Diplomarbeit, 1999
122 Seiten, Note: sehr gut
VORWORT
EINLEITUNG
Meine eigene Motivation, dieses Thema zu bearbeiten
1. HISTORISCHE ENTWICKLUNG
1.1. Die historische Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit
1.1.1. Kurze Skizzierung der Lebens- und Berufssituation Mitte des 19. Jahrhunderts
1.1.2. Die Entwicklung und Bedeutung der ersten Frauenbewegung, erste gesellschaftliche und politische Veränderungen
1.1.3. Der Rückschritt im Nationalsozialismus
1.1.4. Die Situation der Frauen nach dem zweiten Weltkrieg
1.1.5. Der Rückzug der Frauen in Ehe und Familie
1.1.6. Ehe und Familie als traditionelle normative Institution
1.2. Die Entwicklung einer erhöhten Wertigkeit von Berufstätigkeit seit den 60er Jahren
1.2.1. Ursachen eines veränderten Erwerbsverhaltens
1.2.2. Die Bildungsreform der 60er Jahre und ihre Auswirkungen
1.2.3. Die Bedeutung der Frauenbewegung in den 70er Jahren
1.2.4. Wandel des Leitbildes Ehe und Familie
1.2.5. Der Einstellungswandel zum Rollenverhalten der Frauen
1.2.6. Gegenwärtige Diskussionspunkte
2. DIE FRAUENBERUFE
2.1. Frauenberufe - ein historisch gesellschaftlicher Prozeß
2.1.1. Frauenberufe - Männerberufe. Eine Unterscheidung
2.1.2. Die Segregation des Arbeitsmarktes
2.1.3. Die besondere Eignung der Frauen für Frauenberufe und gesellschaftliche Folgen
2.1.4. Die weibliche Sozialisation und Frauenberufe
2.1.5. Frauenberufe - ein eingeschränktes Spektrum an Berufen
2.1.6. Frauenberufe - eine eingeschränkte berufliche Entwicklung
2.2. Beruf und Karriere
2.2.1. Weibliche Fähigkeiten - eine Eignung für Führungsaufgaben
2.2.2. Hindernisse für Frauen „Karriere“ zu machen
2.2.3. Macht und Karriere
2.2.4. Die Bedeutung des „Selbstwertes“ als Hindernis von Macht und Einfluß
2.2.5. Die zwiespältige Einstellung von Frauen zu „Erfolg“
2.2.6 Frauen wollen Macht und Einfluß - der Weg zu Macht und Einfluß
2.2.7. Die Führungskräfte der Zukunft - Frauen
3. BERUFSTÄTIGKEIT UND FAMILIE
3.1. Vereinbarkeit von Beruf und Familie
3.1.1. Die Pluralität der Lebensformen
3.1.2. Erwartungshaltung der Partner und gesellschaftliche Erwartungen an Beruf und Familie
3.1.3. Die Bewältigung beruflicher und familialer Aufgaben
3.1.4. Probleme der Frauen
3.1.5. Erste Einstellungs- und Verhaltensänderungen der Männer
3.2. Weitere Hindernisfaktoren bei einer Berufstätigkeit von Frauen
3.2.1. „Diskontinuität“ in der Berufstätigkeit von Frauen
3.2.2. Berufstätigkeit und Kinderbetreuung
3.2.3. „Die Frauenfalle“
3.2.4. Die geringfügigen Beschäftigungen - die 620-DM-Jobs
3.2.5. Teilzeittätigkeit - eine Sackgasse
4. REFORMGESETZE
4.1. Gesetzliche Veränderungen zugunsten der Frauen
4.1.1. Das Grundgesetz Artikel 3 Abs. 2 und Elisabeth Selbers
4.1.2. Die Bedeutung dieses Grundgesetzartikels
4.1.3. Eine Auswahl wichtiger Reformgesetze in Hinblick auf Erwerbstätigkeit von Frauen
5. DIE FRAUEN IM MITTLEREN LEBENSALTER
5.1. Frauen in der Lebensmitte
5.1.1. Die Generation im Umbruch
5.1.2. Die „Lebensmitte“, eine Zeit der Veränderungen
5.1.3 Eine berufliche Neuorientierung von Frauen im mittleren Lebensalter
