Doktorarbeit / Dissertation, 2007
167 Seiten, Note: magna cum laude
1. Zusammenfassungen
1.1. Deutsche Zusammenfassung
1.2 Summary
2. Einleitung und Problemstellung
3. Theoretische Fundierung mit Darstellung des aktuellen Forschungsstands als Übersicht über die aktuelle Literatur
3.1 Die Entwicklung des Fernsehens
3.2 Das Fernsehen und der Begriff des Alltags
3.3 Programmangebote und Programmnutzung
3.4 Die Wirkung des Fernsehens auf die Zuschauer
3.5 Fernsehen und Realität
3.6 Der Kultivierungsansatz
3.7 Die Einteilung der Sendungen
3.8 Die Typologie der Serien
3.9 Die Entwicklung des Genres Arztserie in Deutschland
3.10 Die Darstellung von Ärzten und Pflegepersonal im Fernsehen
3.11 Weitere Typen in Arzt- und Krankenhausserien
3.12 Die typischen Erkrankungen
3.13 Schauplätze von Arzt- und Krankenhausserien
3.14 Das Publikum von Arztserien
3.15 Kategorien von Arztserien
3.15.1 Realitätsnahe Krankenhausserien
3.15.2 Comedys
3.15.3 Familienserie
3.16 Das Bild des Arztes in der Bevölkerung
3.17 Der Arzt in den Medien
4. Hypothesen und Zielsetzung
4.1 Detailfragen
4.2 Zielsetzung
5. Methoden
5.1 Beschreibung des Studiendesigns und Literaturrecherche
5.2. Beschreibung des Fragebogens
5.3 Beschreibung des Patientenkollektivs
5.4 Ein- und Ausschlusskriterien
5.5 Studienverlauf
5.6 Referenzkollektive
5.7 Ethik
5.8 Statistik
6. Eigene Ergebnisse
6.1 Allgemeine Patientendaten
6.2 Soziale Faktoren der befragten Patienten
6.3 Berufstätigkeit und Bezug zum Krankenhaus
6.4 Fernsehgewohnheiten der befragten Patienten
6.5 Realistische Einschätzung des Krankenhausalltags
6.6 Angst
6.6.1 Angst vor dem Eingriff
6.6.2 Angst und Fernsehkonsum
6.7 Das Alter der Patienten als Einflussfaktor
6.7.1 Patientenalter und Angst
6.7.2 Patientenalter und Fernsehkonsum
6.8 Zusammenhang zwischen Realitätsverständnis und Arztserien
6.8.1 Realistische Einschätzung des Krankenhausbetriebs
6.8.2 Bekannte Arztserien und realistische Einschätzung
6.9 Zufriedenheit der befragten Patienten
6.9.1 Patientenzufriedenheit im Vergleich mit anderen Kollektiven
6.9.2 Zufriedenheit und Fernsehkonsum
6.9.3 Differenzierung der Zufriedenheitsparameter
6.9.3.1 Zufriedenheit mit der Visite und Fernsehkonsum
6.9.3.2 Zufriedenheit mit dem Essen und Fernsehkonsum
6.9.4 Arztserien und allgemeine Zufriedenheit im Krankenhaus
6.9.4.1 Arztserienkonsum und Zufriedenheit mit der Visite
6.10 Zufriedenheit und subjektive Realitätsempfindung der Arztserien
6.11 Zufriedenheit in Abhängigkeit vom Bildungsniveau
7. Diskussion
7.1 Methodenwahl
7.2 Fernsehkonsum
7.3 Vielseher und Wenigseher
7.4 Differenzierung der Befragung
7.5 Angst und Fernsehkonsum
7.5.1 Angst und Arztserien
7.5.2 Angst in Relation zu Lebensalter und Fernsehkonsum
7.6 Realitätswahrnehmung
7.6.1 Realitätswahrnehmung in Abhängigkeit von Häufigkeit des Fernsehkonsums und Bildung
7.6.2 Realitätswahrnehmung der untersuchten Patienten im Vergleich zu Ärzten
7.7 Zufriedenheit
7.7.1 Zufriedenheit im Untersuchungskollektiv
7.7.2 Zufriedenheit durch Kommunikation
7.7.3 Unterschiede in der Gesamtzufriedenheit der Klinikpatienten
7.7.4 Zufriedenheit mit Einzelfaktoren
7.7.4.1 Freundlichkeit des Klinikpersonals
7.7.4.2 Zeit für Gespräche
7.7.4.3 Besonderheiten der täglichen Visite
7.7.4.4 Die Beurteilung des Essens
7.8 Konsequenzen für die Kliniken aus den Ergebnissen dieser Untersuchung
7.8.1 Zur Situation der Kliniken
7.8.2 Konsequenzen für die Kliniken
8. Literatur
8.1 Buch- und Zeitschriftenartikel
8.2 Internetrecherche
9. Anhang
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Fernsehkonsum, insbesondere von Arzt- und Krankenhausserien, auf die Erwartungshaltung und Zufriedenheit stationärer Patienten im Krankenhaus, wobei geprüft wird, ob eine Verwischung der Grenzen zwischen medialer Realität und tatsächlichem Klinikalltag stattfindet.
