Bachelorarbeit, 2008
64 Seiten, Note: 5,5 (sehr gut)
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Die analytische oder resolutiv-kompositive Methode
2.2 Die Methode des generativen Erkenntnisbegriffs
2.3 Das kontraktualistische Argument
2.4 Der Vertrag
3. HOBBES UND DER KRIEG
3.1 Kriegsbegriff bei Hobbes
3.2 Kriegsursachen
3.2.1 Von der Verschiedenheit der Sitten
3.2.2 Von den Bedingungen der Menschen in Bezug auf das Glück ihres Erdenlebens
3.2.3 Krieg und Naturgesetze
3.3 Der Primäre Naturzustand oder der Krieg eines jeden gegen jeden
3.4 Bürgerkrieg
3.5 Staatenkrieg
3.5.1 Dürfen nach Hobbes Staaten wie Menschen betrachtet werden?
3.5.2 Kann Verhältnis dieser „Staats-Individuen“ als „Naturzustand“ im Hobbesschen Sinne gelten
3.5.3 Gelten für diese Staatsindividuen im Naturzustand die gleichen oder ähnliche Gesetze der Vernunft?
4. KANT UND HOBBES
4.1 Kant
4.2 Hobbes und Kant in der heutigen Politik
5. DER KONFLIKT UM DEN KOSOVO
5.1 Historischer Hintergrund
5.2 Politisches Ausmaß
5.3 Positionen und Argumentationsmuster
5.3.1 Stellungnahme der USA
5.3.2 Stellungnahme Deutschland
5.3.3 Fazit
6. AUSBLICK
Die Arbeit untersucht den Kosovokrieg durch das theoretische Prisma von Thomas Hobbes, um zu analysieren, wie politische Akteure nationale Interessen im Kontext internationaler Konflikte rechtfertigen und ob staatliche Souveränität im Naturzustand besteht.
3.1 Kriegsbegriff bei Hobbes
Hobbes Kriegsbegriff ist eingebettet in seine Theorie der Ursachen für Konflikte im Naturzustand. Nachdem er hergeleitet hat, dass der Naturzustand ein solcher des Krieges ist, erläutert er, was unter Krieg überhaupt zu verstehen ist:
„Hieraus ergibt sich, dass ohne eine einschränkende Macht der Zustand der Menschen ein solcher sei, wie er zuvor beschrieben wurde, nämlich ein Krieg aller gegen alle. Denn der Krieg dauert ja nicht etwa nur so lange wie faktische Feindseligkeiten praktiziert werden, sondern so lange, wie der Vorsatz herrscht, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Beim Krieg kommt es wie beim Wetter allein auf die Dauer an. Sowenig ein heftiger Regen schon nasses Wetter ist, ebenso wenig wird irgendein einzelnes Gefecht ein Krieg genannt werden können. Die Zeit aber, in der kein Krieg herrscht, heißt Frieden. 19 “
Die Aussage über den Krieg im Naturzustand geht von einem bellum omnium contra omnes aus, also einer Extremform von Krieg, bei der jedes Individuum Kriegsteilnehmer ist. Würde man die Existenz von Krieg auf einzelne Kampfhandlungen festlegen, so wäre kein Zustand von längerer Dauer denkbar. Indem Hobbes hier den Terminus Krieg nicht allein auf Kampfhandlungen festlegt, sondern den Begriff um den Vorsatz der Parteien Krieg zu führen erweitert, entkräftet er diesen Einwand.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Kosovokonflikts im Spannungsfeld zwischen Souveränität und Menschenrechten und die Relevanz hobbesscher Theorie für die Analyse.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Erläuterung der wissenschaftlichen Methoden von Hobbes, insbesondere des kontraktualistischen Arguments und des generativen Erkenntnisbegriffs.
3. HOBBES UND DER KRIEG: Untersuchung der verschiedenen Kriegsarten, der Kriegsursachen (Sitten, Wettbewerb, Ruhmsucht) und der Übertragbarkeit des Naturzustands-Modells auf Staaten.
4. KANT UND HOBBES: Gegenüberstellung von Hobbes' Realismus und Kants Idealismus als theoretische Fundamente internationaler Beziehungen.
5. DER KONFLIKT UM DEN KOSOVO: Analyse der historischen Hintergründe des Kosovo-Konflikts und der spezifischen Argumentationsmuster verschiedener Nationen.
6. AUSBLICK: Reflexion über die zeitlose Relevanz hobbesscher Theorien angesichts der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und der Machtlosigkeit internationaler Institutionen.
Thomas Hobbes, Krieg, Naturzustand, Staats-Individuen, Kontraktualismus, Kosovo-Konflikt, Realismus, Idealismus, Souveränität, Menschenrechte, Gewaltmonopol, Leviathan, Internationale Beziehungen, Machtinteresse, Außenpolitik
Die Arbeit untersucht, inwiefern Thomas Hobbes' politische Philosophie – insbesondere sein Verständnis von Krieg und Naturzustand – dazu beitragen kann, den Kosovokonflikt und die Legitimation militärischer Interventionen zu verstehen.
Die zentralen Felder umfassen die hobbessche Staatstheorie, das Verständnis von Krieg zwischen Staaten sowie die theoretische Spannung zwischen Realismus und Idealismus in der internationalen Politik.
Das Ziel ist es, dem Leser einen Einblick in Hobbes' Theorie zu verschaffen und Denkanstöße für aktuelle internationale Konflikte zu liefern, indem die Argumentationen von Staaten vor dem Hintergrund hobbesscher Thesen geprüft werden.
Die Arbeit nutzt die analytische und kontraktualistische Methode von Hobbes, um Konzepte wie den Naturzustand und die Notwendigkeit einer zentralen Gewalt für den Frieden zu dekonstruieren und auf die heutige Weltpolitik anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Hobbes' Kriegsbegriff sowie eine empirische Untersuchung der politischen Argumente der USA und deutscher Parteien während des Kosovo-Einsatzes.
Die wichtigsten Begriffe sind Naturzustand, Krieg aller gegen alle, Souveränität, Realismus, Idealismus, Machtmonopol und die Dynamik internationaler Beziehungen.
Nach Hobbes wäre ein Krieg zwischen Staaten legitim, da sie sich im Naturzustand befinden; der Autor stellt jedoch fest, dass Hobbes den Einsatz inhaltlich kritisch gesehen hätte, da es sich um einen staatsinternen Konflikt (Bürgerkrieg) handelte.
Der Autor verwendet diesen Ausdruck, um Hobbes' Ansicht zu stützen, dass Verträge ohne eine dahinterstehende, sanktionierende Zwangsgewalt – also ohne ein "Schwert" – für die Sicherheit eines Staates substanzlos sind.
Sie werden als ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor diskutiert, der es bestimmten Staaten ermöglicht, andere zu beeinflussen, was die Analogie zum hobbesschen Individuum im Naturzustand weiter kompliziert.
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