Diplomarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 DEFINITIONEN DER GRUNDBEGRIFFE
3 THEORIEN ZU MIGRATIONSAUSLÖSENDEN FAKTOREN
4 ALLGEMEINES ZUR MIGRATIONSFORSCHUNG
4.1 DIE MIGRATIONSFORSCHUNG AUS POLITIKWISSENSCHAFTLICHER SICHT
4.2 DIE MIGRATIONSFORSCHUNG IN DER TÜRKEI
5 GRENZKONTROLLEN – DIE EU UND DIE SCHENGENZONE
5.1 STAATS- UND GRENZENTHEORIEN
5.2 MIGRATIONSPOLITIK DER EUROPÄISCHEN UNION
5.3 „FESTUNG EUROPA“
5.4 SCHENGENGRENZEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DIE TÜRKEI
5.5 ZUR GEOGRAFIE DER TÜRKEI
6 ILLEGALE MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.1 HISTORISCHE HINTERGRÜNDE DER ILLEGALEN MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.2 DIE TÜRKEI ALS ZENTRUM FÜR DIE ILLEGALE MIGRATION
6.3 ANALYSE DER EINZELNEN PROVINZEN
6.3.1 Istanbul
6.3.2 Van
6.4 ERSCHEINUNGSFORMEN DER ILLEGALEN MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.5 ZAHLEN ÜBER DIE ILLEGALE MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.6 ILLEGALE MIGRATION IN EU UND TÜRKEI
6.7 AKTEURE DER ILLEGALEN MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.8 WIRTSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN DER ILLEGALEN MIGRATION IN DER TÜRKEI
6.9 DIE TÜRKEI ALS TRANSITLAND
6.10 INTERNATIONAL ORGANISIERTE KRIMINALITÄT
7 ZUR HERKUNFT DER MIGRATIONSSTRÖME
7.1 IRAN
7.2 IRAK
7.3 AFGHANISTAN
7.4 AFRIKA
7.5 GRIECHENLAND
7.6 BULGARIEN
7.7 DIE NACHFOLGESTAATEN DER SOWJETUNION UND DIE GEMEINSCHAFT UNABHÄNGIGER STAATEN (GUS)
7.7.1 Kofferhändler
8 TÜRKISCHE MIGRATIONSPOLITIK
8.1 AKTUELLE GESETZE FÜR MIGRANTEN
8.1.1 Das Staatsbürgerschaftsgesetz
8.1.2 Das Visagesetz
8.1.3 Das Niederlassungsgesetz (Iskan Kanunu)
8.1.4 Die Arbeitserlaubnis
9 ZEITUNGSBERICHTE ÜBER DIE MIGRATIONSBEWEGUNGEN IN DER TÜRKEI
10 RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Türkei von einem klassischen Auswanderungsland zu einem bedeutenden Zuwanderungs- und Transitland. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit diese neue Rolle der Türkei ein Hindernis für einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union darstellt und wie die türkische Regierung sowie die EU auf diese Herausforderung reagieren.
6.2 Die Türkei als Zentrum für die illegale Migration
Aus unterschiedlichen Ländern kommen jedes Jahr tausende Migranten in die Türkei, so etwa aus Russland, Moldawien, dem Iran, dem Irak, Ägypten, Marokko, Afghanistan usw. Die Migranten haben je nach Herkunftsland sehr unterschiedliche Hintergründe und Zielsetzungen. Man kann aber drei Hauptgründe unterscheiden, warum die Türkei als ein attraktives Land für die illegale Migration angesehen wird.
Erstens gibt es in den Nachbarländern instabile wirtschaftliche und politische Verhältnisse sowie einen schlechteren Lebensstandard oder gar Lebensgefahr durch Kriege und ethnische Konflikte, besonders nach dem Kalten Krieg. Der zunehmende Nationalismus in den Ländern der ehemaligen UdSSR führte zu einer Art ethnischer Konflikte und daraus folgend zu instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen.
Der zweite Grund ist die geografische Lage der Türkei. Sie bildet eine Brücke zwischen Europa, Asien und Afrika mit einem unkontrollierbaren Grenzgebiet.
“As a result of Turkey’s unique geopolitical situation and future the evolution of its asylum and migration reforms will undoubtedly have important implications not only for Turkey itself and for the whole of Europe and the Near and Middle East but also for the fate of the hundreds of thousands of people who transit in the area each year in search a better life.”
