Diplomarbeit, 2007
107 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung und Zielsetzung
2. Die Gegenwart der Langzeitversorgung
2.1. Die Wertschöpfung der Elektronik im Automobil
2.2. Die unterschiedlichen Produktlebenszyklen
2.3. Anforderungen der Automobilindustrie
2.4. Technische und wirtschaftliche Möglichkeiten der Halbleiterindustrie
2.5. Die Wünsche und Bedürfnisse der Endkunden
3. Die Darstellung der Langzeitversorgung in anderen Branchen
3.1. Handybranche – Siemens Communications
3.2. Pumpenbranche – ViscoTec
3.3. Automobilkunststoffbranche – Robert Bosch
3.4. Luft- und Raumfahrtbranche – EADS
4. Prognose – der Schlüssel zum Erfolg
4.1. Die theoretischen langfristigen Prognosemodelle
4.1.1. Logistisches Modell
4.1.2. Exponentialmodell
4.1.3. Gompertz–Funktion
4.2. Die praktische Umsetzung der Prognose
5. Lösungskonzepte der Langzeitversorgung
5.1. Kurz- und mittelfristige Lösungskonzepte
5.1.1. Informationsfluss bei Abkündigungen und Änderungen
5.1.2. Lagerung
5.1.2.1. Lageroption – in welchem Produktionsstatus wird gelagert?
5.1.2.2. Lageroption – bei wem findet die Lagerung statt?
5.1.2.3. Die Wirtschaftlichkeit der Lagerung
5.1.3. Recycling
5.1.4. Kleinmengenproduktion
5.1.5. Redesign / Neukonstruktion
5.1.6. Remanufacturing / Aufbereitung
5.2. Langfristige Lösungen
5.2.1. Langfristige Lieferverträge
5.2.2. Standardisierung und Modularisierung
5.3. Bewertung der Langzeitversorgung in der Halbleiterindustrie
6. Zukunftsaussichten
6.1. Gesetzliche Änderungen
6.2. Zukunftsträchtige Technologien
7. Vorschläge und Empfehlungen
7.1. Arbeitsgemeinschaften
7.2. Infineon als Innovationsmarktführer
7.3. Das “Long Term Supply Mix Modell”
8. Zusammenfassung
8.1. Darstellung der Diplomarbeit
8.2. Resultate der Diplomarbeit
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht darin, technische und wirtschaftliche Lösungskonzepte für die Langzeitversorgung von Halbleitern in der Automobilindustrie zu untersuchen und zu bewerten, um eine unternehmensstrategische Grundlage für die Ersatzteilbereitstellung über den gesamten Produktlebenszyklus zu schaffen.
Die Wertschöpfung der Elektronik im Automobil
Heutige Kraftfahrzeuge sind rollende Elektronikläden, die mit verschiedensten Steuergeräten und elektronischen Komponenten ausgestattet sind (Abbildung 2.1.). Eine Reihe von Chips steuert eine Menge von Funktionen in den Fahrzeugen – von Sitzeinstellung, Klimaanlage, Airbag bis hin zu Motor und Getriebe. Die hohe Komplexität der elektronischen Systeme und deren Kostenanteil am Fahrzeug führen dazu, dass der klassische Automobilbau bereits der Vergangenheit angehört.
Der Wertschöpfungsanteil der Elektronik/ Software bei den Oberklassefahrzeugen liegt heute bei 35 bis 40 Prozent, bei den Mittelklassefahrzeugen erst bei 8 Prozent. Das ergibt einen Gesamtmittelwert von cirka 22 Prozent. Der Wert der Halbleiter im Auto liegt heute im Durchschnitt bei 200 Euro, die Tendenz ist weiter steigend. Der Anteil der elektrischen und elektronischen Systeme in den Fahrzeugen steigt aber weiter rapide an. Experten zufolge werden 90% aller zukünftigen Innovationen im Auto durch Elektronik und Software getrieben. Der Elektronikanteil im Auto wird im Jahre 2010 voraussichtlich cirka 35% betragen. Innerhalb dieses Elektronik-/ Elektrikanteils wird sich der Software-Anteil von 20% auf knapp 40% erhöhen und damit 13% des Gesamtwertes des Fahrzeugs im Jahre 2010 ausmachen. Die Abbildung 2.2. belegt dies anhand einer Grafik.
