Diplomarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Private Akteure im Krieg
2.1 Historischer Überblick des Söldnerwesens
2.1.1 Söldner in der Antike
2.1.2 Söldnerverbände und Kompanien im Mittelalter
2.1.3 Der 30-jährige Krieg und die Französische Revolution
2.2 Söldner vs. PMC-Angestellter - Eine Abgrenzung
3. Private Military Companies – Aufstieg, Organisation und Strukturen
3.1 Gründe für den Aufstieg von PMCs
3.2 Virtueller Charakter
3.3 Rekrutierung
3.4 Einbettung in größere Konzerne
3.5 Typologie der PMC-Branche
4. Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen
4.1 Die USA als Auftraggeber von PMCs
4.1.1 Das Anmieten militärnaher Dienstleister zur Erfüllung politökonomischer Interessen
4.1.2 Das Anmieten militärischer Beratungsfirmen zur Erfüllung politökonomischer Interessen
4.1.3 Blackwater im Irak - Militärdienstleister oder Sicherheitsfirma?
4.1.4 Zwischenfazit
4.2 Dritte-Welt-Akteure als Auftraggeber von PMCs
4.2.1 Angola
4.2.2 Sierra Leone
4.2.3 Papua-Neuguinea
4.2.4 Zwischenfazit
4.3 Fazit
5. Straffreier Rechtsraum für private Militärfirmen?
5.1 Das Zusatzprotokoll der Genfer Konvention
5.2 Organisation of African Unity (OAU)-Konvention zur Eliminierung des Söldnerwesens in Afrika
5.3 UN-Konvention gegen die Rekrutierung, Einsatz, Finanzierung und Ausbildung von Söldnern
5.4 Fazit
5.5 Die Regulierung privater Militärfirmen in der EU
6. Schlussbetrachtung
6.1 Prüfung der These und Gefahren des Outsourcings
6.2 Ausblick
Die Arbeit analysiert die Rolle privater Militärfirmen (PMCs) als Akteure im globalen Sicherheitssektor. Ziel ist es zu untersuchen, wie staatliche Akteure durch die Beauftragung von PMCs in einer rechtlichen Grauzone politische und ökonomische Interessen verfolgen können, ohne direkt in Kampfhandlungen eingebunden zu sein.
3.1 Gründe für den Aufstieg von PMCs
Private Militärfirmen haben nach Kevin O’Brien schon vor dem Zusammenfall der Sowjetunion existiert. Viele, darunter die wohl bekannteste namens DSL, welche sich zur heutigen PMC Armor Group weiterentwickelten, entstanden schon zwischen 1970-1980 (vgl. O’Brien 2000b: 46).
Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Entfaltung dieses Wirtschaftszweigs „das direkte Resultat einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen [ist], die mit dem Ende des Kalten Krieges eingesetzt haben“ (Kanzleiter 2003: 176). Eine dieser Entwicklungen ist das Wegfallen der bipolaren Weltordnung. Viele Staaten erlitten aufgrund dessen eine Implosion; die jeweiligen Machthaber, die keine Hilfe mehr von Außen bekamen, waren auf sich allein gestellt, und erwiesen sich als unfähig, das eigene Land vor Konfliktausbrüchen zu bewahren. Die innerstaatlichen Konflikte verzeichneten eine Verdopplung im Zeitraum zwischen dem Ende des Kalten Krieges und Mitte der 90er Jahre. Ihre Anzahl war fünfmal höher als zur mittleren Phase des Kalten Krieges. Als Beispiel zeugen afrikanische Staaten wie Somalia und Sierra Leone genauso wie der Balkankonflikt, der durch das Ausbrechen unterdrückter Spannungen nach dem Zerfall der UDSSR zu erklären ist (vgl. Singer 2006: 92 ff.).
Allein das Phänomen der ‚Neuen Kriege’ ist ein komplexes Gebiet, dass Anregung für weitere Forschungen liefert. Aus diesem Grund wird es an dieser Stelle nicht weiter vertieft. Durch die oben genannte Entwicklung ergab sich ein Spielraum für PMCs, die mit ihren privaten Militärangeboten erfolgreich die entstandene Lücke, die sich nach dem Ost-West-Konflikt ergab, füllten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen der privaten Militärbranche vor dem Hintergrund der „Neuen Kriege“ und formuliert das Erkenntnisinteresse sowie die These über die Nutzung von PMCs zur Verfolgung politökonomischer Interessen.
2. Private Akteure im Krieg: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Werdegang des Söldnerwesens nach und grenzt den klassischen Söldner von modernen PMC-Mitarbeitern ab.
3. Private Military Companies – Aufstieg, Organisation und Strukturen: Hier werden die Gründe für den Aufstieg von PMCs analysiert und die internen Organisationsstrukturen sowie die Typisierung der Branche dargelegt.
4. Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen: Das Kapitel untersucht anhand politökonomischer Analysen, warum OECD-Staaten (USA) und Dritte-Welt-Akteure PMCs beauftragen.
5. Straffreier Rechtsraum für private Militärfirmen?: Es erfolgt eine kritische Analyse der internationalen Rechtslage bezüglich Söldnern und PMCs sowie ein Überblick über Regulierungsversuche innerhalb der EU.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel prüft die aufgestellte These, diskutiert die Gefahren der unregulierten Ausbreitung von PMCs und gibt einen Ausblick auf die Rolle der UNO und NGOs.
Private Military Companies, PMCs, Söldnerwesen, Outsourcing, politökonomische Interessen, Militärdienstleister, Sicherheitssektor, Genfer Konventionen, neue Kriege, internationale Regulierung, Blackwater, MPRI, Executive Outcomes, Privatisierung, Gewaltmonopol.
Die Arbeit analysiert die Entstehung und den Aufstieg privater Militärfirmen (PMCs) und untersucht, inwiefern Staaten diese Firmen nutzen, um ihre eigenen politischen und ökonomischen Ziele in einer rechtlichen Grauzone durchzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen die historischen Wurzeln des Söldnerwesens, die Organisationsformen von PMCs, die spezifischen Interessen von Auftraggebern wie den USA oder Entwicklungsländern sowie die Lücken im internationalen Recht bei der Regulierung dieser Unternehmen.
Das Ziel ist der Nachweis der These, dass der Einsatz von PMCs den Auftraggebern ermöglicht, politische und ökonomische Interessen zu verfolgen, die ohne diese privaten Akteure in diesem Maße nicht realisierbar wären.
Der Autor nutzt eine politökonomische Interessensanalyse und wendet die „Störenfriede-Theorie“ von Ulrich Schneckener an, um die Akteure und deren Motive in internationalen Konflikten zu typisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung von PMCs, deren Einbettung in größere Konzerne sowie in detaillierte Fallstudien zu Einsätzen in Ländern wie Angola, Sierra Leone und Kolumbien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Private Military Companies (PMCs), Outsourcing, Gewaltmonopol, Rechtliche Grauzone und internationale Konventionen geprägt.
Executive Outcomes dient als zentrales Fallbeispiel, um die Verflechtung von militärischen Dienstleistungen mit ökonomischen Interessen (Rohstoffabbau) und die Einbettung in größere Firmengeflechte zu illustrieren.
Die Schwierigkeit liegt laut Arbeit darin begründet, dass existierende internationale Abkommen auf Söldner als Einzelpersonen ausgerichtet sind und keine juristischen Personen oder komplexe Firmenstrukturen erfassen, zudem fehlen Kontrollinstanzen zur Überprüfung der Einhaltung.
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