Examensarbeit, 2003
122 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
2 GESPROCHENE UND GESCHRIEBENE SPRACHE
2.1 DAS VERHÄLTNIS VON GESPROCHENER UND GESCHRIEBENER SPRACHE
2.2 NICHT-PHONOLOGISCHE UND PHONOLOGISCHE SCHRIFTSYSTEME
2.3 DIE DEUTSCHE SPRACHE UND IHRE VERSCHRIFTUNGSPRINZIPIEN
2.4 SCHLUSSBEMERKUNG
3 KOGNITIVE MODELLE ZUR SCHRIFTSPRACHVERARBEITUNG
3.1 VORBEMERKUNG
3.2 DAS LOGOGENMODELL VON MORTON
3.3 DAS INTERAKTIVE MODELL DES WORTERKENNENS
3.4. GEMEINSAMES MODELL FÜR DAS LESEN UND SCHREIBEN
3.4.1 Vorbemerkung
3.4.2 Lesen
3.4.3 Schreiben
3.5 ZUR BEDEUTUNG DES ARBEITSGEDÄCHTNISSES
3.6 SCHLUSSBEMERKUNG
4 ENTWICKLUNGSMODELLE DES SCHRIFTSPRACHERWERBS
4.1 VORBEMERKUNG
4.2 DAS SECHSPHASENMODELL DES LESEN- UND SCHREIBENLERNENS NACH FRITH
4.3 DER ANSATZ VON EHRI
4.4 DAS ORTHOGRAPHIC FRAMEWORK MODEL
4.5 SCHLUSSBEMERKUNG
5 DIE PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT
5.1 VORBEMERKUNG
5.2 DEFINITIONEN
5.3 ROLLE DER PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT BEIM SCHRIFTSPRACHERWERB
5.4 SCHLUSSBEMERKUNG
6 STÖRUNGEN DES LESENS UND SCHREIBENS
6.1 DEFINITIONEN
6.2 BETRACHTUNG VON STÖRUNGEN AUF BASIS DER VORGESTELLTEN THEORIEN UND MODELLE
6.2.1 Visuell-perzeptuelle Aspekte
6.2.2 Phonologische Verarbeitungsschwächen
6.2.3 Schwierigkeiten bei der Ausnutzung von Informationen hinsichtlich orthographischer Regelmäßigkeiten, Morphemaufbau und Silbenunterteilung
6.3 ERKLÄRUNG DER LESERECHTSCHREIBSCHWÄCHE ANHAND DES ENTWICKLUNGSMODELLS DES SCHRIFTSPRACHERWERBS VON FRITH
6.4 LESE-RECHTSCHREIBSCHWÄCHE IM KONTEXT DES PROZESSMODELLS
6.5 IMPLIKATIONEN FÜR DIE BETRACHTUNG VON LERNSOFTWARE
7 VERSUCH DER PSYCHOLINGUISTISCHEN REFLEXION AUSGEWÄHLTER LERNSOFTWARE
7.1 VORBEMERKUNG
7.2 CESAR LESEN 1.0 - ZUR UNTERSTÜTZUNG DER LEGASTHENIE-THERAPIE
7.2.1 Vorbemerkung
7.2.2 Beschreibung und psycholinguistische Betrachtung
7.2.3 Zusammenfassende Bemerkung zur CD-ROM CESAR LESEN 88
7.3 DUDEN-LERNSOFTWARE ICH LERNE LESEN 1&2
7.3.1 Vorbemerkung
7.3.2 Beschreibung und psycholinguistische Betrachtung
7.3.3 Zusammenfassende Bemerkung zur Duden-Lernsoftware Ich lerne Lesen 1&2 105
7.4 DIE SOFTWARE „LESE-ZEILE“
8 SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch, inwieweit computerbasierte Lernsoftware zur Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwäche auf aktuellen psycholinguistischen Erkenntnissen und kognitiven Modellen basiert. Ziel ist es, das theoretische Fundament ausgewählter Softwareprogramme kritisch zu hinterfragen und Implikationen für eine effektive Förderung abzuleiten.
Die Bedeutung des Arbeitsgedächtnisses
Die Fertigkeit, Laute und Lauteinheiten über eine kurze Zeit im Arbeitsgedächtnis präsent zu halten, ist besonders bedeutsam für Leseanfänger. Sie müssen beim Erlesen eines Wortes jeden Buchstaben in das korrespondierende Phonem umwandeln und diese Repräsentationen so lange im Arbeitsgedächtnis behalten, bis alle Laute des entsprechenden Wortes abgerufen und in der Synthese zusammengezogen werden können.
