Examensarbeit, 2008
179 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Voraussetzungen, Verfahrensweise und Ziele der Untersuchung
2.1 Zur Kontroverse in der Literaturdidaktik
2.2 Analytische und handlungs- und produktionsorientierte Unterrichtsverfahren
2.2.1 Analytische Verfahren
2.2.2 Produktive und handlungsorientierte Verfahren
2.3 Zielsetzung und Vorbereitung der Untersuchung
2.3.1 Ziele und Zweck der Untersuchung
2.3.2 Vorbereitung der Untersuchung
2.4 Die Forschungsmethode
2.4.1 Quantitative Forschung
2.4.2 Qualitative Forschung
2.4.3 Triangulation
2.5 Forschungsmethodische Prinzipien der Untersuchung
2.5.1 Fallanalysen als Untersuchungsrahmen
2.5.2 Der Lehrer als teilnehmender Beobachter und Forscher
2.5.3 Aufnahme und Dokumentation der Daten
2.5.4 Aufbereitung der Daten
2.5.5 Auswertung der Daten
2.5.6 Gütekriterien
3 Planung und Durchführung zweier Fallanalysen
3.1 Märchen in der Grundschule
3.1.1 Zum Märchenbegriff
3.1.2 Die Wichtigkeit der Märchen im Grundschulalter
3.2 Das Märchen „Die Bienenkönigin“ der Gebrüder Grimm
3.2.1 Inhalt
3.2.2 Struktureller Aufbau
3.2.3 Intention
3.3 Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit der „Bienenkönigin“
3.3.1 Die Lerngruppe
3.3.2 Intentionen und Ziele des Unterrichts
3.3.3 Methodische Vorgehensweise
3.3.4 Mögliche Schwierigkeiten und geplante Hilfestellungen
3.4 Klassischer analytischer Umgang mit der „Bienenkönigin“
3.4.1 Die Lerngruppe
3.4.2 Intentionen und Ziele des Unterrichts
3.4.3 Methodische Vorgehensweise
3.4.4 Mögliche Schwierigkeiten und geplante Hilfestellungen
4 Ergebnisse der Untersuchung
4.1 Dokumentation der Unterrichtsergebnisse
4.1.1 Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
4.1.2 Klassischer analytischer Unterricht
4.1.3 Test als Lernerfolgskontrolle
4.2 Interpretation und Vergleich
4.2.1 Erreichen der Lernziele
4.2.2 Textrezeption und -rekonstruktion
4.2.3 Einsicht in Gedanken und Vorstellungen der Schüler
4.2.4 Entfaltung der Kreativität
4.2.5 Beachtung des genauen Wortlauts im Märchen
5 Reflexion und Ausblick
Das primäre Ziel der Arbeit ist der Vergleich von analytischen sowie handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsverfahren im Literaturunterricht der zweiten Klasse, um deren Auswirkungen auf das Textverständnis und die Motivation der Schüler zu untersuchen und zu dokumentieren.
3.2.2 Struktureller Aufbau
Die beiden älteren Brüder lösen die Ausgangslage des Märchens als „’Mangelsituation’“ aus. Sie sind auf Abwege geraten, nachdem sie das Königshaus verlassen haben. Der Dummling, der jüngste Bruder, entschließt sich dazu, die Älteren zu suchen, welche das Böse in diesem Märchen, durch ihre „zerstörerischen und herzlosen Absichten“ gegenüber den Tieren, verkörpern. Sie haben die Funktion des Gegenspielerpaares zum jüngeren Bruder, der den Helden im Märchen darstellt. Er findet seine Brüder und reist mit ihnen weiter.