Der dritte Grund ist eine großzügige Handhabung der Visumvergabe. Manche Migranten sind legal in der Türkei und versuchen dann, illegal nach Europa zu gelangen. Wenn sie dies bis zum Ablaufdatum ihres Visums nicht schaffen können, bleiben sie illegal im Land. Manche fahren in diesem Fall auch wieder in ihre Heimat zurück und kommen innerhalb einer Woche erneut legal in die Türkei. Einige Migranten kommen zwar mit gültigem Visum, arbeiten aber illegal in der Türkei. Wenn ihr Visum dann ablauft, kommen sie häufig innerhalb eine Woche, manchmal auch noch am selben Tag erneut in die Türkei.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Migration, Begründung der Relevanz für die Türkei und Umriss der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 DEFINITIONEN DER GRUNDBEGRIFFE: Theoretische Auseinandersetzung mit zentralen Migrationsbegriffen wie Migration, Transitland und irreguläre Migration.
3 THEORIEN ZU MIGRATIONSAUSLÖSENDEN FAKTOREN: Darstellung von Schub- und Sogfaktoren sowie theoretische Erklärungsmodelle für Flucht- und Migrationsbewegungen.
4 ALLGEMEINES ZUR MIGRATIONSFORSCHUNG: Überblick über die historische Entwicklung der Migrationsforschung sowie deren politikwissenschaftliche Perspektive und Spezifika in der Türkei.
5 GRENZKONTROLLEN – DIE EU UND DIE SCHENGENZONE: Analyse der Grenztheorien, der Migrationspolitik der EU sowie der Auswirkungen der Schengen-Außengrenzen auf die Geopolitik der Türkei.
6 ILLEGALE MIGRATION IN DER TÜRKEI: Detaillierte Untersuchung der Zentren der illegalen Migration (Istanbul, Van), deren Erscheinungsformen, Akteure und wirtschaftliche Auswirkungen.
7 ZUR HERKUNFT DER MIGRATIONSSTRÖME: Analyse der spezifischen Herkunftsländer und Regionen, aus denen die Migrationsbewegungen in die Türkei resultieren.
8 TÜRKISCHE MIGRATIONSPOLITIK: Analyse der aktuellen Gesetzeslage in der Türkei, einschließlich Staatsbürgerschafts-, Visa- und Arbeitserlaubnisgesetzen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses.
9 ZEITUNGSBERICHTE ÜBER DIE MIGRATIONSBEWEGUNGEN IN DER TÜRKEI: Darstellung aktueller Fallbeispiele aus der türkischen Presse zur Verdeutlichung der realen Migrationsereignisse.
10 RESÜMEE: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Fazit zur Rolle der Türkei im Kontext globaler und regionaler Migrationsströme.
Migration, Türkei, Transitland, Europäische Union, Schengener Abkommen, illegale Migration, Menschenschmuggel, Asyl, geopolitische Lage, GUS-Staaten, Schattenwirtschaft, Staatsbürgerschaftsgesetz, Migrationsforschung, Transmigration, Grenzkontrollen.
Die Arbeit analysiert den Wandel der Türkei von einem Auswanderungsland zu einem zentralen Transit- und Einwanderungsland, insbesondere im Hinblick auf den EU-Beitrittsprozess.
Zentrale Themen sind die Migrationsforschung, die geopolitische Rolle der Türkei als EU-Außengrenze, die Dynamik illegaler Migrationsströme sowie die Anpassung der türkischen Gesetze.
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Funktion der Türkei als Transitland ein Hindernis für einen EU-Beitritt darstellt und welche politischen Reaktionen darauf erfolgen.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die sowohl theoretische Migrationsansätze als auch aktuelle Daten, Gesetze und Medienberichte zur Fundierung nutzt.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Analyse der Migrationszentren wie Istanbul und Van, eine Länderanalyse der Herkunftsorte sowie die Untersuchung der aktuellen türkischen Migrationspolitik.
Migration, Transitland, Türkei, Europäische Union, illegale Migration, Menschenschmuggel und Migrationspolitik sind die prägenden Begriffe.
Istanbul fungiert als wirtschaftliches Zentrum, als Sammelstelle für Migranten und als wichtiger Knotenpunkt für die Schattenwirtschaft und illegale Schleusernetzwerke.
Der Begriff beschreibt die restriktive Politik der EU an den Außengrenzen, die dazu führt, dass Transitländer wie die Türkei als Pufferzonen fungieren müssen, was den Druck auf das Land erhöht.
Die Zahlen variieren stark, da es sich um irreguläre Prozesse handelt und neben nachvollziehbaren offiziellen Statistiken auch viele Vermutungen und schwer verifizierbare Quellen existieren.
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