Magisterarbeit, 2005
155 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
ERSTER TEIL: THEORETISCHER RAHMEN
1. Das Politische Plakat
1.1 Die Rolle des politischen Plakates im Kalten Krieg
1.2 Vom Medium ‚Plakat’ zur Textsorte ‚Politisches Plakat’
1.3 Typologisierung der Textsorte ‚Politisches Plakat’
1.3.1 Das pragmatische Kriterium: Textfunktion
1.3.2 Die kontextuellen Kriterien
1.3.2.1 Kommunikationsform
1.3.2.2 Handlungsbereich und Handlungsfeld
1.3.3 Die strukturellen Kriterien
1.3.3.1 Art des Textthemas
1.3.3.2 Form der thematischen Entfaltung
1.3.4 Visuelle und schriftliche Ausdrucksmittel im Politischen Plakat
1.3.4.1 Herstellung der Kommunikation
1.3.4.2 Darstellung und Information
1.3.4.3 Auslösung von Entscheidungen
2. Das Freund-Feind-Schema
2.1 Das Freund-Feind-Schema in der sozialwissenschaftlichen Literatur
2.1.1 Zum Begriff des Freund- bzw. Feindbildes
2.1.2 Zur Entstehung von nationalen Freund- und Feindbildern
2.1.3 Die charakteristischen Merkmale von nationalen Freund- und Feindbildern
2.1.4 Die politische Funktion von nationalen Freund- und Feindbildern
2.2 Das Freund-Feind-Schema als Gegenstand linguistischer Untersuchungen
2.2.1 Der kognitive Hintergrund des Freund-/Feindbildes
2.2.2 Die linguistisch orientierte Definition des Freund-/Feindbildes
2.2.3 Die semantischen und pragmatischen Bedeutungskomponenten des Freund-/Feindbildes
2.2.3.1 Die denotative Bedeutungskomponente
2.2.3.2 Die konnotative Bedeutungskomponente
2.2.4 Die linguistische Funktion des Freund-/Feindbildes
ZWEITER TEIL: DETAILLIERTE PLAKATANALYSE
3. Methodisches Vorgehen
4. Das Image der UdSSR in der BRD: Das Feindbild ‚die rote Gefahr’
4.1 Historischer Kontext
4.1.1 Die Politik der Eindämmung
4.1.2 Der traditionelle bundesdeutsche Antikommunismus
4.1.3 ‚Bolschewismus’ bzw. ‚Kommunismus ohne Maske’
4.1.4 Totalitäre Willkür
4.1.5 Rückständige Planwirtschaft
4.1.6 Die Rote Gefahr
4.2 Detaillierte Plakatanalyse
4.2.1 Plakat ‚Bolschewismus ohne Maske’
4.2.2 Plakat ‚Niemals werden unsere Kinder Kommunisten!’
4.2.3 Plakat ‚Er ist bewaffnet’
4.2.4 Plakat ‚...Ohne mich’
4.2.5 Plakat ‚Heute: Deutsche Nationalarmee’
4.2.6 Plakat ‚Mitten in Deutschland...’
4.2.7 Plakat ‚Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau!’
4.2.8 Plakat ‚Das darf nicht geschehen’
4.2.9 Plakat ‚CDU schützt vor Enteignung’
4.2.10 Plakat ‚Helft’
4.2.11 Plakat ‚Lass’ die Finger davon’
4.2.12 Plakat ‚Die Deutschen werden wiedervereinigt sein’
4.3 Schlussfolgerung
5. Das Image der UdSSR in der DDR: ‚Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen’
5.1 Historischer Kontext
5.1 1 Die Siegermacht Sowjetunion
5.1.2 Die Sowjetunion als Vorbild
5.1.3 Zusammen im Friedenskampf
5.1.4 Der Neue Kurs
5.2 Detaillierte Plakatanalyse
5.2.1 Plakat ‚Die Rote Armee kommt als Helfer’
5.2.2 Plakat ‚An alle’
5.2.3 Plakat ‚Kriegspakt mit Washington bringt Elend und Tod’
5.2.4 Plakat ‚Durch Anwendung sowjetischer Arbeitsmethoden’
5.2.5 Plakat ‚Der Frieden siegt!’
5.3 Schlussfolgerung
6. Das Image der USA in der DDR: ‚Die Wahrheit über Amerika’
6.1 Historischer Kontext
6.1.1 Der American-way-of-life
6.1.2 Imperialismus ohne Maske
6.1.3 Der amerikanische Überlegenheitskomplex
6.1.4 Der Marshallplan
6.1.5 Die Politik der Eindämmung
6.1.6 Der amerikanische Militarismus: NATO und Wiederbewaffnung der BRD
6.1.7 Die Politik der Abschreckung
6.1.8 Der RIAS – ‚Rundfunk Im Ami-Sold’
6.1.9 Die Kulturbarbarei aus den USA
6.1.10 ‚Bleibt wachsam!’
