Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 United we Stand! Einleitende Vorüberlegungen
2 Der Aufbruch der Gewerkschaftsbewegung
2.1 Die frühen Jahre zwischen 1890 - 1926
2.2 Auf dem Weg in die Depression (1927-1933)
2.3 Der Börsenkrach und seine weitreichenden Folgen
2.3.1 Die Gründung der Gewerkschaft für Drehbuchautoren
2.3.2 Die Gründung der Screen Actors Guild of America
2.3.3 Die Gründung der Directors Guild of America
3 Errungenschaften der US-amerikanischen Unions in der Gegenwart
3.1 Die Regelungen der Writers Guild of America
3.1.1 Mitgliederstatus und Zuwendungsleistungen
3.1.2 Die Bedingungen des WGA Minimum Basic Agreements 2008
3.2 Die Regelungen der Screen Actors Guild of America
3.2.1 Mitgliederstatus und Zuwendungsleistungen
3.2.2 Der SAG Vertrag für Sprechrollen
3.2.3 Der SAG Vertrag für Hintergrunddarsteller
3.3 Die Regelungen der Directors Guild of America
3.3.1 Mitgliederstatus und Zuwendungsleistungen
3.3.2 Die Bedingungen des DGA Minimum Basic Agreements 2008
4 Film- und Mediengewerkschaften in Deutschland
4.1 Die Anfänge der gewerkschaftlichen Strukturen
4.2 Der Weg zur einer einheitlichen Mediengewerkschaft
4.3 Zuständigkeitsspezialisierung innerhalb von ver.di
4.3.1 Ziele und Leistungen des Bundesfilmverbandes und Connexx.av
4.3.2 Auswirkungen auf die Tarifarbeit
4.4 Deutsche Mediengewerkschaften, eine Erfolgsgeschichte?
5 Der US-amerikanische Autorenstreik
5.1 Gegenstand der Auseinandersetzungen
5.2 Die Chronologie der Ereignisse
5.3 Die Errungenschaften des Streiks
5.4 Die Streikfolgen
5.5 Autorenstreik in Deutschland – eine realistische Möglichkeit?
6 Resultate und Folgerungen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Gewerkschaftsstrukturen der US-amerikanischen Filmwirtschaft, analysiert die historischen Hintergründe der Gründung bedeutender "Guilds" und kontrastiert diese mit dem gewerkschaftlichen System in Deutschland, um die Mechanismen hinter Streiks und Tarifverhandlungen zu verdeutlichen.
2.3.1 DIE GRÜNDUNG DER GEWERKSCHAFT FÜR DREHBUCHAUTOREN
Die erste Gruppe, die gewerkschaftliche Bestrebungen fokussierte, waren die Drehbuchautoren. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences konnte diesen Schritt nicht nachvollziehen, da sie aus ihrer Sicht bereits alle Berufsgruppen der Filmwirtschaft vertreten sah. Dorothy Parker, US-amerikanische Schriftstellerin, Theater- und Literaturkritikerin, brachte die Separationsbemühungen der Drehbuchautoren polemisch auf den Punkt. „Looking to the Academy for representation was like trying to get laid in your mother’s house. Somebody was always in the parlor, watching.“
Zugleich verfolgte die Academy die Idee, ein zentrales künstlerisches Büro einzurichten, das für die Produzenten als eine Art Agentur dienen sollte. Die Autoren kritisierten an diesem Ansatz die Möglichkeit für Produzenten, Drehbücher flexibel je nach Bedarf austauschen zu können. Dies würde, so die einhellige Meinung, die Position der Drehbuchautoren entscheidend schwächen. Eine gewerkschaftliche Positionierung schien somit, nicht allein infolge des Gehaltsdebakels, unausweichlich.
1 United we Stand! Einleitende Vorüberlegungen: Einführung in die Thematik der internationalen Solidarität unter Autoren und die Zielsetzung der Untersuchung von US-amerikanischen und deutschen Gewerkschaftsstrukturen.
2 Der Aufbruch der Gewerkschaftsbewegung: Darstellung der historischen Entwicklung der ersten US-amerikanischen Theater- und Film-Gewerkschaften sowie der Auswirkungen der Depression und des Börsenkrachs auf die Entstehung der großen "Guilds".
3 Errungenschaften der US-amerikanischen Unions in der Gegenwart: Detaillierte Analyse des aktuellen Status, der Satzungen sowie der Pensions- und Gesundheitsfonds der WGA, SAG und DGA.
4 Film- und Mediengewerkschaften in Deutschland: Historischer Rückblick auf die Entwicklung gewerkschaftlicher Organisation in Deutschland und der Entstehung von Initiativen wie Connexx.av innerhalb von ver.di.
5 Der US-amerikanische Autorenstreik: Untersuchung der Hintergründe, des Verlaufs und der weitreichenden Folgen des Autorenstreiks 2007/2008 sowie dessen Vergleichbarkeit mit deutschen Verhältnissen.
6 Resultate und Folgerungen: Abschließende Bewertung des US-Modells im Vergleich zum deutschen System und Diskussion über strukturelle Unterschiede sowie zukünftige Herausforderungen.
Gewerkschaften, Filmwirtschaft, Autorenstreik, Writers Guild of America, Screen Actors Guild, Directors Guild of America, Tarifvertrag, Minimum Basic Agreement, Arbeitsbedingungen, ver.di, Connexx.av, Solidarität, Filmproduktion, Gagen, Urheberrecht
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich von gewerkschaftlichen Strukturen in der US-amerikanischen und der deutschen Filmwirtschaft, insbesondere im Kontext von Arbeitsrechten und Tarifverhandlungen.
Im Zentrum stehen die historischen Ursprünge der US-Gewerkschaften, ihre heutige Machtstellung durch Rahmenverträge (Minimum Basic Agreements) sowie die deutsche Situation, die durch Fusionen und eine andere Gewerkschaftskultur geprägt ist.
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der US-Gewerkschaften als kontrastierendes Modell zum deutschen System darzustellen und zu untersuchen, ob ein Autorenstreik nach US-Vorbild in Deutschland realistisch wäre.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse werden Experteninterviews, unter anderem mit dem Connexx.av-Projektleiter Olaf Hofmann und dem US-Autor Jeff Ginsberg, zur Fundierung der Analyse herangezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der US-amerikanischen "Guilds" (WGA, SAG, DGA), die deutsche Gewerkschaftslandschaft (ver.di/Connexx.av) sowie eine tiefe Analyse des US-Autorenstreiks 2007/2008.
Die zentralen Begriffe sind Gewerkschaften, Tarifpolitik, Arbeitsbedingungen, Filmproduktion, "Guilds" und die spezifischen Herausforderungen der deutschen versus der US-amerikanischen Interessenvertretung.
Sie dient als exemplarisches Modell, um zu zeigen, wie starke gewerkschaftliche Strukturen durch kollektive Abkommen (Minimum Basic Agreements) Mindestlöhne und Sozialleistungen in einer ansonsten prekären Branche absichern können.
Connexx.av ist ein Modellprojekt innerhalb von ver.di, das darauf abzielt, durch spezialisierte Basisarbeit die besonderen Interessen von Filmschaffenden besser zu vertreten, nachdem zentrale gewerkschaftliche Strukturen in der Vergangenheit an ihre Grenzen stießen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

