Bachelorarbeit, 2008
80 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Emissionshandels
2.1 Das Kyoto-Protokoll
2.2 Aufbau und Funktionsweise des Emissionshandels
2.3 Rechtlicher Rahmen in Europa und der Bundesrepublik Deutschland
2.3.1 EU-Emissionshandelsrichtlinie
2.3.2 Nationaler Allokationsplan
2.3.3 TEHG und Zuteilungsgesetze
2.4 Emissionshandel in der Praxis
2. 4.1 Emissionsgenehmigung
2.4.2 Zuteilung und Ausgabe von Emissionszertifikaten
2.4.3 Emissionsbericht und Rückgabe der Zertifikate
2.4.4 Banking and Borrowing
2.4.5 Handel mit Emissionszertifikaten
2.5 Chancen, Risiken und Gefahren des Emissionshandels aus Unternehmenssicht
3. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB
3.1 Bilanzierung dem Grunde nach
3.1.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit
3.1.2 Konkrete Bilanzierungsfähigkeit
3.1.3 Ausweis und Ansatz der Zertifikate
3.2 Bilanzierung der Höhe nach
3.2.1 Zugangsbewertung der Zertifikate
3.2.2 Folgebewertung
3.2.2.1 Folgebewertung der Zertifikate
3.2.2.2 Folgebewertung des Sonderpostens
3.3 Veräußerung von Emissionszertifikaten und ihre Auswirkung auf den passiven Sonderposten
3.4 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat
3.4.1 Ansatz der Abgabeverpflichtung
3.4.2 Bewertung der Abgabeverpflichtung
3.5 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen
3.6 Sonstige Angaben in Anhang und Lagebericht
3.7 Zusammenfassung/ Würdigung
4. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IFRS
4.1 Bilanzierung dem Grunde nach
4.1.1 Klassifizierung der Zertifikate
4.1.2 Definition der Zertifikate
4.1.3 Ansatz und Ausweis der Zertifikate
4.2 Bilanzierung der Höhe nach
4.2.1 Zugangsbewertung der Zertifikate
4.2.2 Ausweis eines passiven Rechungsabgrenzungspostens
4.2.3 Folgebewertung der Zertifikate
4.3 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat
4.3.1 Ansatz der Abgabeverpflichtung
4.3.2 Bewertung der Abgabeverpflichtung
4.4 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen
4.5 Scheitern des IFRIC 3 und Ausblick
4.6 Alternative Bilanzierungsmethoden
4.6.1 Fair-Value-Approach
4.6.2 Hedge Accounting
4.6.3 US-GAAP Ansatz
4.6.4 Unit-of-Pollution-Methode
4.7 Aktueller Stand der Bilanzierung in der Praxis
4.8 Zusammenfassung/Würdigung
5. Auswirkung der Bilanzierung von Emissionszertifikaten auf das Rating
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe bilanzielle Abbildung von Emissionszertifikaten sowohl nach den nationalen Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung der IDW-Stellungnahmen als auch nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen bei der Bewertung von kostenlos zugeteilten Zertifikaten und der korrespondierenden Abgabeverpflichtungen darzustellen und dabei die Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage sowie das Rating von Unternehmen zu analysieren.
2.4.2 Zuteilung und Ausgabe von Emissionszertifikaten
Die am Emissionshandel beteiligten Unternehmen haben bei form- und fristgerechter Beantragung ein Recht auf Zuteilung der Zertifikate.49 Der Antrag ist nur einmal im jeweils letzten Jahr der laufenden Handelsperiode Ende März zu stellen. Für die Periode von 2008 - 2012 musste dementsprechend der Antrag am 31.3.2007 gestellt werden.50 Die Zuteilung erfolgt durch die DEHSt. 51
Im ersten Zuteilungsgesetz 2007 entfielen auf die vom Emissionshandel erfassten Anlagen der Energiewirtschaft und Industrie 503 Mio. t CO2. Für die zweite Periode wurde ein Ziel eines Emissionsausstoß von 495 Mio. t CO2 vorgeben.52 Das Emissionsziel wurde im NAP II gemäß § 7 TEHG überprüft und auf 453 Mio. t CO2 korrigiert (442, 07 Millionen Tonnen CO2 zuzüglich 11 Mio. Berechtigungen für die Zuteilung auf Anlagen gemäß § 26 TEHG).53
Um eine Reduzierung der Schadstoffmenge zu erreichen, benötigt es einen so genannten Erfüllungsfaktor. Nach § 5 ZuG 2007 betrug der Erfüllungsfaktor in der ersten Handelsperiode 0,9709. Für die zweite Handelsperiode sieht der Gesetzgeber eine Erhöhung auf 0,985 vor.54 Die Anwendung des Erfüllungsfaktors führt dazu, dass Unternehmen, deren Zuteilung auf Basis ihrer historischen Emissionsmengen geschieht, lediglich eine Zuteilung in Höhe ihrer historischen Emissionen multipliziert mit dem Erfüllungsfaktor erhalten.55