Außerdem muss bei einem nicht auf Anhieb erkannten Wort eventuell eine Reihe in Frage kommender Aussprachen von Buchstaben durchprobiert werden. Für diesen Vorgang ist das gute Funktionieren des Arbeitsgedächtnisses die wesentliche Voraussetzung. Das Kind muss in der Lage sein, lautliche Repräsentationen im Kurzzeitgedächtnis zu behalten. Auch beim Schreiben eines Wortes muss das Kind das Klangbild des gesamten Wortes im Arbeitsgedächtnis behalten und immer wieder Vergleiche zwischen Wortklang und Einzellauten bzw. zwischen Einzelbuchstaben und dem gesamten Wortbild herstellen.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und Einführung in den aktuellen Forschungsstand sowie das Ziel der Arbeit.
2 GESPROCHENE UND GESCHRIEBENE SPRACHE: Erläuterung des ontogenetischen Verhältnisses von Laut- und Schriftsprache sowie der grundlegenden Verschriftungsprinzipien des Deutschen.
3 KOGNITIVE MODELLE ZUR SCHRIFTSPRACHVERARBEITUNG: Vorstellung psycholinguistischer Prozessmodelle (z.B. Logogenmodell, interaktives Modell) zur Erklärung der normalen Schriftsprachverarbeitung.
4 ENTWICKLUNGSMODELLE DES SCHRIFTSPRACHERWERBS: Beschreibung relevanter Stufenmodelle (z.B. nach Frith, Ehri) zur Erfassung des kindlichen Erwerbsprozesses von Lesen und Schreiben.
5 DIE PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT: Analyse der Bedeutung der phonologischen Bewusstheit als zentraler Fähigkeit für den Schriftspracherwerb.
6 STÖRUNGEN DES LESENS UND SCHREIBENS: Diskussion von LRS-Symptomen auf Basis der vorgestellten Modelle und Ableitung von Implikationen für die Gestaltung von Fördersoftware.
7 VERSUCH DER PSYCHOLINGUISTISCHEN REFLEXION AUSGEWÄHLTER LERNSOFTWARE: Exemplarische Analyse und kritische Betrachtung der Programme CESAR LESEN 1.0, Duden "Ich lerne Lesen 1&2" und "LESE-ZEILE".
8 SCHLUSS: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige zukünftige Studien zur Wirksamkeit von Lernsoftware.
Lese- und Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Schriftspracherwerb, Lernsoftware, Psycholinguistik, Phonologische Bewusstheit, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Arbeitsgedächtnis, Prozessmodelle, Sprachförderung, Segmentierungsstrategien, Lautanalyse, Lautsynthese, Orthographisches Lexikon, Kognitive Neuropsychologie.
Die Arbeit untersucht, inwieweit kommerzielle und didaktische Lernsoftware für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche auf fundierten psycholinguistischen Theorien basiert.
Die zentralen Themen sind kognitive Modelle der Schriftsprachverarbeitung, Stufenmodelle des Schriftspracherwerbs, die Rolle der phonologischen Bewusstheit sowie die Qualität und methodische Konzeption von Fördersoftware.
Das Ziel ist es, drei ausgewählte Softwareprogramme auf Basis wissenschaftlicher Modelle zu reflektieren und Kriterien für deren theoretisches Fundament und ihren praktischen Nutzen in der Förderung zu prüfen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Reflexion und Analyse auf Basis psycholinguistischer Prozess- und Entwicklungsmodelle, um die didaktischen Ansätze der Softwareprodukte zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung (Modelle der Sprachverarbeitung, Erwerbsmodelle, phonologische Bewusstheit), die Anwendung dieser Theorien auf LRS-Störungsbilder sowie die detaillierte psycholinguistische Analyse der Software CESAR LESEN 1.0, Duden "Ich lerne Lesen" und der "LESE-ZEILE".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Legasthenie, Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Graphem-Phonem-Korrespondenz und Lernsoftware charakterisieren.
Die Software wird als anspruchsvoll bewertet, wobei der Schwerpunkt stark auf visuell-perzeptuellen Übungen liegt; der Autor empfiehlt eine professionelle Begleitung, da die Anforderungen an Kinder ohne explizites Lauttraining hoch sind.
Die "LESE-ZEILE" wird für ihr hohes Maß an Individualisierbarkeit gelobt, besonders im Bereich des Segmentierungstrainings, sollte jedoch idealerweise durch einen Therapeuten oder Lehrer in der Anwendung begleitet werden.
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