5.2. Die Interviews der Frauen im mittleren Lebensalter zur beruflichen Neuorientierung
5.2.1. Meine Vorgehensweise und die subjektive Auswahl der Frauen
5.2.2. Ziel der Interviews
5.2.3. Der Fragebogen als Grundlage der Erzählinterviews
5.3. Das erste Interview
5.4. Das zweite Interview
5.5. Das dritte Interview
5.6. Das vierte Interview
5.7. Die Auswertung der Interviews
5.7.1. Die Herkunftsfamilien und die Berufswahl
5.7.2. Die Motive der Frauen, sich beruflich neu zu orientieren
5.7.3. Veränderungen in den Familien und den Partnerschaften
5.7.4. Die finanzielle Situation
5.7.5. Die persönliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten
5.7.6. Ihre Einschätzung der Fähigkeiten von Frauen im mittleren Lebensalter und die Bedingungen des Arbeitsmarktes
5.7.7. Ihre Vorschläge zur Veränderung der Arbeitsmarktsituation
5.7.8. Vorschläge, um die Bedürfnisse von Frauen in einer Neuorientierungsphase besser zu berücksichtigen
5.7.9. Ideen und Vorschläge der Frauen zur Veränderung gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen
5.8. Die Interviews mit hauptamtlichen Mitarbeiter/innen von Trägern, zuständig für berufliche Weiterbildung und Qualifizierung von Frauen im mittleren Lebensalter
5.8.1. Ziel der Interviews
5.8.2. Das erste Interview
5.8.3. Das zweite Interview
5.8.4. Das dritte Interview
5.9. Die Auswertung der Interviews mit Trägern
5.10. Zusammenfassende Bewertung der Interviews der Frauen
5.11. Zusammenfassende Bewertung der Interviews der Träger
6. ÜBERLEGUNGEN ZUR ARBEITSMARKTSITUATION
6.1. Gesetzliche Vorgaben zur Umsetzung von Frauenförderung
6.2. Das Arbeitsförderungsgesetz (AFG) als gesetzliche Grund-lage für eine berufliche Neuorientierung
6.3. Umsetzung der Arbeitsförderung in Form von Umschulungen, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
6.4. Die Arbeitsmarktsituation für Frauen im mittleren Lebensalter
6.5. Veränderung der beruflichen Möglichkeiten für Frauen im mittleren Lebensalter mit Berücksichtigung der Veränderungsvorschläge der interviewten Frauen.
6.6. Meine persönliche Einschätzung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen beruflicher Neuorientierungsprozesse von Frauen im mittleren Lebensalter (35-45 Jahre) unter Berücksichtigung historischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen sowie persönlicher Erfahrungsberichte.
1.1.1. Kurze Skizzierung der Lebens- und Berufssituation Mitte des 19. Jahrhunderts
Die Entwicklung der Trennung von Arbeits- und Familienstätte im Industrialisierungsprozeß schied die hauswirtschaftlichen von den erwerbswirtschaftlichen Tätigkeiten. Dieser Bereich blieb, zumindest in der bürgerlichen Schicht, den Männern vorbehalten. Es wurde zur Aufgabe der Frau, den häuslichen Bereich zu verwalten, während die Männer das Einkommen erwirtschafteten.
Die „Verhäuslichung“ der Frau war verbunden mit der Zuschreibung weiblicher Fähigkeiten wie Pflegen und Behüten, sowie weiblichen Werten wie Häuslichkeit, Tugend, Sanftmut, Frömmigkeit und Einfühlungsvermögen.
