Diplomarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition
2.1 Wohlfahrtsstaat und Sozialstaat
2.2 Grundeinkommen
2.3 Grund- oder Mindestsicherung
2.4 Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren
2.5 Mindestlohn und Existenzminimum
2.6 Kombilohn
2.7 Arbeitszeitverkürzung
2.8 Income-Mix
3 Historischer Abriss der Entwicklung Deutschlands zum Sozial- bzw. Wohlfahrtsstaat
4 Aktuelle Sozialleistungen in Deutschland
4.1 Hartz IV bzw. Arbeitslosengeld II
4.2 Ausbildungsförderung
4.3 Kindergeld
4.4 Pensionen
4.5 Wohngeld
4.6 Bundeselterngeld
5 Sozialstaat in der Krise
5.1 Sozialstruktur anhand ausgewählter Daten und Prognosen
5.2 Forschungsergebnisse zu sozialstaatlicher Akzeptanz
6 Das Grundeinkommen
6.1 Stand der Debatte
6.2 Historische Entwicklung der Grundeinkommensidee
6.3 Befürworter eines Grundeinkommens und ihre Argumente
7 Grundeinkommensmodelle
7.1 Der Unternehmer Götz Werner – Das Bedingungslose Grundeinkommen
7.2 Der Politiker Dieter Althaus – Das Solidarische Bürgergeld
7.3 Der Wissenschaftler Thomas Straubhaar – Das Bedingungslose Grundeinkommen
7.4 Vergleich der Modelle
8 Internationaler Vergleich
8.1 Grundeinkommen in Brasilien
8.2 Sozialdividende in Alaska
9 Kritik am Grundeinkommen
10 Perspektiven & Fazit
11 Literatur
11.1 Bücher & Zeitschriften
11.2 Informationen aus dem Internet
11.3 Gesetze und Gesetzessammlungen
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeit der Einführung eines Grundeinkommens als Lösung für die strukturelle Krise des deutschen Sozialstaates. Dabei wird analysiert, inwieweit das bestehende Sicherungssystem durch die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen reformiert oder ergänzt werden kann, um den Bürger als Individuum aufzuwerten und Diskriminierung abzubauen.
1 Einleitung
„Das garantierte Einkommen würde nicht nur aus dem Schlagwort „Freiheit“ eine Realität machen, es würde auch ein tief in der religiösen und humanistischen Tradition des Westens verwurzeltes Prinzip bestätigen, daß der Mensch unter allen Umständen das Recht hat zu leben. Dieses Recht auf Leben, Nahrung und Unterkunft, auf medizinische Versorgung, Bildung usw. ist ein dem Menschen angeborenes Recht, das unter keinen Umständen eingeschränkt werden darf, nicht einmal im Hinblick darauf, ob der Betreffende für die Gesellschaft „von Nutzen ist““ (Fromm 1966).
Der deutsche Wohlfahrts- und Sozialstaat genießt weltweit ein hohes Ansehen. Kaum ein Land verfügt über ein vergleichbares Gesundheitssystem oder über mehr Sozialleistungen als Deutschland. Doch betrachtet man aktuelle Statistiken und Tendenzen zu Arbeitslosigkeit, Armut, Demographie und (Lebens-)Arbeitszeit, so lassen diese Daten auch eine andere Lesart zu. Deutschland ist längst in die Krise geraten, denn die Wiedervereinigung, eine hohe Erwerbslosigkeit, ein im Vergleich zur Weltwirtschaft geringes Wirtschaftswachstum, der soziale und der demographische Wandel fordern nach und nach ihren finanziellen Tribut. Seit Beginn der Hartz-Reformen ist ein drastischer Anstieg der in Armut lebenden Menschen zu verzeichnen, denn das soziale Sicherungssystem erfüllt seine auffangende und Armut vermeidende Funktion zunehmend unzureichend. Als Folge für Hartz-IV-Empfänger resultieren daraus häufig Diskriminierungen, Deklassierungen und Stigmatisierungen seitens der Gesellschaft und Behörden.
