Bachelorarbeit, 2008
33 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Leasing
1.2 Das Problem des off balance sheet financing bei Leasingnehmern
1.3 Gang der Arbeit
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Arten von Leasinggeschäften
2.1.1 Finanzierungsleasing
2.1.2 Operatives Leasing
2.2 Bilanzpolitik
2.3 Mindestleasingzahlungen
2.4 Bedingte Leasingzahlungen
2.5 Diskontierungszins für den recovery of investment test
3. Bilanzierung von Leasinggeschäften
3.1 Klassifizierung von Leasinggeschäften
3.1.1 Wirtschaftliches Eigentum
3.1.2 Kriterien für die Klassifizierung
3.2 Auswirkungen auf die Bilanzierung
3.2.1 Bilanzierung von Operating Leases
3.2.2 Bilanzierung von Finance Leases
3.3 Ermessensspielräume bei der Bilanzierung
3.3.1 Bargain Purchase Option Test
3.3.2 Economic Life Test
3.3.2.1 Definition des überwiegenden Teils
3.3.2.2 Wirtschaftliche Nutzungsdauer
3.3.3 Recovery of Investment Test
3.3.3.1 Ausbleiben quantitativer Richtwerte
3.3.3.2 Mindestleasingzahlungen
3.3.3.3 Grenzfremdkapitalzins
3.3.4 Mietverlängerungsoption zu marktunüblichen Preisen
3.4 Einfluss auf die Bilanzanalyse
3.4.1 Verschuldungsgrad
3.4.2 ROCE (return on capital employed)
3.4.3 Sonstige Kennzahlen
4 Fazit
Die Arbeit analysiert kritisch die Bilanzierung von Leasinggeschäften nach den IFRS-Standards (insbesondere IAS 17) und untersucht, wie die Klassifizierung als operatives Leasing gezielt genutzt wird, um außerbilanzielle Finanzierungen ("off balance sheet financing") zu erreichen und damit Kennzahlen vorteilhaft zu beeinflussen.
3.3.1 Bargain Purchase Option Test
Eine Kaufoption, die so günstig ist, dass sie wahrscheinlich ausgeübt wird, ist inhaltlich ähnlich dem Eigentumsübergang. Es stellt sich aber die Frage, wie der Zeitwert des Leasinggegenstandes zum möglichen Zeitpunkt der Optionsausübung festgelegt wird. Unter dem Zeitwert ist der Preis zu verstehen, den ein sachkundiger Käufer und ein sachkundiger Verkäufer miteinander aushandeln würden. Die Orientierung an Börsen bzw. Marktpreisen liegt hier nahe. Es existieren jedoch Ermessensspielräume durch vorzunehmende Schätzungen.
Zum einen besteht das Problem der Vergleichbarkeit von Gebrauchtgegenständen. Jedes Leasinggut wird nach einer gewissen Einsatzzeit nur schwer mit einem anderen zu vergleichen sein, da zum Beispiel nicht klar ist ob zum Vergleich ein Gut gleichen Alters oder gleicher Nutzungsintensität besser ist. Auch werden das Alter oder die Nutzungsintensität mitunter nicht repräsentativ für den tatsächlichen Verschleiß sein, da zum Beispiel zwei Maschinen, die gleich alt sind und/oder den gleichen Zählerstand anzeigen, unterschiedlich stark verschlissen sein können.
Beispiel 1: Eine Maschine wurde ausschließlich über Jahre hinweg monatlich 15 Tage am Stück, rund um die Uhr, im Akkord eingesetzt und nur geringfügig gewartet; während eine andere Maschine zwar 30 Tage im Monat, aber jeweils nur den halben Tag eingesetzt und regelmäßig gewartet wurde. Der tatsächliche Zeitwert der letztgenannten Maschine wird trotz gleichen Alters und gleichen Zählerstandes unter normalen Umständen erheblich höher liegen als der der erstgenannten.
Des Weiteren ist die Prognose des zukünftigen Wertes mit erheblichen Schätzungen und folglich auch Gestaltungsspielräumen verbunden, weil Faktoren wie die technische Entwicklung einen Gegenstand wesentlich schneller veralten lassen können als erwartet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz von Leasing ein und skizziert das Problem des "off balance sheet financing", bei dem Leasingnehmer Bilanzen durch operative Klassifizierung systematisch verkürzen.
2. Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Leasingarten (Finanzierungs- und operatives Leasing), führt in die Bilanzpolitik ein und erläutert technisch relevante Komponenten wie Mindestleasingzahlungen und Diskontierungszinsen.
3. Bilanzierung von Leasinggeschäften: Der Hauptteil untersucht detailliert die Klassifizierungskriterien nach IAS 17, deckt die erheblichen Gestaltungsspielräume bei der Anwendung der verschiedenen Tests (wie Economic Life oder Recovery of Investment) auf und analysiert die Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen.
4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die aktuelle Leasingbilanzierung aufgrund subjektiver Spielräume nicht sachgerecht ist, und begrüßt die intensiven Bemühungen um eine Reform durch IASB und FASB zur Abkehr vom aktuellen "all-or-nothing-approach".
Leasing, IFRS, IAS 17, Bilanzierung, Off-Balance-Sheet-Financing, Bilanzpolitik, Finanzierungsleasing, Operatives Leasing, Wirtschaftliches Eigentum, Barwerttest, Kapitalisierung, Bilanzanalyse, Verschuldungsgrad, ROCE, Leasingverhältnisse
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Leasingverhältnissen nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) und deckt auf, wie Unternehmen durch Bilanzpolitik ihre Kennzahlen manipulieren.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Klassifizierung von Leasingverhältnissen, die Ermessensspielräume bei der Anwendung von IAS 17 sowie die Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen wie den Verschuldungsgrad.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass durch die interpretierbare Auslegung der Klassifizierungskriterien ein faktisches Wahlrecht für Unternehmen entsteht, das systematisch zur außerbilanziellen Darstellung von Verbindlichkeiten genutzt wird.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis der IFRS-Standards (IAS 17) sowie um die Auswertung und Diskussion empirischer Studien, die die Auswirkungen einer fiktiven Kapitalisierung von Leasingverhältnissen untersuchen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Kriterien wie den "Bargain Purchase Option Test" oder den "Economic Life Test" und zeigt auf, welche Spielräume Bilanzierende bei der Festlegung von Zeitwerten oder Nutzungsdauern nutzen können.
Zentrale Begriffe sind Off-Balance-Sheet-Financing, Bilanzpolitik, IAS 17, Finanzierungsleasing und die Verzerrung von Kennzahlen wie dem ROCE.
Sie führt dazu, dass weder das Leasinggut als Vermögenswert noch die künftigen Leasingzahlungen als Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden, was das Unternehmen optisch "schlanker" erscheinen lässt.
Der Autor kritisiert, dass der Standard zu viele qualitative, ungenaue Formulierungen enthält, die keine objektive Klassifizierung erlauben und somit massive Kritik seitens der Fachwelt und der Analysten provozieren.
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