Durch ihre Bösartigkeit entwickeln sie sich zum Störungsfaktor auf der sonst friedlichen Reise und rufen den Konflikt in diesem Märchen hervor. Dadurch wird der Dummling als Held zur Gegenhandlung herausgefordert. Lediglich seine Sprache dient hier als Zaubermittel. Mit den Worten „’Laßt die Tiere in Frieden, ich leid’s nicht, daß ihr sie stört’“ (siehe Anhang, S. 91) besiegt er dreimal die Bösartigkeit der Brüder und rettet den Tieren somit das Leben. In der nachfolgenden Situation stehen der Held und seine Gegenspieler vor der Lösung dreier schwerer Aufgaben. Bei Nichterfüllung droht Versteinerung. Diese Aufgabe stellt die Prüfung des Märchens dar, die nur der Dummling mit Hilfe der Tiere, denen er zuvor das Leben gerettet hat, bestehen kann. Hierdurch löst er die „Mangelsituation“ zu Beginn des Märchens auf und wird König. Seine Brüder werden einerseits durch die Versteinerung bestraft und andererseits nach ihrer Erlösung mit den hübschen Prinzessinnen belohnt.
Das ganze Geschehen vollzieht sich in nur einer „fortlaufenden Sequenz“. Es handelt sich um ein eingliedriges Märchen: der Protagonist führt wenige Handlungen aus, welche eine lineare Anordnung aufweisen und durch keinerlei verwirrende Nebenhandlungen durchbrochen werden.
1 Einleitung: Die Verfasserin beschreibt ihre persönliche Motivation zur Untersuchung unterschiedlicher Literaturunterrichtsverfahren und stellt die Forschungsfrage sowie das Vorgehen vor.
2 Voraussetzungen, Verfahrensweise und Ziele der Untersuchung: Dieser Teil beleuchtet die literaturdidaktische Kontroverse zwischen analytischen und produktiven Methoden und beschreibt das methodische Design der Fallstudien.
3 Planung und Durchführung zweier Fallanalysen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Märchen und die konkrete Planung der beiden Unterrichtsreihen zum Märchen "Die Bienenkönigin" dargelegt.
4 Ergebnisse der Untersuchung: In diesem Kapitel werden die Beobachtungen und Arbeitsergebnisse aus den Unterrichtsversuchen sowie die Testergebnisse dokumentiert und interpretiert.
5 Reflexion und Ausblick: Die Autorin resümiert ihre Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt und bewertet die Vor- und Nachteile der untersuchten Unterrichtsformen.
Literaturdidaktik, Märchen, Die Bienenkönigin, Grundschule, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Analytischer Literaturunterricht, Fallanalyse, Triangulation, Textrezeption, Textanalyse, Kreativität, Lesebereitschaft, Dummlingsmärchen, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Wirkung von zwei unterschiedlichen didaktischen Ansätzen – analytischen Verfahren sowie handlungs- und produktionsorientierten Verfahren – im Literaturunterricht einer zweiten Klasse.
Im Zentrum stehen die theoretische Kontroverse dieser beiden Ansätze in der Literaturdidaktik, die methodische Umsetzung im Grundschulunterricht anhand des Märchens "Die Bienenkönigin" sowie die empirische Dokumentation der Lernergebnisse.
Das Hauptziel ist es, durch eine praktische Erprobung in zwei Klassen Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die unterschiedlichen Verfahren auf das Textverständnis, die Motivation und die Kreativität der Schüler auswirken.
Die Autorin nutzt ein triangulatives Vorgehen, das qualitative Elemente (Fallstudien, Beobachtung, Schülerarbeiten, Transkriptionen) mit quantitativen Ansätzen (Leistungstests) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Didaktik-Kontroverse), die detaillierte Planung und Durchführung der Unterrichtseinheiten sowie die systematische Auswertung der gewonnenen Daten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht, die Fallanalyse, die Textrezeption von Märchen und die Förderung der kindlichen Imaginationsfähigkeit.
Das Märchen eignet sich als "Dummlingsmärchen" aufgrund seiner klaren linearen Struktur und der motivierenden Thematik von Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit hervorragend zur Erprobung beider didaktischer Ansätze in der Grundschule.
Sie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kombination beider Verfahren ideal ist. Während der produktive Umgang einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt der Kinder bietet, fördert der analytische Zugang eine nähere Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen Wortlaut des Textes.
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