Examensarbeit, 2008
62 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Handlungsorientierung als Konzept zur Umsetzung eines größeren Realitätsbezuges der Fachinhalte in den Unterricht
3 Funktionsbegriff und Funktionsarten
3.1 Der Funktionsbegriff
3.2 Lineare Funktionen mit fachwissenschaftlicher Analyse proportionaler Funktionen
3.3 Potenzfunktionen mit dem Spezialfall der Antiproportionalität
3.4 Exponentialfunktionen
4 Chancen für instruktives Unterrichten zur Unterstützung und Entwicklung des funktionalen Denkens und des Funktionsbegriffserwerbs
4.1 Differenzierung und Verbundenheit von unterschiedlichen Repräsentationen desselben Sachverhalts
4.2 Mathematik als Instrument der Physik
4.2.1 Proportionalität als Eigenschaft von Funktionen
4.2.2 Experimentelle Ermittlung proportionaler Zusammenhänge
4.2.3 Herausarbeitung von Potenzfunktionen
4.2.4 Modellierung als mathematisch-theoretisches Konstrukt eines realen (Natur-) Vorgangs
4.3 Innermathematische Anwendungen von proportionalen und antiproportionalen Funktionen
5 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten, den Funktionsbegriff im Mathematikunterricht der Sekundarstufe 1 durch handlungsorientierte Ansätze lebendig und realitätsnah zu vermitteln, um das funktionale Denken der Schüler nachhaltig zu fördern.
4.2.2 Experimentelle Ermittlung proportionaler Zusammenhänge
In den Schulen ist es oftmals üblich, proportionale und antiproportionale Funktionen an den Anfang des Themas Funktionen zu stellen, weil man sie als relativ einfach erklärt. Außerdem dienen sie ausgesprochen gut, um insbesondere außermathematische Situationen zu modellieren. Im Beispiel 2 auf den folgenden Seiten, wird ein solches Beispiel für handlungsorientiertes Unterrichten vorgestellt.
In dieser Arbeit geht es um den Mathematikunterricht; daher sollten Materialien, die für Experimente gebraucht werden, natürlich möglichst einfach sein. Der Unterricht soll schließlich nicht den Physikunterricht ersetzen.
Beispiel 1:
Für die Untersuchung eines funktionalen Zusammenhangs steht den Schülern ein Feder – Kraftmesser und mehrere Schraubenmuttern zur Verfügung. Die Schüler sollen den Zusammenhang zwischen der Auslenkung der Feder und der angehängten Last, die durch die Anzahl der angehängten Muttern variiert werden kann, untersuchen. Mit ihren beschrifteten Linealen können sie die entsprechenden Auslenkungen messen. Der Feder – Kraftmesser zeigt die angehängte Last direkt an; jedoch kann stattdessen auch irgendeine andere elastische Stahlfeder genommen werden, wobei dann allerdings das Gewicht der angehängten Last bekannt sein muss (z.B. durch Wiegen oder Vorgabe des Gewichts einer Mutter). Die Zuordnungsvorschrift lautet also: Kraft F → Verlängerung s.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Imageproblem der Mathematik und begründet die Notwendigkeit, Schülern die Bedeutsamkeit und den Nutzen mathematischer Konzepte durch handlungsorientierten Unterricht zu vermitteln.
2 Handlungsorientierung als Konzept zur Umsetzung eines größeren Realitätsbezuges der Fachinhalte in den Unterricht: Dieses Kapitel definiert handlungsorientierten Unterricht nach Hilbert Meyer und erörtert, wie dieser aktivitätsbasierte Ansatz das Verständnis abstrakter mathematischer Strukturen durch kognitive Modelle (Piaget) fördert.
3 Funktionsbegriff und Funktionsarten: Es erfolgt eine fachwissenschaftliche Definition des Funktionsbegriffs sowie eine Einführung in proportionale, antiproportionale, Potenz- und Exponentialfunktionen als zentrale Bestandteile der Sekundarstufe 1.
4 Chancen für instruktives Unterrichten zur Unterstützung und Entwicklung des funktionalen Denkens und des Funktionsbegriffserwerbs: Der Hauptteil bietet praktische Beispiele für die Verknüpfung von Mathematik und Alltag/Physik, wobei der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Darstellungsebenen als Schlüssel für das funktionale Denken identifiziert wird.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht, dass die Einbeziehung handlungsorientierter Phasen die Effizienz des Lernprozesses steigert und die Mathematik als lebendige Disziplin erfahrbar macht.
Funktionsbegriff, funktionales Denken, Handlungsorientierung, Mathematikunterricht, Proportionalität, Antiproportionalität, Modellierung, Repräsentationsebenen, Physik, Experiment, Sekundarstufe 1, Lernpsychologie, Äquilibration, Funktionsgraph, Sachbezug
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung des Funktionsbegriffs in der Sekundarstufe 1 und setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, wie man Schüler für Mathematik begeistern kann.
Die Schwerpunkte liegen auf handlungsorientiertem Unterrichten, der mathematischen Modellierung physikalischer Vorgänge sowie der Entwicklung des funktionalen Denkens durch praktische Versuche.
Ziel ist es, den Mathematikunterricht durch den Einsatz von Experimenten praxisnäher zu gestalten, um die Abstraktion mathematischer Formeln abzubauen und das Verständnis für funktionale Zusammenhänge zu vertiefen.
Die Arbeit stützt sich auf didaktische Theorien, lerntheoretische Modelle (wie die Äquilibration nach Piaget) und Fachliteratur zur Mathematikdidaktik, ergänzt um eigene unterrichtspraktische Konzepte.
Der Hauptteil widmet sich der Einführung von Funktionsarten, der mathematischen Beschreibung physikalischer Phänomene sowie der Analyse von Darstellungsformen wie Graphen und Tabellen im Unterricht.
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Funktionsbegriff, Handlungsorientierung, Proportionalität, Modellierung und funktionales Denken beschreiben.
Die Physik dient als authentisches Anwendungsfeld, um mathematische Gesetzmäßigkeiten wie die Proportionalität experimentell erfahrbar und damit für die Schüler greifbar zu machen.
Die Arbeit argumentiert, dass eine zu frühe Konfrontation mit komplexen Fachbegriffen und Formalismen die Schüler überfordern und das Interesse an der Mathematik untergraben kann, bevor ein intuitives Verständnis für das Problem aufgebaut wurde.
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