Bachelorarbeit, 2007
148 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gesellschaftsbild alter Menschen
3. Gewalt und Aggression im wissenschaftlichen Diskurs
4. Grundformen der Gewalt
5. Stationärer Pflegealltag: Alte Menschen in der Opferrolle
5.1 Forschungsdesign: Das qualitative Interview
5.2 Gewalt in der stationären Altenpflege: Erkenntnisse aus der Praxis
6. Personalmanagement: Verantwortung für Gewaltfreiheit
6.1 Personalmanagement: Ansätze aus der Theorie
6.2 Personalmanagement: Erkenntnisse aus der Praxis
6.3 Personalmanagement: Weitergehende Ansätze
7. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die in der stationären Altenpflege vorhandene, aber häufig tabuisierte Gewalt aufzudecken, die Rolle des Personalmanagements bei der Prävention und Intervention kritisch zu beleuchten und Wege zu einer gewaltfreien Pflege aufzuzeigen.
1 Einleitung
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (Grundgesetz 2006: Art. 1 I).
Aber ist die Würde des Menschen auch wirklich unantastbar? Ein Blick hinter die Kulissen von stationären Altenpflegeeinrichtungen zeigt, dass man diese Frage in vielen Fällen eindeutig mit „nein“ beantworten muss.
Durch Medien, aber auch durch eigene Beobachtungen wird man immer wieder mit vielfältigen Formen existierender „Gewalt“ in unserer Gesellschaft konfrontiert. Weniger in der Öffentlichkeit thematisiert und diskutiert wird dabei das brisante Thema der Gewalt an alten Menschen in stationären Einrichtungen. An dieser Stelle kann man sich berechtigter Weise fragen, welchen Stellenwert ältere Menschen in unserer Gesellschaft haben.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen dem verfassungsrechtlichen Schutz der Menschenwürde und der realen Situation in stationären Altenpflegeeinrichtungen.
2 Gesellschaftsbild alter Menschen: Dieses Kapitel analysiert, wie ein von Defiziten geprägtes Altersbild in der Gesellschaft die Wahrnehmung und Behandlung älterer Menschen beeinflusst.
3 Gewalt und Aggression im wissenschaftlichen Diskurs: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze und Begriffsbestimmungen zu Gewalt und Aggression wissenschaftlich diskutiert.
4 Grundformen der Gewalt: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen struktureller/indirekter Gewalt und personaler/direkter Gewalt im Kontext der Pflege.
5 Stationärer Pflegealltag: Alte Menschen in der Opferrolle: Dieses Kapitel stellt das Forschungsdesign vor und präsentiert qualitative Interviewergebnisse zur täglichen Gewaltpräsenz in der Pflege.
6 Personalmanagement: Verantwortung für Gewaltfreiheit: Das Kapitel untersucht theoretische Ansätze und praktische Möglichkeiten des Personalmanagements zur Prävention von Gewalt durch verbesserte Personalauswahl und -entwicklung.
7 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Enttabuisierung sowie einer systematischen Reflexion in der Pflege.
Gewalt in der Pflege, Altenpflege, Personalmanagement, strukturelle Gewalt, Gewaltprävention, qualitative Interviews, Pflegequalität, Menschenwürde, Altersbild, Personalauswahl, Personalentwicklung, Supervision, Coaching, Pflegesektor, stationäre Einrichtung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt in der stationären Altenpflege und analysiert, inwieweit das Personalmanagement durch präventive Ansätze dazu beitragen kann, diese Missstände abzubauen.
Zentrale Themen sind das gesellschaftliche Altersbild, theoretische Gewaltbegriffe, die Unterscheidung zwischen struktureller und personaler Gewalt sowie konkrete Instrumente der Personalführung.
Die Arbeit fokussiert darauf, welche Präsenz das Thema Gewalt im Berufsalltag hat und wie das Personalmanagement durch gezielte Maßnahmen (z. B. Personalauswahl, Weiterbildung) gegensteuern kann.
Die Arbeit nutzt qualitative narrative Interviews mit Pflegekräften, um subjektive Erfahrungen und Sichtweisen explorativ zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewaltformen, die Darstellung des Pflegealltags anhand von Interviewprotokollen sowie eine Analyse von Managementinstrumenten wie Supervision und Coaching.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltprävention, Personalmanagement in der stationären Altenpflege, strukturelle Gewalt und Pflegequalität definiert.
Die Autorin verdeutlicht, dass Arbeitsdruck, Personalknappheit und starre organisatorische Strukturen (wie feste Weck- oder Essenszeiten) häufig zur Gewaltentstehung beitragen.
Es zeigt sich, dass eine mangelnde Sensibilisierung des Personals und fehlende Reflexionsmöglichkeiten dazu führen, dass viele Gewalthandlungen nicht als solche wahrgenommen werden.
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