Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungsstand
2.1 Zentrale Lebensphasen
2.1.1 Lebensphasen im gesellschaftlichen Wandlungsprozess
2.1.2 Jugend
2.1.3 Junges Erwachsenenalter
2.1.4 Entwicklungsaufgaben im jungen Erwachsenenalter
2.2 Kinder- und Jugendhilfe
2.2.1 Hilfen zur Erziehung
2.2.2 Heimerziehung als Hilfe zur Erziehung
2.2.3 Verschiedene Formen der Heimerziehung
2.2.4 Alltag in der Heimerziehung
2.3 Statuspassage Care Leaver*innen
2.3.1 Übergänge aus der Heimerziehung
2.3.2 Übergangsmanagement
2.3.3 Faktoren für einen gelingenden Übergangsprozess
2.3.4 Hildesheimer Übergangsmodell
2.3.5 Erwerben von Selbstständigkeit
2.3.6 Herausforderungen im Schritt der Verselbstständigung für Care Leaver*innen
2.3.7 Beispiele der Alltagsbewältigung der Care Leaver*innen im selbstständigen Leben
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen der Nachbetreuung für Care Leaver*innen
2.4.1 Anforderungen für die Nachbetreuung
2.4.2 Mögliche Formen der Nachbetreuung
2.5 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Situation der Care Leaver*innen
2.6 Ausblick in die Zukunft
3. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Gelingensfaktoren für Care Leaver*innen beim Übergang aus der stationären Heimerziehung in ein eigenständiges, selbstverantwortliches Leben. Ziel ist es, durch eine fundierte Literaturanalyse Ansätze und Maßnahmen zu identifizieren, die diesen kritischen Lebensübergang positiv beeinflussen können.
2.3.6 Herausforderungen im Schritt der Verselbstständigung für Care Leaver*innen
Eine besondere Herausforderung für die Care Leaver*innen ist, dass mit dem Verlassen der stationären Hilfen zunächst ein Leben in Selbstständigkeit, also ohne Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe vorgesehen ist. Der Übergang in die Selbstständigkeit geschieht nicht schrittweise, sondern in einigen Fällen von einem auf den anderen Tag. Nach dem Verlassen der Heimerziehung ist es nicht mehr möglich diesen Schritt rückgängig zu machen. Care Leaver*innen werden in ein selbstständiges Leben entlassen, was häufig von Unsicherheiten und unbestimmten Zukunftsaussichten geprägt ist. Aufgrund der oftmals vorhanden niedrigen Bildungsabschlüsse rücken Angebote der Beschäftigungsförderungen in den Mittelpunkt (vgl. Strahl & Thomas, 2013, S. 4). Mit dem jungen Erwachsenenalter ab dem 18. Lebensjahr kommen neue Aufgaben auf die jungen Menschen zu. Besonders Menschen aus der Heimerziehung, welche hochbelastende Erfahrungen in ihrer Vergangenheit erlebten und brüchige soziale Kontakte aufweisen, können die neuen Entwicklungsaufgaben häufig nur schwer allein bewältigen. Care Leaver*innen fehlen informelle sozial helfende Netzwerke in ihrem Leben, welche vielen Peers in ihren Herkunftsfamilien zu stehen. Faltermeier beschreibt die Übergänge aus Heimen als „gefahrvoll“. Seiner Meinung nach geraten Care Leaver*innen nach dem Ende der Heimerziehung in eine Verunsicherung. Besonders Themen wie Wohnung, Finanzen, Rechtsgeschäfte, Partnerprobleme oder Alltagssicherung führen zu Problemen, da diese noch nie selbstständig bewältigt wurden. Dieser Zustand kann zu Krisen und Konflikten führen, woraus unter anderem Überschuldung, Drogenkonsum, Scheidung oder Kleinkriminalität resultieren. Betroffene verspüren nach der Heimerziehung häufig Gefühle von Ohnmacht, Frust oder Ausweglosigkeit (vgl. Faltermeier, 2017, S. 29).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Care-Leaver-Thematik ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Gelingen des Übergangs in die Selbstständigkeit.