Betrachtet man derzeitige Grundsicherungsmodelle genauer, so wird schnell deutlich, dass nahezu alle Erwerbsbereitschaft beim Empfänger voraussetzen. Bezieht man allerdings Arbeitsmarktstatistiken in den Diskurs ein, so wird schnell deutlich, dass der derzeitige – und zukünftige – Arbeitsmarkt nicht für jeden Bürger eine Erwerbsarbeit bereithält. Man muss also die Frage stellen, inwieweit es noch als gerecht empfunden werden kann, dass ohne konstruktive Perspektiven Arbeitslose gezählt, kontrolliert, bevormundet und diskriminiert werden, ohne ihnen einen tatsächlichen Ausweg aus der finanziellen und häufig persönlichen Krise aufzuzeigen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise des deutschen Sozialstaates und stellt die Frage nach der Rechtfertigung und Umsetzbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens.
2 Begriffsdefinition: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Sozialstaat, Grundeinkommen, Mindestsicherung sowie diverse Finanzierungs- und Arbeitsmarktkonzepte.
3 Historischer Abriss der Entwicklung Deutschlands zum Sozial- bzw. Wohlfahrtsstaat: Ein Überblick über die historische Entstehung und Transformation der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland von Bismarck bis zur Wiedervereinigung.
4 Aktuelle Sozialleistungen in Deutschland: Eine detaillierte Analyse der gängigen Sozialtransfers, ihrer Anspruchsvoraussetzungen und ihrer Rolle im aktuellen Sicherungssystem.
5 Sozialstaat in der Krise: Untersuchung der sozioökonomischen Gründe für die Krise des Sozialstaates, unter anderem durch demografischen Wandel, Arbeitslosigkeit und Individualisierungsprozesse.
6 Das Grundeinkommen: Beleuchtung der historischen Entwicklung der Grundeinkommensidee sowie der zentralen Argumente von Befürwortern.
7 Grundeinkommensmodelle: Detaillierte Vorstellung und Vergleich der drei Konzepte von Götz Werner, Dieter Althaus und Thomas Straubhaar.
8 Internationaler Vergleich: Darstellung internationaler Erfahrungen mit dem Grundeinkommen, insbesondere in Brasilien und Alaska.
9 Kritik am Grundeinkommen: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Finanzierung, den Anreizstrukturen und den potenziellen Risiken eines Grundeinkommens.
10 Perspektiven & Fazit: Eine abschließende kritische Bewertung der Potenziale und Herausforderungen eines Paradigmenwechsels in der deutschen Sozialpolitik.
Grundeinkommen, Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Hartz IV, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Existenzminimum, Bedingungsloses Grundeinkommen, Solidarisches Bürgergeld, Finanzierung, Umverteilung, Arbeitsanreize, Armutsrisiko, Demographischer Wandel, Soziale Sicherheit
Die Arbeit analysiert die aktuelle Krise des deutschen Sozialstaates und untersucht die Einführung eines Grundeinkommens als mögliche Lösung, um die soziale Absicherung zu reformieren.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung des Sozialstaates, die Analyse aktueller Sozialleistungen sowie die theoretische und ökonomische Bewertung verschiedener Grundeinkommensmodelle.
Das Ziel ist es, die Umsetzbarkeit und Gerechtigkeit einer Entkoppelung von Arbeit und Einkommen zu prüfen und aufzuzeigen, ob ein Grundeinkommen individuelle Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe besser sichern kann als das heutige System.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende Literatur, historische Daten, aktuelle Statistiken und die Auswertung von Grundeinkommensmodellen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Sozialstaates, eine Analyse der aktuellen sozialen Krise, eine historische Herleitung der Grundeinkommensidee und einen detaillierten Vergleich prominenter Modelle.
Zentrale Begriffe sind Grundeinkommen, Sozialstaat, Hartz IV, soziale Sicherheit, Finanzierung, Arbeitsanreize und Demographie.
Die Autorin stellt die Unterschiede in Finanzierung und Ausgestaltung heraus und vergleicht, inwieweit diese die soziale Teilhabe wirklich sichern können, wobei sie die Modelle kritisch auf ihre Praxistauglichkeit prüft.
Der Vergleich mit Modellen wie der Sozialdividende in Alaska oder dem Grundeinkommen in Brasilien dient als praktische Fallstudie, um die theoretischen Überlegungen zur Praktikabilität in Deutschland zu untermauern.
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