Masterarbeit, 2008
120 Seiten, Note: 1,7
1. Auf der Suche nach Gold, Gewürzen und Drogen
2. Arzneipflanzen aus Südamerika
2.1 Voraussetzungen und Entdeckungshoffnungen
2.2 neues Wissen durch Botaniker und Ärzte
2.2.1 Martin de la Cruz
2.2.2 Francisco Hernández
2.2.3 Nicolás Monardes
2.2.4 José de Acosta
2.2.5 Thomas Harriot
2.2.6 Der Orden der Jesuiten
2.3 Pflanzen rücken ins Bewusstsein der Europäer
2.3.1 Cochenille
2.3.2 Sarsaparillawurzel
2.3.3 Sassafras
2.3.4 Tabak
2.3.5 Chinarinde
3. Die Sonderrolle des Guajakholzes
3.1 Exkurs: Syphilis – der Schock der Renaissance
3.1.1 Ursprung und Herkunftsdiskussion
3.1.2 rasende Verbreitung in der Neuen Welt
3.1.3 erste Schilderung der neuen Krankheit
3.1.4 Namensvielfalt der Seuche
3.1.5 Symptome und Krankheitsverlauf
3.1.6 Zeitgenössisches Verständnis der Plage
3.1.7 Öffentliche Vorsorge und Behandlung
3.1.8 Hilflosigkeit und empirische Heilmethoden
3.2 Pflanze und Heilmittel Guajak
3.3 Guajakforschung: Gonzalo Hernández de Oviedo y Valdes und Ruiz Diaz de Isla
3.4 Von Hutten und andere Empfehlungen
3.5 Paracelsus und andere Kritiker
4. Der Stellenwert der Handelsware Guajakholz
4.1 Exkurs: Einblick in die Rolle der oberdeutschen Handelshäuser in der damaligen Wirtschaftswelt
4.2 Kontroverse Sudhoff – Strieder (1933/34)
4.3 Position Munger (1949)
4.4 aktuelle Positionen: Vöttiner-Pletz und Stein
4.4.1 Vöttiner-Pletz (1990)
4.4.2 Stein (2003)
5. Das moderne Europa auf der Suche nach neuen Heilmitteln
Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung von aus Amerika importierten Arzneipflanzen für die neuzeitliche europäische Medizin. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle des Guajakholzes als vermeintliches Heilmittel gegen die damals grassierende Syphilis sowie dessen Funktion als bedeutende Handelsware im Kontext des Aufstiegs oberdeutscher Handelshäuser wie der Fugger.
3.1 Exkurs: Syphilis – der Schock der Renaissance
In der Periode zwischen 1450 und 1550 wandelte die westeuropäische Zivilisation ihr mittelalterliches Gesicht. Die Renaissance leitete eine Reihe revolutionärer Wechsel in Philosophie und Wissenschaft, Kunst und Religion, Technologie und Kommunikation ein. Einer der größten anglo-irischen Politiker und Redner, Edmund Burke beschrieb die Zeitenwende um 1500 folgendermaßen, wenn er zurückblicke auf die Renaissance, sehe er ein außergewöhnliches Zusammenspiel von Ereignissen in dieser Zeit, voran die federführende Entdeckung Amerikas, die Einführung des Buchdrucks, die Erfindung von Schießpulver, die Weiterentwicklung der Seefahrt, die Rückbesinnung auf antike Lehren, und die Reformation; alle diese veränderten gänzlich das Gesicht Europas. Inspiriert vom damaligen Fortschritt Europas frohlockte der Zeitgenosse Ulrich von Hutten: „O saeculu! O litterae! Iuvat vivere …“
Der Schock der Syphilis traf Europa in einem Moment, in dem die Renaissance in ihrer vollen Blüte stand. Die epidemischen Ausmaße der neuen Seuche und die Heftigkeit ihrer Auswirkungen veränderten das Weltbild dieser Zeit schlagartig. Für die Geschichtsforschung hat die Syphilis eine spezielle Faszination, da sie von allen Krankheiten der Menschheit diejenige ist, deren erstes Auftreten am besten festgehalten und damit historisch erforschbar ist.
1. Auf der Suche nach Gold, Gewürzen und Drogen: Einleitung in die europäische Expansionsgeschichte und die daraus resultierende Suche nach neuen Nahrungs- und Heilmitteln aus der Neuen Welt.
2. Arzneipflanzen aus Südamerika: Überblick über die botanischen Entdeckungen durch Konquistadoren, Ärzte und Jesuiten sowie deren langsame Aufnahme in die europäische Medizin.
3. Die Sonderrolle des Guajakholzes: Detaillierte Analyse der Syphilis als prägendes Krankheitsbild der Zeit und die Etablierung des Guajakholzes als Hoffnungsträger und vermeintliches Heilmittel.
4. Der Stellenwert der Handelsware Guajakholz: Historische Untersuchung über die Bedeutung des Guajak-Handels, das angebliche Monopol der Fugger und die wissenschaftliche Kontroverse um die Wirksamkeit.
5. Das moderne Europa auf der Suche nach neuen Heilmitteln: Schlussbetrachtung zur Bedeutung der Ethnomedizin und der Rückbesinnung auf globale Ressourcen in der heutigen Forschung.
Guajakholz, Syphilis, Franzosenkrankheit, Neue Welt, Fugger, Handelsmonopol, Medizingeschichte, Renaissance, Paracelsus, Ulrich von Hutten, Materia medica, Chinarinde, Sarsaparilla, Quecksilbertherapie, Jesuiten.
Die Arbeit beleuchtet die historische Einführung und Verbreitung amerikanischer Arzneipflanzen, insbesondere des Guajakholzes, in Europa während der Frühen Neuzeit und deren Verwendung zur Behandlung der Syphilis.
Die zentralen Themen sind der interkontinentale Arzneipflanzenaustausch, die medizinhistorische Bedeutung der Syphilis, die ökonomische Rolle der Fugger im Handel mit "Heilholz" sowie die zeitgenössischen Behandlungsmethoden.
Das Ziel ist die historische Darstellung des Wandels der neuzeitlichen Medizin durch Einflüsse aus der Neuen Welt und die Einordnung des Guajakholzes in seinem medizinischen und ökonomischen Stellenwert.
Es handelt sich um eine medizinhistorische Untersuchung, die auf der Analyse von zeitgenössischen Quellen, Reiseberichten, medizinischen Traktaten und Rechnungsbüchern basiert.
Der Hauptteil analysiert die Entdeckungsgeschichte neuer Pflanzen, die pathologische Entwicklung der Syphilis, die kontroversen therapeutischen Ansätze und die wirtschaftlichen Verflechtungen großer Handelshäuser.
Schlüsselbegriffe sind Guajakholz, Syphilis, Fugger, materielle Medizingeschichte, Heilpflanzen, Renaissance und therapeutischer Wandel.
Die Jesuiten fungierten als wichtige Mittler, die heilkundliches Wissen der Ureinwohner Amerikas erfassten, in Apotheken nutzbar machten und durch ihr Netzwerk nach Europa brachten.
Die Syphilis wurde oft als göttliche Strafe für Sünden, als Folge von Astrologie oder als Strafe für sexuelle Unzucht interpretiert, bevor ein natürliches Verständnis der Ansteckungswege wuchs.
Die Arbeit beleuchtet die kontroverse Debatte zwischen Historikern wie Sudhoff (der ein Monopol annahm) und Vöttiner-Pletz oder Stein (die dieses bezweifeln oder als nicht belegbar einstufen).
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