3.1 Die Entwicklung des Fernsehens
Als Fernsehen (auch kurz TV, vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet man die drahtlose oder kabelgebundene Übertragung von bewegten Bildern und Tönen, deren Übertragung an einen anderen Ort sowie ihre dortigen Wiedergabe mit Hilfe eines Fernsehgerätes (Brockhaus 2007). Die Entwicklung des Fernsehens begann in mehreren Ländern gleichzeitig und weitgehend unabhängig voneinander noch vor dem zweiten Weltkrieg. Die technischen Voraussetzungen hierfür wurden bereits im 19. Jahrhundert durch Ferdinand Braun geschaffen, der die so genannte Braunsche Röhre erfand. Erste öffentliche Demonstrationen des Fernsehens fanden Ende der 1920er Jahre auf Funkausstellungen in Berlin statt. 1935 wurde ebenfalls in Deutschland der erste regelmäßige Fernsehprogrammbetrieb in öffentlichen Fernsehstuben eingerichtet.
Nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich 1950 die Landesrundfunkanstalten zur Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen und vereinbarten 1953 im so genannten Fernsehvertrag ein gemeinsames, anteilig zu produzierendes Fernsehprogramm auszustrahlen. Im April 1962 nahm das ZDF in Mainz seinen Sendebetrieb auf als zweites, von den Ländern gemeinsam verantwortetes Programm. Längst hält das Fernsehen einen wesentlichen Anteil am Tagesablauf der meisten Menschen. Im allgemeinen Bewusstsein wird man das Fernsehen aber nicht als reine Übertragungstechnik bezeichnen, sondern vielmehr als ein periodisches, in verschiedenen Senderkanälen und Sendeformen differenziertes und entsprechend wählbares Programmangebot, eine öffentliche, Autorität einfordernde und politisch umstrittene Institution wie auch eine alltäglich gewohnte Freizeittätigkeit gleichermaßen (Kübler 1982).
1. Zusammenfassungen: Überblicksartige Darstellungen der zentralen Ergebnisse und Hypothesen der Studie in deutscher und englischer Sprache.
2. Einleitung und Problemstellung: Analyse der Veränderungen im Gesundheitswesen sowie des veränderten Selbstverständnisses von Patienten durch Medienkonsum.
3. Theoretische Fundierung mit Darstellung des aktuellen Forschungsstands als Übersicht über die aktuelle Literatur: Umfassende theoretische Einordnung von Medienwirkung, Kultivierungstheorie und Genreeigenschaften von Arztserien.
4. Hypothesen und Zielsetzung: Herleitung der forschungsleitenden Hypothesen und Definition der konkreten Forschungsfragen zum Einfluss von Arztserien.
5. Methoden: Detaillierte Beschreibung des Studiendesigns, des Fragebogens und der statistischen Auswertungsverfahren.
6. Eigene Ergebnisse: Präsentation und statistische Analyse der erhobenen Daten zu Patientenprofilen, Angstniveau und Zufriedenheitsfaktoren.
7. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bestehender Medientheorien und Ableitung von Empfehlungen für Kliniken.
8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Buch-, Zeitschriften- und Internetquellen.
9. Anhang: Statistische Datenblätter und der verwendete Erhebungsbogen.
Medienwirkung, Kultivierungstheorie, Arztserien, Patientenzufriedenheit, Krankenhausalltag, Fernsehkonsum, Patientenangst, Klinikmanagement, Visite, Realitätswahrnehmung, Arztbild, Medizinische Kommunikation, Krankenhausserien, Fernsehsozialisation, stationäre Patienten
Die Dissertation untersucht, wie der Konsum von Arzt- und Krankenhausserien die Erwartungen und die Zufriedenheit von Patienten während eines stationären Krankenhausaufenthaltes beeinflusst.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kultivierungsforschung, der Medienwirkung auf das Rollenbild von Ärzten und Pflegepersonal sowie der Analyse von Patientenzufriedenheitsfaktoren in Relation zu Fernsehgewohnheiten.
Ziel ist es zu analysieren, ob Patienten, die häufig Arztserien schauen, durch die mediale Darstellung eine verzerrte Erwartungshaltung entwickeln, und welche Konsequenzen dies für die Klinikleitung hat.
Es handelt sich um eine prospektive quantitative Studie, bei der 162 stationäre Patienten mittels standardisierter Fragebögen befragt und die Daten multivariat statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung der Medienwirkung, der Typologie von Arztserien, der Darstellung von medizinischem Personal sowie der detaillierten Auswertung der eigenen empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind Kultivierungseffekt, Patientenzufriedenheit, Arztserien, Krankenhausalltag, Medienrezeption und stationäre Behandlung.
Die Studie zeigt, dass Arztserien ein idealisiertes, dramatisches Bild der ärztlichen Visite vermitteln, das mit dem zeitlich getakteten, weniger empathischen Realitätsalltag in einer Klinik kollidiert, was beim Patienten zur Enttäuschung führt.
Das Alter ist ein wesentlicher Einflussfaktor; jüngere Patienten unter 40 Jahren kennen signifikant mehr Arztserien und zeigen ein höheres präoperatives Angstniveau als ältere Patienten.
Kliniken sollten die Bedeutung der patientenorientierten Kommunikation, insbesondere während der Visite, erhöhen, um den medial geprägten Erwartungen entgegenzuwirken und die Zufriedenheit nachhaltig zu steigern.
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