Magisterarbeit, 2008
95 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1 Von der Geschlechtsidentität und deren Störungen
2 Das Themenfeld: Transsexualität
2.1 Was ist Transsexualität?
2.2 Transidentität aus historischer Perspektive
2.3 Transidentität als „Krankheit“
2.3.1 Symptomatik – Diagnostik – Differenzialdiagnostik
2.3.2 Behandlungsmöglichkeiten
2.4 Transidentität aus juristischer Perspektive
3 Methodischer Teil – Qualitative Sozialforschung
3.1 Zur Wahl der Untersuchungsmethode
3.2 Qualitative Sozialforschung
3.2.1 Zum Verhältnis zwischen qualitativem und quantitativem Forschungsparadigma
3.2.2 Gütekriterien in qualitativen Untersuchungen
3.3 Die Datenerhebung anhand von Interviews
3.4 Auswertung der Interviews
3.5 Auswahl der zu Interviewenden
3.6 Kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit der Methode des narrativen Interviews
4. Die Biographien von A. Neubert und S. Meinhart
4.1 A. Neubert
4.1.1 Kontaktaufnahme
4.1.2 Das ganze Leben ist ein Spiel
4.2 S. Meinhart
4.2.1 Kontaktaufnahme
4.2.2 Der Glückspilz
4.3 Methodische Bemerkungen
5 Theoretischer Hintergrund – Identität
Exkurs: Sozialisationstheorie
5.1 „Ich gehörte meinem biologischen Geschlecht nie richtig an.“ „Identität“ als Kontinuität und Gleichheit in der Zeit
5.2 „Die anderen müssen mich in meinem Wunschgeschlecht erkennen“ Die Bedeutung der Interaktion für die Identität
5.3 Die Inszenierung der Identität
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht Transsexualität bzw. Transidentität aus einer soziologischen Perspektive, indem sie individuelle Lebensgeschichten vor dem Hintergrund etablierter Identitätstheorien analysiert. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Konstruktion von Identität in einer Gesellschaft, die stark auf einer binären Geschlechterordnung basiert.
4.1.2 Das ganze Leben ist ein Spiel
Gleich zu Beginn des Interviews widerspricht A. dem von mir in der Eingangsfrage erwähnten Geschlechtswechsel. Sie weist mich darauf hin, den Wechsel noch nicht vollständig vollzogen zu haben.
I: Also ich möchte dich bitten, mir die Geschichte deines Geschlechtswechsels zu erzählen. Wie gesagt, du entscheidest, was du erzählen möchtest, und wenn du fertig bist, dann stelle ich noch ein paar Fragen.
A: Hm, hm, gut. Die Frage ist erstens, oder würde ich eingangs problematisieren, ob ich schon einen Geschlechtswechsel hinter mir habe, ähm da bin ich ja mittendrin.(1-8)
Unter Berufung auf ihre beiden psychologischen Gutachten meint sie jedoch schließlich, den typischen Verlauf einer transidenten Biographie erlebt zu haben.
A: Man muss dazu wissen, ich bin jetzt 50 Jahre alt, ich bin 1956 geboren und habe an sich, äh, wie man mir in dem Gutachten bescheinigt hat, die typische Karriere einer Transsexuellen hinter mir.(19-20)
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Transsexualität ein, definiert die Grundbegriffe und legt den soziologischen Forschungsfokus der Arbeit dar.
1 Von der Geschlechtsidentität und deren Störungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Geschlechtsidentität als Teil des Selbstkonzepts und grenzt Transidentität von anderen Identitätsformen ab.
2 Das Themenfeld: Transsexualität: Hier wird Transsexualität aus medizinischer, historischer und juristischer Sicht beleuchtet sowie das Transsexuellengesetz kritisch analysiert.
3 Methodischer Teil – Qualitative Sozialforschung: Dieses Kapitel begründet die Wahl des narrativen Interviews als Methode und beschreibt die Auswertung nach Rosenthal.
4. Die Biographien von A. Neubert und S. Meinhart: Dieser Teil präsentiert die ausführlichen Rekonstruktionen der beiden individuellen Lebensläufe anhand der Interviews.
5 Theoretischer Hintergrund – Identität: Hier werden die Biographien mit den Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman verknüpft.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretischen Ergebnisse und die Bedeutung der sozialen Anerkennung für die Identität transidenter Personen.
Transsexualität, Transidentität, Geschlechtsidentität, Identitätstheorie, Qualitative Sozialforschung, Narratives Interview, Erik H. Erikson, George Herbert Mead, Erving Goffman, Transsexuellengesetz, Stigma, Sozialisation, Lebensgeschichte, Geschlechterbinarität, Selbstinszenierung.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der soziologischen Betrachtung von Transsexualität bzw. Transidentität unter Einbeziehung von Lebensgeschichten.
Die Arbeit behandelt die medizinischen, juristischen und sozialen Aspekte von Transidentität sowie Identitätstheorien.
Das Ziel ist, das Verständnis für die Konstruktion von Identität bei transidenten Menschen durch soziologische Theoriebildung zu erweitern.
Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere die Methode des narrativen Interviews zur biographischen Fallrekonstruktion.
Neben einer Einführung in das Themenfeld und die Forschungsmethodik enthält der Hauptteil zwei detaillierte Fallstudien und eine theoretische Fundierung.
Begriffe wie Identität, Stigma, soziale Anerkennung, Transformation und Geschlechtsidentität stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Das TSG wird als rechtlicher Rahmen dargestellt, der den Umgang mit Transidentität zwar regelt, aber aufgrund seiner Fokussierung auf die Zweigeschlechtlichkeit auch kritisch hinterfragt wird.
Die Arbeit zeigt, dass die Diagnose durch ExpertInnen wie PsychologInnen eine entscheidende Definitionsmacht besitzt, die den Handlungsspielraum und die Identitätswahrnehmung der Betroffenen stark mitprägt.
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