Masterarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
I. EINLEITUNG
A. Thema der Arbeit
B. Gliederung
C. Forschungsstand
D. Quellen
II. DER SIEGER VON TANNENBERG
A. Die „Rettung Ostpreußens“: Die „Schlacht von Tannenberg“
1. Vom Pensionär zum Chef der OHL
2. Die Bedeutung der „Schlacht von Tannenberg“
B. Die Konstruktion des Hindenburg-Mythos
1. Der Heros von Tannenberg
2. Die Symbolfigur an der Spitze der OHL
C. Hindenburgs Aufstieg zum „Vater des Vaterlandes“
1. Der zweite Zwischenruhestand
2. Aufstieg ins höchste Staatsamt
III. DAS TANNENBERGDENKMAL ALS NATIONALDENKMAL IN DER WEIMARER REPUBLIK
A. Von der ersten Planung bis zur Einweihung
1. Erste Planungen und die Grundsteinlegung
2. Die äußere Gestaltung des Tannenberg-Nationaldenkmals
3. Bau und Finanzierung des Tannenberg-Nationaldenkmales bis 1927
B. Die Einweihung des Denkmals
1. Weihe im Zeichen des Nationalismus
2. Die Zurückweisung der „Anklage“
IV. TANNENBERGDENKMAL UND HINDENBURGKULT IM NS-STAAT
A. Die Rolle Hindenburgs in der Propaganda der Nationalsozialisten
1. Der „Tag von Potsdam“: Der „alte Idiot“ Hindenburg und das „Neue Deutschland“
2. „Der Alte vom Preußenwald“ und sein „Musketier“ - Der Tannenberg-Tag von 1933
3. „Toter Feldherr, geh nun ein in Walhall!“ Die Beisetzung Hindenburgs im Tannenbergdenkmal 1934
B. „Heiligtum der Nation“ Umbau und Weihe des Tannenberg-Nationaldenkmals zum Reichsehrenmal und seine Zerstörung
1. Die Umgestaltung des Denkmals
2. Die Umbettung Hindenburgs und Weihe zum Reichsehrenmal
3. Von der Weihe zum Reichsehrenmal bis zur Zerstörung 1945
V. FAZIT
Die Arbeit untersucht die enge Verschränkung zwischen dem Tannenberg-Denkmal und dem Personenkult um Paul von Hindenburg sowie deren gezielte Instrumentalisierung durch die Nationalsozialisten zur Legitimation ihrer Herrschaft. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie ein ursprünglich als konservativ-nationalistisch konzipiertes Denkmalprojekt in der Weimarer Republik von der NS-Propaganda als „Heiligtum der Nation“ vereinnahmt wurde.
1. Vom Pensionär zum Chef der OHL
Vom 26.8. bis zum 30.8.1914 wurde in Ostpreußen eine Schlacht geschlagen, die als „Schlacht von Tannenberg“ nicht nur für den Ersten Weltkrieg von Bedeutung war, sondern in ihrer Wirkung noch weit über das Kriegsende hinaus strahlte. Denn mit dieser Schlacht wurde der Tannenberg-Mythos geboren, „der zu einem festen Bestandteil des Hindenburg-Mythos wurde.“ Dieser Personenkult wurde zum „wohl wichtigsten Fundament auf dem Hindenburg seine spezifische Form politischer Herrschaft aufbauen konnte.“
Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, seit März 1911 im Ruhestand, „war 66 Jahre alt, als sein eigentlicher Aufstieg begann.“ Seine militärische Karriere war bis dahin zwar durchaus erfolgreich gewesen, schließlich war er als General in den Ruhestand getreten, allerdings deutete in seiner Berufslaufbahn nichts darauf hin, dass er einmal zu einer prägenden Gestalt der Deutschen Geschichte werden sollte. Seine militärischen Fähigkeiten erwiesen sich als begrenzt, er ahmte die Manöver seiner Lehrmeister nach, ließ es aber an der Kreativität fehlen, diese Strategien weiter zu entwickeln. Er hatte an der Schlacht von Königgrätz am 3.7.1866 teilgenommen und war bei der Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser 1871 in Versailles anwesend gewesen. Vor allem die Anwesenheit bei der Reichsgründung wurde später von den Nationalsozialisten propagandistisch verwertet, da sie Hindenburg dadurch als Bindeglied zwischen dem „Alten Reich“ von 1871 und dem „Neuen Reich“ von 1933 darstellen konnten.