2. Aktueller Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die bisherige Forschungslage und beleuchtet zentrale Lebensphasen sowie das System der Kinder- und Jugendhilfe.
2.1 Zentrale Lebensphasen: Es werden die theoretischen Grundlagen der Sozialisation und die spezifischen Entwicklungsaufgaben im jungen Erwachsenenalter dargelegt.
2.2 Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel erläutert die Strukturen, Ziele und gesetzlichen Grundlagen der Hilfen zur Erziehung sowie die Besonderheiten der Heimerziehung.
2.3 Statuspassage Care Leaver*innen: Das Herzstück der Arbeit analysiert den Übergangsprozess, Anforderungen an die Selbstständigkeit und Herausforderungen im Alltag der Betroffenen.
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen der Nachbetreuung für Care Leaver*innen: Hier werden die gesetzlichen Möglichkeiten für Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus sowie Ansätze für eine gelingende Nachbetreuung diskutiert.
2.5 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Situation der Care Leaver*innen: Dieser Teil beleuchtet die spezifischen Belastungen durch die Pandemie und entstandene Unterstützungsangebote.
2.6 Ausblick in die Zukunft: Das Kapitel vergleicht internationale Ansätze und formuliert Empfehlungen für eine flexiblere und bedarfsgerechtere Gestaltung des Übergangssystems in Deutschland.
3. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer nachhaltigen, professionellen Übergangsbegleitung für Care Leaver*innen.
Care Leaver, Übergangsmanagement, Heimerziehung, Verselbstständigung, Jugendhilfe, SGB VIII, Lebensphasen, Nachbetreuung, soziale Benachteiligung, Übergangsbegleitung, Corona-Pandemie, Selbstständigkeit, stationäre Erziehungshilfe, Hilfen zur Erziehung, Sozialisation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Situation von Care Leaver*innen, also jungen Erwachsenen, die nach einer Zeit in der stationären Heimerziehung den Schritt in ein eigenständiges Leben wagen.
Zentrale Themen sind der Prozess der Verselbstständigung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe, das Konzept des Übergangsmanagements sowie die spezifischen Herausforderungen, denen sich Betroffene gegenübersehen.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, wie der Übergang von Care Leaver*innen aus der Heimerziehung in ein selbstständiges Leben gelingen kann und welche Faktoren diesen Prozess positiv unterstützen.
Bei der Arbeit handelt es sich um eine Literaturarbeit, in der relevante fachwissenschaftliche Quellen gesammelt, analysiert und kritisch miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil analysiert die Lebensphase des jungen Erwachsenenalters, die Institution Heimerziehung, die Statuspassage "Leaving Care", das Hildesheimer Übergangsmodell sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zielgruppe.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Care Leaver, Übergangsmanagement, Selbstständigkeit, Nachbetreuung und Kinder- und Jugendhilfe geprägt.
Das Modell bietet eine fundierte Arbeitsgrundlage für Kommunen und Fachkräfte, um Übergänge mittels vier klar definierter Bausteine rechtskreisübergreifend und flexibler zu gestalten.
Da der Übergang häufig abrupt stattfindet und viele Betroffene über keine ausreichenden privaten Unterstützungsressourcen verfügen, führt der Schritt in die volle Selbstständigkeit oft zu Krisen, Unsicherheit und Überforderung.
Die Pandemie hat die ohnehin prekäre Situation verschärft, da Kontakte eingeschränkt wurden, Arbeitsplätze verloren gingen und die bewährten Beratungsstrukturen teilweise schwerer zugänglich waren.
Die Nachbetreuung ist essenziell, um nach Ende der stationären Hilfe einen Bruch in der Entwicklung zu vermeiden und eine kontinuierliche Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags sicherzustellen.
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