den quantitativen empirischen Forschungen
8.1.1. Ergebnisse der Untersuchungen im Auftrag des BMA
8.1.2. Ergebnisse der Untersuchungen des ZfT
8.1.3. Bewertung
8.2.Ergebnisse aus den qualitativen empirischen Forschungen
8.2.1. „Die neuen Deutschen“ – Tanja Wunderlich
8.2.2. „Einbürgerung als Option“ - Kathrin Prümm
Die Arbeit untersucht die Motive türkischer Migrantinnen und Migranten für eine Einbürgerung in Deutschland. Ziel ist die methodische Analyse und der Vergleich quantitativer und qualitativer empirischer Untersuchungen zu diesem Thema, um Defizite aufzuzeigen und Empfehlungen für zukünftige Forschungsvorhaben zu formulieren.
4.3. Das Einbürgerungsrecht in Deutschland
Einbürgerung wird „als die letzte Stufe der Integration verstanden“. Prümm formuliert diesen Begriff auf folgende Weise: „Unter Einbürgerung wird die gesetzliche Maßnahme verstanden, die ausländischen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur deutschen Staatsangehörigkeit unter bestimmten Umständen ermöglicht.“ Eine eher juristische Definition findet sich bei Bultmann: „Durch die Einbürgerung wird die deutsche Staatsangehörigkeit aufgrund eines Erwerbstatbestandes verliehen. Juristisch ist die Einbürgerung ein feststellender Verwaltungsakt mit Dauerwirkung“.
Auf eine einheitliche Definition von Einbürgerung konnte man sich bis heute nicht einigen, aber fest steht, dass das deutsche Einbürgerungsrecht aufgrund seiner hohen Anzahl an Sonderregelungen und Ausnahmen unübersichtlich, komplex und schwer nachvollziehbar ist. Dennoch soll im Folgenden ein Überblick gegeben werden.
1. Die Lage der Türkei seit 1950: Ein Überblick über die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Türkei, geprägt durch Militärputsche und den Übergang zur Marktwirtschaft.
2. Die türkische Migration in die BRD seit 1950: Darstellung der Migrationsphasen, beginnend mit der Anwerbung von Arbeitskräften bis hin zu den Integrationsdebatten und dem Anwerbestopp.
3. Zusammenfassende Bewertung: Reflexion über den Verbleib der türkischen Bevölkerung in Deutschland und die sich wandelnden Rückkehrabsichten über drei Generationen hinweg.
4. Staatsangehörigkeitsgesetze: Analyse der rechtlichen Grundlagen des Staatsangehörigkeitsrechts, inklusive der Erwerbsmöglichkeiten durch Geburt oder Einbürgerung in Deutschland und der Türkei.
5. Die Einbürgerung der türkischen Bevölkerung in Zahlen: Statistische Betrachtung der Einbürgerungstrends von 1989 bis 2006 im Kontext der gesetzlichen Änderungen.
6. Die empirische Sozialforschung: Methodische Einführung in die Grundlagen quantitativer und qualitativer Sozialforschung, insbesondere hinsichtlich Auswahl, Datenerhebung und Analyse.
7. Analyse der empirischen Untersuchungen: Kritische Untersuchung existierender quantitativer und qualitativer Studien zu Einbürgerungsmotiven im Hinblick auf deren methodisches Vorgehen.
8. Die Einbürgerungsmotive der türkischen Migrantinnen und Migranten: Zusammenfassende Darstellung und Vergleich der Forschungsergebnisse zu den Gründen, warum sich türkische Migranten für oder gegen eine Einbürgerung entscheiden.
Einbürgerung, Migration, Türkei, Staatsangehörigkeit, Integrationspolitik, Empirische Sozialforschung, Qualitative Methoden, Quantitative Methoden, Aufenthaltsrecht, Mehrstaatigkeit, Gastarbeiter, Motivanalyse, Identität, Sozialversicherungsrecht, Wahlrecht
Die Diplomarbeit untersucht die Einbürgerungsmotive türkischer Migrantinnen und Migranten in Deutschland und analysiert kritisch die sozialwissenschaftlichen Methoden, die bisher zur Erforschung dieses Themas eingesetzt wurden.
Die Arbeit deckt den historischen Hintergrund der türkischen Migration, das rechtliche Gefüge der deutschen und türkischen Staatsangehörigkeit sowie methodische Grundlagen der empirischen Sozialforschung ab.
Das Ziel ist es, die Qualität und Methodik existierender Studien zu Einbürgerungsmotiven zu vergleichen, auf methodische Defizite hinzuweisen und Empfehlungen für eine zukünftige, verbesserte Forschung zu geben.
Es handelt sich um eine methodenkritische Sekundäranalyse, die quantitative und qualitative Ansätze gegenüberstellt und die methodischen Vorgehensweisen in einschlägigen Studien wie denen des BMA oder des ZfT hinterfragt.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der methodischen Reflexion (Datenerhebung, Stichprobenziehung, Codierung) und der anschließenden inhaltlichen Auswertung der Motive, wobei instrumentelle und identitätsbezogene Gründe differenziert werden.
Wichtige Begriffe sind Einbürgerung, Methodenkritik, Repräsentativität, Grounded Theory, Staatsangehörigkeitsrecht und Migrationssoziologie.
Sie wird erwähnt, da sie bis zur Reform im Jahr 2000 türkischen Migranten ermöglichte, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben, ohne die türkische zu verlieren, was die damaligen Einbürgerungsentscheidungen maßgeblich beeinflusste.
Die Autorin kritisiert unter anderem die methodische Intransparenz, die kurze Erhebungsdauer und die zum Teil irreführenden türkischen Übersetzungen der Fragebögen, die die Validität der Ergebnisse beeinträchtigen könnten.
Die Autorin hebt hervor, dass die Kombination verschiedener Methoden (Triangulation), wie sie teilweise von Tanja Wunderlich praktiziert wurde, ein vielversprechender Ansatz zur Optimierung von Forschungsprozessen ist.
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