Seminararbeit, 2008
22 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
1.1. Realität und Fiktion
1.1.1. Was ist Literatur?
1.1.2. Was haben Wissenschaft und Literatur gemein?
2. Genie und Wahnsinn
2.1. Vom bösen Alchemisten zum Retter der Gesellschaft
2.2. Der besessene Dichter und andere psychopathologische Abweichungen
2.3. Das Bild des Wissenschafters in der „Vermessung der Welt“
3. Welche Opfer verlangt die Wissenschaft und welche die Literatur?
4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen
5. Literatur- und Quellenangaben
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Literatur, wobei Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ als zentrales Fallbeispiel dient. Die Forschungsfrage widmet sich der gemeinsamen Funktion beider Disziplinen als Konstrukte zur Wirklichkeitsbewältigung und hinterfragt die gesellschaftlichen Klischees, die Wissenschaftlern und Künstlern zugeschrieben werden.
2.3. Das Bild des Wissenschafters in der „Vermessung der Welt“
Der Roman beginnt und endet mit dem Jahr 1828, in welchem das Treffen des Mathematikers Johann Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) und des Weltreisenden Alexander von Humboldt (1769 – 1859) beim Deutschen Naturforscherkongress stattgefunden hat. In diese Rahmenhandlung eingebunden sind die kapitelweise abwechselnd chronologisch erzählten Lebensläufe von Gauß und Humboldt, beginnend mit ihrer Kindheit.
Gauß wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und erweist sich schon mit 8 Jahren als stets trauriges Wunderkind. Auch sein späteres Leben ist von Schicksalsschlägen gezeichnet, doch weiß er seine Interessen zu wahren und Distanz zu den diversen Demütigungen zu halten. Er ist auch derjenige der beiden, der mehr reflektiert und über die gesellschaftliche Bedingtheit aller Wissenschaft nachdenkt. Gauß braucht eine Familie und verlässt seinen Wohnort nur sehr ungern. Er verärgert des Öfteren die Menschen in seinem Umkreis und leidet mit zunehmendem Alter unter dem Nachlassen seiner geistigen Fähigkeiten.
Humboldt ist besessen von seinem Forschungsdrang. Stur und leicht „irrsinnig“ quält er sich selbst und andere, obwohl er eigentlich rein theoretisch für die Respektierung der Menschenwürde ist. Er besteigt Vulkane, überquert Tropenflüsse, erforscht Höhlen und erklettert Gebirge. Später kommen ihm Zweifel am Sinn seiner Reisen auf.
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Grundbegriffe Literatur und Wissenschaft als Konstrukte und führt den Roman von Kehlmann als primäres Analysematerial ein.
2. Genie und Wahnsinn: In diesem Kapitel wird das Bild des Wissenschaftlers in der Gesellschaft beleuchtet und die historische sowie psychologische Verbindung zwischen künstlerischer Kreativität und psychischen Störungen untersucht.
3. Welche Opfer verlangt die Wissenschaft und welche die Literatur?: Hier wird die Opferbereitschaft der Protagonisten für ihre jeweilige Berufung analysiert und eine Parallele zwischen dem forschenden Subjekt und dem schreibenden Autor gezogen.
4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen: Dieses Kapitel resümiert, dass Wissenschaft und Literatur als komplementäre Konstrukte zur Wirklichkeitsgestaltung fungieren und keine Gegensätze darstellen.
5. Literatur- und Quellenangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie genutzter Webressourcen.
Wissenschaft, Literatur, Wirklichkeitskonstruktion, Die Vermessung der Welt, Daniel Kehlmann, Humboldt, Gauß, Genie, Wahnsinn, Empirie, Abstraktion, Literaturpsychologie, Erkenntnisvermögen, Welterschließung, Konstruktivismus
Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Literatur, insbesondere wie beide als menschliche Konstrukte zur Wirklichkeitsbewältigung dienen.
Die Themen umfassen die Rolle des Wissenschaftlers, das Motiv von Genie und Wahnsinn sowie die Opfer, die sowohl für wissenschaftliche als auch für literarische Bestrebungen erbracht werden.
Die Arbeit fragt, was Wissenschaft und Literatur trotz unterschiedlicher methodischer Ansätze miteinander gemeinsam haben und wie diese in Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ dargestellt werden.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse gewählt, die konstruktivistische Ansätze nutzt, um das Verhältnis von Realität, Fiktion und Wissenssystemen zu beleuchten.
Der Hauptteil analysiert die Klischees rund um Wissenschaftler, die historische Verbindung von Kunst und Wissenschaft sowie die biografischen und persönlichen Opfer der Protagonisten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Empirie, Abstraktion sowie die psychologische Verknüpfung von Genie und Wahnsinn.
Während Humboldt den abenteuerlustigen Empiriker repräsentiert, steht Gauß für die nach innen gerichtete Abstraktion und die ständige Reflexion der eigenen gesellschaftlichen Bedingtheit.
Die Arbeit argumentiert, dass sowohl wissenschaftliche Entdeckungen als auch literarische Werke ein hohes Maß an persönlichem Einsatz erfordern, was Parallelen zwischen den Lebensgeschichten der Wissenschaftler und dem Leben des Autors Kehlmann aufzeigt.
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