Zwei maßgebliche Trends sind die Gründe für die Steigerung des Elektronikanteils am Produktionswert des Autos. Zum einen die Entwicklung der Mechatronik, die es ermöglicht hat Mechanik, Elektronik und Informatik zu einer neuen Technologie zu vereinen und somit ein Bindeglied zu schaffen. Das anfängliche Conventional Engineering, dass die Bereiche Mechanik, Elektronik und Informatik in einzelnen Stufen bearbeitete, wurde durch das Simultaneous Engineering überholt. Dieses wiederum war verantwortlich für die Entstehung des Synergistic Engineering, das die Mechatronik zu einem Kollektiv machte (Abbildung 2.3.). Als zweiter Trend konnte sich die variable und zahlreiche Funktionalität der Elektronik durchsetzen, die das Autofahren in vielen Bereichen verbesserte, vereinfachte und verfeinerte.
1. Einführung und Zielsetzung: Darstellung der Ausgangssituation und Definition der forschungsleitenden Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Die Gegenwart der Langzeitversorgung: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen, die aus den unterschiedlichen Lebenszyklen von Halbleitern und Automobilen resultieren.
3. Die Darstellung der Langzeitversorgung in anderen Branchen: Analyse branchenübergreifender Ansätze zur Langzeitversorgung und deren Übertragbarkeit auf die Automobilindustrie.
4. Prognose – der Schlüssel zum Erfolg: Vorstellung theoretischer und praktischer Modelle zur Ermittlung des Ersatzteilbedarfs.
5. Lösungskonzepte der Langzeitversorgung: Analyse und Bewertung verschiedener technischer und wirtschaftlicher Methoden zur Sicherstellung der Langzeitversorgung.
6. Zukunftsaussichten: Ausblick auf kommende gesetzliche Anforderungen und technologische Entwicklungen.
7. Vorschläge und Empfehlungen: Zusammenstellung persönlicher Handlungsempfehlungen zur strategischen Umsetzung der Langzeitversorgung bei Infineon.
8. Zusammenfassung: Abschließende Darstellung der Ergebnisse und der Diplomarbeit.
Langzeitversorgung, Halbleiter, Automobilindustrie, Ersatzteilmanagement, Obsolescence Management, Produktlebenszyklus, Prognosemodelle, Lagerhaltung, Elektronik, Liefergarantie, Nachserienversorgung, Stückzahlen, Qualitätsanforderungen, Wertschöpfungskette, Technologiezyklus
Die Diplomarbeit befasst sich mit den technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Langzeitversorgung von elektronischen Bauteilen für die Automobilindustrie.
Im Fokus stehen die divergierenden Produktlebenszyklen von Halbleitern und Fahrzeugen, die methodische Prognose von Ersatzteilmengen sowie die Bewertung verschiedener Lösungsstrategien wie Lagerung, Recycling und Redesign.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Problematik der Langzeitversorgung zu schaffen und bewertbare Konzepte für die Automotive Supply Chain zu entwickeln, um die Ersatzteilversorgung über den geforderten Zeitraum von bis zu 15 Jahren nach Serienablauf sicherzustellen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, empirischer Datenauswertung (z.B. Prognosemodelle wie das Logistische Modell oder die Weibull-Verteilung), Fallbeispielen aus anderen Branchen sowie Experteninterviews und unternehmensspezifischen Analysen.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Ausgangssituation in der Industrie, vergleicht Prognoseverfahren und bewertet detailliert Nachserien-Lösungskonzepte inklusive deren wirtschaftlicher Kalkulation.
Zu den Kernbegriffen gehören Langzeitversorgung, Obsolescence Management, Halbleiter-Lebenszyklen, Prognoseverfahren und Ersatzteilbevorratung.
Die BMW AG dient als praktisches Anwendungsbeispiel für die Nutzung automatisierter Datenbanken (FASTA und „das Tool“), um den Bedarf für die Langzeitversorgung datengestützt zu ermitteln.
Es wird als pragmatischer Lösungsvorschlag präsentiert, der die Vorteile verschiedener Ansätze, namentlich Lagerhaltung und Recycling, kombiniert, um die hohen Anforderungen der Automobilindustrie kosteneffizienter zu erfüllen.
Gesetzliche Vorgaben wie die EU-Altautoverordnung und Stoffverbote (z.B. bleifreies Löten) zwingen Unternehmen zu kontinuierlichen technologischen Anpassungen und erschweren eine einfache Lagerhaltung von Altbauteilen.
Remanufacturing erlaubt die Wiederverwendung von Komponenten und schont Ressourcen, was vor dem Hintergrund steigender Umweltauflagen und notwendiger Kostendegression eine zunehmend attraktive Strategie darstellt.
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