Grundsätzlich unterscheidet sich die Berechnung der gesamten Zuteilungsmenge der Handelsperiode in Abhängigkeit vom Datum der Inbetriebnahme der Anlage. Anlagen, die bis zum 31.12.2002 in Betrieb genommen wurden, gelten als Bestandsanlagen. Ihre Emissionsmengen werden grundsätzlich auf Basis ihrer historischen Emissionsmengen mit Hilfe des Erfüllungsfaktors berechnet.56 Die Verwendung des Erfüllungsfaktors fand in der ersten Handelsperiode grundsätzlich für alle Bestandsanlagen Anwendung. In der zweiten Handelsperiode hingegen gilt der Erfüllungsfaktor nur für bestehende Industrieanlagen. Die Zuteilung für bereits bestehende Energieanlagen57 erfolgt auf Basis eines neuartigen Benchmarking-Systems, das effiziente Anlagen belohnt und veraltete Technik belastet. Hierbei errechnet sich die Zuteilungsmenge aufgrund der durchschnittlichen jährlichen Produktionsmenge einer Anlage in der Basisperiode, dem Emissionswert je erzeugter Produkteinheit
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ökologische Notwendigkeit des Klimaschutzes und führt in die ökonomischen sowie bilanziellen Herausforderungen des Emissionshandels ein.
2. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Emissionshandels: Dieses Kapitel erläutert die internationalen Abkommen, den Aufbau des "Cap-and-Trade"-Systems sowie den spezifischen regulatorischen Rahmen in der EU und Deutschland.
3. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der IDW-Stellungnahme zur handelsrechtlichen Bilanzierung von Zertifikaten, insbesondere im Hinblick auf Ansatz und Bewertung.
4. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IFRS: Dieses Kapitel analysiert die Bilanzierung nach internationalen Standards, beleuchtet das Scheitern von IFRIC 3 und diskutiert verschiedene alternative Bilanzierungsansätze.
5. Auswirkung der Bilanzierung von Emissionszertifikaten auf das Rating: Diese Sektion untersucht, wie unterschiedliche Bilanzierungsmethoden die Eigenkapitalquote und damit die Kreditwürdigkeit von Unternehmen beeinflussen können.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer klaren, harmonisierten regulatorischen Lösung für die bilanzielle Behandlung im internationalen Kontext.
Emissionshandel, Emissionszertifikate, HGB, IFRS, Bilanzierung, Anschaffungskostenmethode, Neubewertungsmethode, Rückstellung, Sonderposten, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, IDW, IFRIC 3, Eigenkapitalquote, Windfall Profits.
Die Arbeit behandelt die bilanzielle Behandlung von Emissionszertifikaten in Unternehmen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben am Emissionshandel teilnehmen müssen.
Zu den Kernbereichen gehören das regulatorische Umfeld des Emissionshandels (Kyoto, TEHG), die handelsrechtliche Bilanzierung (HGB) sowie die Rechnungslegung nach internationalen Standards (IFRS).
Ziel ist es, die Problematik der Bilanzierung unentgeltlich zugeteilter Zertifikate sowie der damit verbundenen Abgabeverpflichtungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Bilanz sowie das Rating darzustellen.
Es handelt sich um eine systematisierte Literatur- und Standardanalyse, die durch Fallbeispiele zur Veranschaulichung der bilanziellen Auswirkungen ergänzt wird.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst wird die HGB-Bilanzierung kritisch anhand der IDW-Stellungnahme geprüft, anschließend folgt die Analyse der IFRS-Bilanzierung, inklusive der alternativen Ansätze nach dem Scheitern von IFRIC 3.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Emissionsrechte, Abgabeverpflichtung, Sonderposten, Fair-Value-Ansatz, Bilanzpolitik und Rating.
Das Problem liegt in der Vermischung von Vermögenswerten unterschiedlicher Herkunft (entgeltlich erworben vs. kostenlos zugeteilt) und der Schwierigkeit, eine periodengerechte Aufwandserfassung sicherzustellen.
Die Aktivierung der Zertifikate bei gleichzeitiger Passivierung eines Sonderpostens erhöht die Bilanzsumme bei unverändertem Eigenkapital, was die Eigenkapitalquote verschlechtert und somit das Rating negativ beeinflussen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