Dieses gesellschaftliche und normative Leitbild der Hausfrau und Mutter wurde vom Bürgertum des 19. Jahrhunderts zum Ideal stilisiert und galt für alle sozialen Schichten als erstrebenswert. „Der Platz der Frauen ist am häuslichen Herd, inmitten ihrer Kinder, über die sie wachen und ihnen die ersten Grundsätze einhauchen müssen. Ihr Beruf ist groß, wenn wir ihnen den Platz zuweisen, der ihnen gebührt, wenn wir sie verderblichen Einflüssen entheben, so werden sie eine Stütze der Freiheit und Demokratie sein (der Vorbote 1886 S. 149).“ Dieses Zitat verdeutlicht und unterstreicht dieses gesellschaftliche und normative Leitbild.
1. HISTORISCHE ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel zeichnet die gesellschaftliche Einordnung von Frauen von der Industrialisierung bis in die 90er Jahre nach und analysiert den Wandel von Familienbildern und Erwerbsmodellen.
2. DIE FRAUENBERUFE: Hier werden die Segregation des Arbeitsmarktes und die Zuschreibung spezifischer weiblicher Fähigkeiten kritisch beleuchtet, sowie die Hürden beim beruflichen Aufstieg von Frauen untersucht.
3. BERUFSTÄTIGKEIT UND FAMILIE: Dieser Teil befasst sich mit der Vereinbarkeit von Familienverantwortung und Erwerbsarbeit sowie den daraus resultierenden Hindernisfaktoren wie Teilzeitfalle und Diskontinuität.
4. REFORMGESETZE: Die Arbeit gibt einen Überblick über wesentliche gesetzliche Grundlagen wie das Grundgesetz und das Arbeitsförderungsgesetz, die Frauenförderung und Chancengleichheit vorantreiben sollten.
5. DIE FRAUEN IM MITTLEREN LEBENSALTER: Im Kernstück der Arbeit werden Interviews mit betroffenen Frauen sowie mit Trägern beruflicher Qualifizierung ausgewertet, um die subjektive Situation und notwendige Veränderungen aufzuzeigen.
6. ÜBERLEGUNGEN ZUR ARBEITSMARKTSITUATION: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und formuliert konkrete Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Verbesserung der beruflichen Chancen älterer Frauen.
Frauenerwerbstätigkeit, berufliche Neuorientierung, mittleres Lebensalter, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit, Frauenberufe, Qualifizierung, Weiterbildung, Erwerbsbiographie, Rollenverhalten, Geschlechterrollen, Familienarbeit, Frauenförderung, Chancengleichheit, Arbeitsförderungsgesetz
Die Arbeit behandelt die berufliche Neuorientierung von Frauen im mittleren Lebensalter, wobei insbesondere auf die Diskrepanz zwischen hoher Qualifikation und begrenzten beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten eingegangen wird.
Zu den Schwerpunkten gehören der historische Wandel der Frauenrollen, die Auswirkungen familiärer Verpflichtungen auf die Karriere sowie die Rolle von Qualifizierungsmaßnahmen bei einem beruflichen Wiedereinstieg.
Das Ziel ist es, die spezifischen Lebenslagen von Frauen zwischen 35 und 45 Jahren zu analysieren und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Arbeitsmarktsituationen deren berufliche Perspektiven beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus historisch-soziologischer Analyse von Literatur und Familienberichten sowie eine qualitative Interviewstudie mit vier betroffenen Frauen und Experten von Weiterbildungsträgern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der historischen und aktuellen Situation von Frauenberufen sowie in die detaillierte Auswertung von Erzählinterviews, die persönliche Strategien und Hindernisse der Frauen beleuchten.
Wichtige Begriffe wie "Diskontinuität", "Teilzeitfalle", "Schlüsselqualifikationen" und "Frauenförderung" prägen die theoretische Diskussion der Arbeit.
Dieser Begriff wird verwendet, da die untersuchte Altersgruppe (35-50 Jahre) sowohl von traditionellen familiären Prägungen der Eltern als auch vom modernen gesellschaftlichen Rollen- und Wertewandel profitiert hat.
Neben dem Mangel an flexiblen Betreuungsstrukturen werden vor allem Vorurteile seitens der Arbeitgeber gegenüber älteren Arbeitnehmerinnen sowie ein systemisches Ungleichgewicht in der Verteilung von Familien- und Haushaltsarbeit genannt.
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