Diplomarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der Fall WorldCom
2.1 Chronologie eines Skandals
2.1.1 Gründung und Aufstieg des Unternehmens (1983-1999)
2.1.2 Krise und Ergebnisfälschung (1999-2002)
2.1.3 Aufdeckung des Betrugs und Untergang des Unternehmens (2002-2006)
2.2 Bilanzmanipulationen
2.2.1 Verringerung der Line Costs
2.2.2 Erhöhung der Umsätze
2.2.3 Zusammenfassung der Manipulationen
3 Das Konzept der ökonomischen Ethik
3.1 Grundstruktur der ethischen Konzeption
3.2 Ökonomische Ethik und die goldene Regel
3.3 Bedeutung der Handlungsbedingungen
3.3.1 Soziale Ebene: Bedeutung des Eigeninteresses und Dilemmastrukturen
3.3.2 Institutionelle Ebene: Offene Institutionen
3.3.3 Zeitliche Ebene: Dynamik der Handlungsbedingungen
3.4 Freiheit, Verantwortung und Vertrauen
3.5 Unternehmensethik
4 Die Handlungsbedingungen von WorldCom
4.1 Unternehmensexterne Handlungsbedingungen: US-amerikanische Telekommunikationsindustrie
4.2 Unternehmensinterne Handlungsbedingungen: Das Unternehmen WorldCom
4.2.1 Unternehmensstrategie
4.2.2 Management-Vergütung und Investitionen von Ebbers
4.2.3 Corporate Governance
4.2.4 Unternehmenskultur
4.3 Schlussfolgerungen
4.3.1 Struktur der Handlungsbedingungen von WorldCom
4.3.2 Spieltheoretische Analyse des WorldCom-Falles
4.3.3 Analyse aus Sicht der Agenturtheorie
5 Die Bewertung der Manipulationen anhand der goldenen Regel
5.1 Verantwortlichkeit der Manipulationen
5.2 Manipulationen unter dem Gesichtspunkt des Investitionsgedankens
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit analysiert den WorldCom-Bilanzskandal aus der Perspektive der ökonomischen Ethik. Ziel ist es, die systematischen Bedingungen aufzudecken, die das Fehlverhalten des Managements ermöglichten, und das Handeln der Verantwortlichen normativ zu bewerten.
2.1.2 Krise und Ergebnisfälschung (1999-2002)
Die positiven Bedingungen für WorldCom ändern sich jedoch rapide: Anfang des 21. Jahrhunderts zeichnet sich im Kontext unrealistischer Erwartungen an die Industrie, dem Platzen der spekulativen Blase an den Neuen Märkten und der rezessiven US-Wirtschaft ein deutlicher Abwärtstrend in der Telekommunikationsindustrie ab, was deutliche Umsatzeinbußen bei gleichzeitig hohen Kostenniveaus für die Telefongesellschaften zur Folge hat. Und gingen Schätzungen Ende der 1990er Jahre noch von einem Wachstum des Internets in der Größenordnung von 1.000 Prozent pro Jahr aus, muss nun eher von 100 Prozent pro Jahr ausgegangen werden. Die rasche Erweiterung der entsprechenden Netzwerke, in die in Antizipation einer immensen Nachfrage während der 1990er Jahre investiert wurde, führt zu signifikanten Überkapazitäten am Markt.
Für WorldCom setzt die veränderte Situation aufgrund des Marktumfeldes und der eigenen Größe katastrophale Ereignisse in Gang: Das Unternehmen ist ebenfalls von der rückläufigen Umsatzsituation betroffen und muss deutliche Korrekturen bei den Wachstumsprognosen vornehmen, was sich negativ auf den Aktienkurs des Unternehmens auswirkt, schließlich hatte sich WorldCom jahrelang als „high-growth company“ präsentiert. Auch ist der Optimismus der Anleger in der Industrie verflogen. Dies zeigt sich darin, dass das Unternehmen, wie die anderen Gesellschaften der Industrie, deutliche Kurseinbrüche hinnehmen muss, trotz der Tatsache, dass es weiterhin vergleichsweise hohe Wachstumsraten präsentieren kann.
1 Einleitung: Vorstellung des WorldCom-Skandals als einen der größten Bilanzskandale der Wirtschaftsgeschichte und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Fall WorldCom: Detaillierte chronologische Darstellung des Aufstiegs, der Krise und der Bilanzmanipulationen bei WorldCom zwischen 1999 und 2002.
3 Das Konzept der ökonomischen Ethik: Einführung des theoretischen Rahmens der ökonomischen Ethik und Erläuterung der Bedeutung von Handlungsbedingungen sowie der goldenen Regel.
4 Die Handlungsbedingungen von WorldCom: Systematische Analyse der unternehmensexternen und -internen Faktoren, einschließlich Corporate Governance und Unternehmenskultur, die den Betrug begünstigten.
5 Die Bewertung der Manipulationen anhand der goldenen Regel: Ethische Bewertung des Verhaltens des Managements unter Berücksichtigung der Unternehmensverantwortung und des Investitionsgedankens.
6 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Bedeutung von Vertrauen und Integrität als Vermögenswerte für den langfristigen Unternehmenserfolg.
WorldCom, Bilanzmanipulation, ökonomische Ethik, Unternehmensverantwortung, Goldene Regel, Corporate Governance, Unternehmenskultur, Anreizbedingungen, Informationsasymmetrien, Vertrauen, Agenturtheorie, Handlungsbedingungen, Aktienkurs, Finanzskandal, Management.
Die Arbeit behandelt den historischen Bilanzskandal des US-Telekommunikationsunternehmens WorldCom und analysiert diesen aus einer unternehmensethischen Perspektive.
Im Zentrum stehen die Analyse von Anreizstrukturen in Unternehmen, das Versagen von Kontrollmechanismen (Corporate Governance) und die Rolle ethischer Normen in der modernen Wirtschaft.
Das Ziel ist die systematische Darstellung und Analyse des Falls sowie die Bewertung, ob das Verhalten des Managements den Kriterien einer nachhaltigen Unternehmensführung entsprach.
Die Arbeit nutzt das Konzept der ökonomischen Ethik, ergänzt durch spieltheoretische Analysen und die Agenturtheorie, um Handlungsanreize und Entscheidungsstrukturen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Schilderung des Skandals, die theoretische Grundlegung der ökonomischen Ethik sowie die detaillierte empirische Analyse der internen und externen Faktoren bei WorldCom.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bilanzmanipulation, Handlungsbedingungen, Vertrauen als Vermögenswert, Anreizkompatibilität und Unternehmensverantwortung.
Ebbers prägte einen autokratischen Führungsstil und ein Klima der Einschüchterung, das es Mitarbeitern verbot, kritische Fragen zu stellen oder Unregelmäßigkeiten zu melden, was als "Gruppendenken" analysiert wird.
Andersen wählte einen risikobasierten Ansatz, der den Betrug aufgrund von Fehleinschätzungen und der Fixierung auf die prestigeträchtige Kundenbeziehung nicht aufdeckte, obwohl zahlreiche Hinweise vorlagen.
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