Examensarbeit, 2008
63 Seiten, Note: 1-2
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Die Person Anna Amalia von Sachsen-Weimar
2.1 Herkunft – Das Haus Braunschweig-Wolfenbüttel
2.2 Hochzeit mit Ernst August II. Constantin zu Sachsen-Weimar-Eisenach im Jahr 1756
2.2.1 Das Haus Sachsen-Weimar
2.3 Erwartungen an Anna Amalia als neue „Landesmutter“
3. Die Regierungszeit Anna Amalias (1759-1775)
3.1 Selbstregentin und Mitregentschaft
3.1.1 Geheimes Consilium und Landesstände
3.1.2 Unterstützung des Braunschweiger Hofes
3.2 Außenpolitische Maßnahmen und Erfolge
3.3 Landespolitik und Administration
3.4 Das Ende der Regentschaft Anna Amalias
4. „Erhabenes verehrend, Schönes genießend, Gutes wirkend“ – Die Bedeutung Anna Amalias für das klassische Weimar
4.1 Die Weimarer Bibliothek
4.1.1 Die Wolfenbütteler Bibliothek als Vorbild
4.1.2 Die Schriften Anna Amalias
4.2 Die Bedeutung der Italienreise für Anna Amalia und Weimar
4.3 Anna Amalia und Johann Wolfgang von Goethe
5. Der Mythos Anna Amalias
5.1 Die Bedeutung für die thüringische Residenz
5.1.1 Anna Amalia als ewige Legende
5.2 Weimar als „ästhetische“ Marke
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit analysiert die politische Phase der vormundschaftlichen Regentschaft der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar (1759–1775). Ziel ist es, die These zu prüfen, ob es der Herzogin gelang, den Weimarer Staat sowohl außen- als auch landespolitisch zu konsolidieren.
Die Person Anna Amalia von Sachsen-Weimar
Die braunschweigische Prinzessin Anna Amalia wurde als zweitälteste Tochter Herzog Karls I. von Braunschweig-Lüneburg und der Prinzessin von Preußen und Schwester Friedrichs II., Philippine Charlotte am 24. Oktober 1739 im Schloss zu Wolfenbüttel geboren. Nachdem die Herzogin ihre Jugend zum größten Teil in Braunschweig verbrachte, wurde sie im Jahr 1756 mit Ernst August II. Constantin zu Sachsen-Weimar verheiratet, ein Schritt, der ihr ganzes zukünftiges Leben bestimmen und ihre Persönlichkeit prägen sollte.
Karl I. war seit 1735 der regierende Herzog Braunschweig-Wolfenbüttels und lehnte das mit 70 Quadratmeilen eher kleine und stark zersplitterte Fürstentum seitdem außenpolitisch eng an Preußen an. Die wichtige Beziehung zu Preußen wurde mehrfach befestigt: zum einen durch die eigene Heirat Karls I. mit Philippine Charlotte, zum anderen durch die Ehe seiner Schwester Elisabeth Christine von Braunschweig mit Friedrich II. von Preußen und schließlich durch die Verbindung seiner Schwester Luise Amalie mit dem Preußenprinzen August Wilhelm.
Karl I. bemühte sich, die Staatsverschuldung in seinem Fürstentum, welche hauptsächlich durch eine übergroße Armee verursacht wurde, im Sinne des Merkantilismus durch die Ansiedlung von Unternehmen, Etablierung von Manufakturen und die Vereinheitlichung des Steuerwesens einzudämmen. Jedoch konnten die Schulden erst unter Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, welcher von 1780 bis 1806 regierte, mit Hilfe englischer Subsidien endgültig beseitigt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung Anna Amalias und führt in die zentralen Fragestellungen ihrer Regentschaft und des darauf aufbauenden Mythos ein.
2. Die Person Anna Amalia von Sachsen-Weimar: Dieses Kapitel zeichnet Herkunft, Erziehung und den prägenden Übergang in das Leben am Weimarer Hof nach.
3. Die Regierungszeit Anna Amalias (1759-1775): Hier werden die politischen Herausforderungen, die Rolle als Regentin sowie die außen- und innenpolitischen Maßnahmen detailliert analysiert.
4. „Erhabenes verehrend, Schönes genießend, Gutes wirkend“ – Die Bedeutung Anna Amalias für das klassische Weimar: Dieses Kapitel widmet sich dem Wirken der Herzogin als Mäzenin, dem Aufbau der Bibliothek und ihrer Beziehung zu Gelehrten wie Goethe.
5. Der Mythos Anna Amalias: Das Kapitel reflektiert die Legendenbildung um die Herzogin und deren Vermarktung bis in die Gegenwart.
6. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung reflektiert und die These zur politischen Konsolidierung Weimars bewertet.
Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Aufklärung, Weimarer Klassik, vormundschaftliche Regentschaft, Landesmutter, Musenhof, Herzogliche Bibliothek, Siebenjähriger Krieg, Erbfolge, Staatsfinanzen, Mythos, Mäzenatentum, Machtpolitik, Thüringen, 18. Jahrhundert.
Die Arbeit untersucht das Wirken von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar während ihrer vormundschaftlichen Regentschaft im 18. Jahrhundert.
Im Fokus stehen die politische Konsolidierung des Herzogtums, die administrativen Rahmenbedingungen und die Rolle der Herzogin als kulturelle Mäzenin.
Die Arbeit zielt darauf ab, die These zu verifizieren oder zu falsifizieren, dass Anna Amalia den Weimarer Staat während ihrer Regentschaft außen- und innenpolitisch nachhaltig konsolidieren konnte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Quellen (Briefwechsel, autobiographische Aufzeichnungen, Testament) und aktueller biographischer Forschung basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Regierungszeit (1759–1775), dem Umgang mit der Staatsverschuldung, den außenpolitischen Balanceakten im Siebenjährigen Krieg und der Etablierung des Weimarer „Musenhofes“.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "aufgeklärte Regentin", "Regentschaft", "Weimarer Klassik", "Mäzenatentum" und "Staatskonsolidierung".
Ihre Erziehung am braunschweigischen Hof und die dortige Vermittlung aufklärerischer Ideale bildeten die Basis für ihr Verständnis von Pflichten und Bildung, prägten jedoch auch ihre Persönlichkeit durch den familiären Erwartungsdruck.
Die Arbeit zeigt, dass die in der Literatur oft betonte "Schuldenfreiheit" eine Legende ist; eine umfassende innenpolitische Konsolidierung der Finanzen gelang Anna Amalia trotz anfänglicher Bemühungen nicht.
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