Examensarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Geographischer Überblick und soziodemographische Eckdaten der Republik Ruanda
2.1 Geographischer Überblick
2.1.1 Relief
2.1.2 Böden
2.1.3 Bodendegration und Bodenerosion
2.1.4 Vegetation
2.1.5 Klima
2.2 Soziodemographische Eckdaten
2.2.1 Bevölkerung
2.2.2 Verwaltung
2.2.3 Demographie
3. Der Genozid von 1994 und seine wirtschaftlichen Folgen
3.1 Der Genozid von 1994
3.2 Bodenrechte nach 1994
4. Entwicklung der ruandischen Wirtschaft seit 1994
4.1 Allgemeine wirtschaftliche Situation
4.2 Binnenwirtschaft
4.2.1 Entwicklung seit 1994
4.2.2 Zukünftig zu erwartende Entwicklung
4.3 Außenwirtschaft
4.3.1 Entwicklung nach 1994
4.3.2 Export vs. Import (Außenhandelsbilanz bzw. Handelsbilanz)
4.3.3 Export
4.3.4 Import
4.3.5 Zukünftig zu erwartende Entwicklung
5. Wirtschaftsgeographische Theorien mit Bezug auf Ruanda
5.1 Die „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung eines Raumes“ von Rostow
5.2 Die „Drei-Sektoren-Hypothese“ von Fourastie
5.3 Die Entwicklung der Wirtschaftssektoren von Ruanda seit 1994 mit Bezug auf die „Drei Sektoren-Hypothese“ von Fourastie
6. Die Entwicklung der Wirtschaftssektoren von Ruanda nach 1994
6.1 Der Wirtschaftssektor Landwirtschaft
6.1.1 Agrarökologische Regionen in Ruanda
6.1.2 Kleinbäuerliche Siedlungsformen
6.1.3 Hauptanbauprodukte
6.1.4 Zukunftsträchtige Anbauprodukte
6.1.5 Viehhaltung
6.2 Der Wirtschaftssektor Industrie
6.3 Der Wirtschaftssektor Dienstleistungen
7. Entwicklung der größten Städte des Landes nach 1994
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Lage Ruandas nach dem Völkermord von 1994 unter Anwendung wirtschaftsgeographischer Theorien. Das primäre Ziel ist es, den ökonomischen Wiederaufbau, die strukturellen Herausforderungen der einzelnen Wirtschaftssektoren sowie die aktuelle Außenwirtschaftssituation zu analysieren, um auf dieser Basis fundierte Zukunftsaussichten für das Land abzuleiten.
3.1 Der Genozid von 1994
Ein Genozid „umfasst nach der Völkermordkonvention der UNO von 1948 (Artikel 2) Handlungen, die in der Absicht begangen werden, eine nationale, ethnische, rassistische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“ (HEINSOHN, G. 1999, S. 149).
Die Zerstörung soll durchgesetzt werden durch: „Tötung von Mitgliedern der Gruppe; Verursachung von schweren körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe; vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen; Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind; gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe“ (HEINSOHN, G. 1999, S. 149).
Diese Definition trifft auch auf die Ereignisse zu die sich im April 1994 in Ruanda zutrugen. Eigentliche Ursache hierfür waren die traditionellen sozialen Ungleichheiten zwischen Hutu- und Tutsi-Bevölkerung. Als die Dominanz der Tutsi-Minderheit von den deutschen und später den belgischen Kolonialherren noch gefördert wurde, kam es 1959-1961 zu einer Rebellion von Seiten der Hutu-Majorität gegen die unter belgischer Kolonialherrschaft bestehende Tutsi-Monarchie (STETTENHEIM, J. 1999, S. 215).
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die wirtschaftliche Lage Ruandas anhand wirtschaftsgeographischer Methoden zu untersuchen, mit Fokus auf die Entwicklung seit 1994.
2. Geographischer Überblick und soziodemographische Eckdaten der Republik Ruanda: Dieses Kapitel erläutert die naturräumlichen Gegebenheiten wie Relief und Klima sowie die demographischen Strukturen als Basis für die wirtschaftliche Analyse.
3. Der Genozid von 1994 und seine wirtschaftlichen Folgen: Hier wird der historische Kontext des Völkermordes und dessen verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur und Bodenrechte des Landes dargelegt.
4. Entwicklung der ruandischen Wirtschaft seit 1994: Dieses Kapitel analysiert die allgemeine wirtschaftliche Situation, die Binnenwirtschaft sowie Außenhandelsbilanzen und prognostiziert zukünftige Entwicklungen.
5. Wirtschaftsgeographische Theorien mit Bezug auf Ruanda: Hier werden Rostows „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung eines Raumes“ und Fourasties „Drei-Sektoren-Hypothese“ als theoretischer Rahmen eingeführt.
6. Die Entwicklung der Wirtschaftssektoren von Ruanda nach 1994: Eine detaillierte Untersuchung der Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen unter Berücksichtigung spezifischer Rahmenbedingungen.
7. Entwicklung der größten Städte des Landes nach 1994: Dieses Kapitel thematisiert das Städtewachstum als Ausdruck der räumlichen Organisation und der wirtschaftlichen Dynamik nach dem Genozid.
8. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch die Prognosen der Regierung im Hinblick auf die realen Hindernisse.
Ruanda, Wirtschaftsgeographie, Genozid 1994, Sektoraler Wandel, Rostow, Fourastie, Landwirtschaft, Subsistenzwirtschaft, Außenwirtschaft, Handelsbilanz, Industrie, Dienstleistungssektor, Tourismus, Bevölkerungswachstum, Infrastruktur
Die Arbeit analysiert die wirtschaftliche Entwicklung von Ruanda nach dem Völkermord im Jahr 1994 unter wirtschaftsgeographischen Gesichtspunkten.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen sowie auf die Binnen- und Außenwirtschaft unter Einbeziehung naturräumlicher und demographischer Gegebenheiten.
Ziel ist es, den Wiederaufbau Ruandas zu bewerten, die Wirksamkeit der Regierungsprogramme kritisch zu hinterfragen und die wirtschaftlichen Aussichten des Landes auf Basis theoretischer Modelle zu prognostizieren.
Es wird eine wirtschaftsgeographische Betrachtung vorgenommen, ergänzt durch die „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung eines Raumes“ von Rostow und die „Drei-Sektoren-Hypothese“ von Fourastie.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Wirtschaftssektoren, den Auswirkungen des Genozids auf das Wirtschaftsleben und der Rolle von Handelsabkommen für das Exportgeschäft.
Wichtige Begriffe sind Ruanda, Subsistenzwirtschaft, sektoraler Wandel, Exportentwicklung, Infrastrukturdefizite und die Vision 2020 der ruandischen Regierung.
Der Autor stuft die offiziellen Wachstumsziele der Regierung als zu optimistisch ein, da sie rasant steigende Bevölkerungszahlen und strukturelle Hindernisse wie Energiemangel nur unzureichend berücksichtigen.
Der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus, wird als stabil wachsendes Standbein identifiziert, das die Chance bietet, die einseitige Abhängigkeit von der Landwirtschaft zu verringern.
Der Völkermord zerstörte die Infrastruktur und kostete viele qualifizierte Arbeitskräfte das Leben, was den Industriesektor nachhaltig schwächte und bis heute eine Erholung erschwert.
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