Masterarbeit, 2008
99 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Die Bildungsbeteiligung und der Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund im nordrhein-westfälischen Schulwesen
2.1 Der Elementarbereich
2.2 Der Primarbereich
2.3 Der Sekundarbereich I
3 Determinanten für die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund
3.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
3.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung
3.3 Die Erklärung durch strukturelle Defizite des deutschen Schul-systems
3.4 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung
3.5 Die Bedeutung von Sprachkenntnissen für den Schulerfolg
4 Politische Reaktionen zur Bildungssituation von Migranten
4.1 Interventionsvorschläge der Kultusministerkonferenz
4.2 »Aktionsplan Integration« der Landesregierung NRW
5 Interventionen und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in NRW
5.1 »RUCKSACK«-Projekt der RAA
5.1.1 Durchführung am Beispiel der RAA Herne
5.1.2 Analyse
5.2 FÖRMIG-NRW
5.2.1 Durchführung am Beispiel der Grundschule An der Michaelstraße in Herne
5.2.2 Analyse
5.3 Das Projekt »Förderunterricht für Kinder und Jugendliche ausländischer Herkunft« der Stiftung Mercator
5.3.1 Durchführung am Beispiel des Standorts Essen
5.3.2 Analyse
6 Resümee
Die Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im nordrhein-westfälischen Schulwesen. Dabei wird analysiert, welche strukturellen und kulturellen Faktoren diese Benachteiligung begründen und welche politischen sowie pädagogischen Interventionsmaßnahmen zur Verbesserung der Bildungschancen auf Landes- und Bundesebene ergriffen werden.
3.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung
Die kulturell-defizitären Erklärungen gehen davon aus, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aufgrund ihres kulturellen Erbes im Bildungssystem benachteiligt sind. Migrantenkinder so die Annahme weisen Defizite bezüglich dessen auf, was als »Normalausstattung« an Verhaltensweisen, Kenntnissen und Fähigkeiten vorausgesetzt wird, um die Institutionen der Bildung erfolgreich zu durchlaufen. Worin diese Defizite genau bestehen, unterscheidet sich von Autor zu Autor.
THRÄNHARDT fokussiert in seiner Forschung die konsistenten Unterschiede nach nationaler Herkunft und begründete diese beispielsweise mit dem unterschiedlichen Verhalten der Eltern. MuM spanischer und griechischer Abstammung haben, seiner Auffassung nach, schon frühzeitig Eigeninitiative hinsichtlich des Schulbesuchs ihrer Kinder gezeigt und sich in Vereinen organisiert. Derartige Integrationsleistungen wurden von türkischen und italienischen MuM nicht vollbracht, obwohl diese von allen Migrantengruppen am längsten in Deutschland leben.
Die geringe Bereitschaft bei türkischen Einwanderern, sich in die Aufnahmegesellschaft zu integrieren, könne, so BAUMERT, mit der gesellschaftlichen Stellung der Mehrzahl der türkischen MuM als Ausländer und der damit verbundenen Bleibeperspektive zusammenhängen. Die geringe Verwendung der deutschen Sprache kann darin begründet werden, dass vor allem türkische MuM häufig in ethnisch-segmentierten Gemeinden leben, in denen die Umgangssprache türkisch ist und somit keine Notwendigkeit besteht, die deutsche Sprache zu erlernen bzw. anzuwenden. DIEFENBACH verweist hier auf LEENEN, WOLF, GROSCH und KREIDT, welche herausfanden, dass türkische MuM eine traditionelle Haltung gegenüber dem Lernen und der Schule vertreten, in der die absolute Autorität des Lehrers in allen Fragen des schulischen Erfolges des Kindes selbstverständlich sei. Dieser Haltung steht die moderne individualistische Ansicht zum Wissen gegenüber und führt bei den türkischen Migranteneltern zu Misstrauen und Skepsis gegenüber dem deutschen Schulsystem.
1 Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung Deutschlands zum Einwanderungsland und die daraus resultierende bildungspolitische Relevanz der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.
2 Die Bildungsbeteiligung und der Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund im nordrhein-westfälischen Schulwesen: Analyse der Bildungsverläufe vom Kindergarten bis zum Sekundarbereich, wobei die Benachteiligung in Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Migrationsstatus verdeutlicht wird.
3 Determinanten für die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Ursachenmodellen wie kulturellen Defiziten, Humankapitaltheorien sowie strukturellen Defiziten und institutioneller Diskriminierung im deutschen Schulsystem.
4 Politische Reaktionen zur Bildungssituation von Migranten: Überblick über die bildungspolitischen Strategien der KMK und spezifische Maßnahmen der Landesregierung NRW zur Verbesserung der Sprachförderung und Bildungschancen.
5 Interventionen und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in NRW: Vorstellung und Analyse dreier konkreter Förderkonzepte (RUCKSACK, FÖRMIG, Förderunterricht) inklusive ihrer Durchführung und Wirkungsweise.
6 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach kontinuierlicher Evaluation und struktureller Veränderung des Bildungssystems zur nachhaltigen Verbesserung der Integrationschancen.
Migrationshintergrund, Bildungschancen, NRW, Sprachförderung, RUCKSACK, FÖRMIG, Bildungsbenachteiligung, Integration, Humankapital, institutionelle Diskriminierung, Schulerfolg, Mehrsprachigkeit, Sekundarstufe, Elementarbereich, Schullaufbahn.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem von Nordrhein-Westfalen und beleuchtet die Ursachen für deren Bildungsbenachteiligung.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg, die Rolle der Sprachkenntnisse sowie die Bedeutung von Bildungsbiografien und institutionellen Faktoren.
Ziel ist es, die Gründe für die ungleiche Verteilung des Bildungserfolgs aufzuzeigen und zu untersuchen, wie gezielte Fördermaßnahmen diesen Diskrepanzen entgegenwirken können.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, den Vergleich aktueller empirischer Studien (wie PISA und IGLU) sowie die qualitative und deskriptive Untersuchung ausgewählter Förderprojekte in NRW.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse der Ursachen von Bildungsungleichheit sowie die detaillierte Vorstellung und Evaluation von Förderprogrammen wie dem RUCKSACK-Projekt, FÖRMIG und dem Förderunterricht der Stiftung Mercator.
Besonders prägend sind Begriffe wie Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Sprachkompetenz, institutionelle Diskriminierung und Humankapital.
Die Projekte, wie etwa das RUCKSACK-Projekt, betrachten Mehrsprachigkeit als Ressource und fördern die Muttersprache als notwendiges Fundament für den Erwerb der deutschen Sprache.
Der Übergang stellt eine zentrale Weichenstellung dar, bei der aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und unzureichender Förderung häufiger niedrigere Schulformen empfohlen werden, was die weitere Bildungsbiografie negativ beeinflussen kann.
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