Ohne den Beginn des Ersten Weltkriegs wäre der Pensionär Hindenburg wahrscheinlich niemals in die Geschichtsbücher eingegangen. Er brannte mit Ausbruch des Krieges darauf, ein Kommando übernehmen zu dürfen, seine dahingehenden Bittschreiben waren aber bis weit in den August hinein nicht von Erfolg gekrönt.
I. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung, Einordnung des Themas in den historischen Kontext sowie Vorstellung des Forschungsstandes.
II. DER SIEGER VON TANNENBERG: Analyse der Entstehung des Hindenburg-Mythos, ausgehend von der „Schlacht von Tannenberg“ und seiner Rolle als Chef der Obersten Heeresleitung.
III. DAS TANNENBERGDENKMAL ALS NATIONALDENKMAL IN DER WEIMARER REPUBLIK: Untersuchung der Baugeschichte, Finanzierung und der symbolischen Bedeutung des Denkmals während der Weimarer Zeit.
IV. TANNENBERGDENKMAL UND HINDENBURGKULT IM NS-STAAT: Untersuchung der propagandistischen Vereinnahmung Hindenburgs und des Denkmals durch das NS-Regime bis zur Zerstörung 1945.
V. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Instrumentalisierung Hindenburgs und des Denkmals als Symbol für nationalistische und später nationalsozialistische Bestrebungen.
Tannenberg-Denkmal, Paul von Hindenburg, Hindenburg-Mythos, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Propaganda, Reichsehrenmal, Personenkult, Geschichtspolitik, Schlacht von Tannenberg, Revisionismus, Dolchstoßlegende, Preußen, Nationalismus
Die Masterarbeit analysiert die enge Verbindung zwischen dem Tannenberg-Denkmal und dem Personenkult um Paul von Hindenburg und untersucht, wie dieses Gedenkprojekt zur politischen Legitimierung und NS-Propaganda instrumentalisiert wurde.
Die Themen umfassen die Genese des Hindenburg-Mythos, die Baugeschichte und Symbolik des Tannenberg-Denkmals in der Weimarer Republik sowie dessen Transformation zum Reichsehrenmal im nationalsozialistischen Deutschland.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Denkmal als bauliches Pendant zum Hindenburg-Mythos fungierte und wie es den Nationalsozialisten gelang, durch die Person Hindenburgs eine historische Brücke zwischen dem Kaiserreich und ihrem „Dritten Reich“ zu schlagen.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Veröffentlichungen, Presseberichte, Reden und Denkmalsdokumentationen sowie der Auswertung aktueller historischer Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: den Aufstieg Hindenburgs zum nationalen Mythos, die Entstehung des Denkmals in der Weimarer Zeit und seine schrittweise Vereinnahmung und Umgestaltung im NS-Staat bis zur Zerstörung 1945.
Zu den zentralen Begriffen zählen Hindenburg-Mythos, Tannenberg-Nationaldenkmal, Instrumentalisierung, Nationalsozialismus, Revisionismus und Reichsehrenmal.
Sie inszenierten Hindenburg nach der Machtübernahme als Verbindung zwischen der alten preußischen Tradition und dem neuen Regime, insbesondere durch Feiern wie den „Tag von Potsdam“ und die medienwirksame Umbettung des Generalfeldmarschalls in das Tannenberg-Denkmal.
Tannenberg galt als Symbol für den einzigen bedeutenden deutschen Sieg im Ersten Weltkrieg. Durch die Umwandlung zum Reichsehrenmal und Hindenburgs Grabstätte wurde der Ort zum „Heiligtum der Nation“ erhoben, was die angebliche Stärke des neuen Staates unterstreichen sollte.
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