6.2 Detaillierte Plakatanalyse
6.2.1 Plakat ‚Hinaus!’
6.2.2 Plakat ‚Ami-Käfer’
6.2.3 Plakat ‚Not our boys...’
6.2.4 Plakat ‚Unser Handschlag’
6.2.5 Plakat ‚An der deutschen Einheit werden sie zerschellen!’
6.2.6 Plakat ‚Ami go home’
6.2.7 Plakat ‚Rundfunk Im Ami-Sold!’
6.2.8 Plakat ‚Vater und Mutter sind tot’
6.2.9 Plakat ‚Angst vor Frieden’
6.2.10 Plakat ‚Sie trommeln wieder ein altes Lied’
6.2.11 Plakat ‚USA Atomverbrechen im Pazifik!’
6.3 Schlussfolgerung
7. Das Image der USA in der BRD: Vom Besatzer zum Verbündeten
7.1 Historischer Kontext
7.1.1 Erste Wiederannäherung nach dem Zweiten Weltkrieg
7.1.2 Die amerikanische Hilfe: CARE-Pakete und Marshallplan
7.1.3 ‚Vereinte Abwehr’: NATO und Wiederbewaffnung der BRD
7.2 Detaillierte Plakatanalyse
7.2.1 Plakat ‚CARE’
7.2.2 Plakat ‚NATO’
7.3 Schlussfolgerung
8. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Ost-West-Konflikt im geteilten Deutschland im historischen Kontext der Jahre 1945 bis 1963 unter Verwendung der Methode der pragmatischen Textanalyse anhand politischer Plakate zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, welches Image die beiden Supermächte USA und UdSSR in der politischen Plakatkunst der BRD und der DDR besaßen und wie diese Bilder zur Stabilisierung des eigenen Systems genutzt wurden.
4.2.1 Plakat ‚Bolschewismus ohne Maske’
Obwohl die UdSSR im Plakattext nicht explizit erwähnt wird, kann der zeitgenössische Rezipient den Bezug zur UdSSR anhand des Stigmawortes Bolschewismus herstellen. Der abwertende Gebrauch dieses Wortes geht auf die Propaganda des Nationalsozialismus zurück (s. ANHANG Abb. 1 und 2). Auf diesem Plakat wird unter dem Begriff Bolschewismus die in der Sowjetunion herrschende Staatsform verstanden. Diesem System wird die Unterwerfung des gesamten politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sowie dessen Reglementierung mit Gewalt unterstellt. Das Expansionstreben der UdSSR und die ‚Verlogenheit’ des sowjetischen ideologischen Systems werden in diesem Plakat in den Mittelpunkt gestellt. Diese Charakteristika werden durch die Metapher (Maske/Demaskierung) vermittelt, die der Theaterwelt entlehnt ist, was zur Intensivierung des sowjetischen Bedrohungspotenzials dient.
Nicht allen Bürgern im Westen ist das repressive Wesen und die zerstörerische Macht dieses Systems bewusst. Konzentriert man sich auf den UdSSR-Bezug, dann besteht die Intention dieses Plakates darin, die Rezipienten zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus zu bewegen. Diese Plakatintention wird durch eine assertive Illokution realisiert. Im 1., 5. und 6. Segment wird vor dem Kommunismus GEWARNT, indem ANGEDEUTET wird, dass der Kommunismus sowjetischer Prägung eine erhebliche Gefahr für die Weltgemeinschaft darstellt. Die WARNUNG erfolgt anhand von negativ besetzten Ausdrücken, wie dem Stigmawort Bolschewismus, der Metapher Maske und dem Anti-Mirandum Weltgefahr.
1. Das Politische Plakat: Definition und Typologisierung des politischen Plakats sowie die Analyse seiner Rolle im Kalten Krieg als Kommunikationsmittel.
2. Das Freund-Feind-Schema: Theoretische Herleitung und linguistische Analyse von Freund- und Feindbildern als Instrumente der Komplexitätsreduktion und systemstabilisierenden Propaganda.
3. Methodisches Vorgehen: Darlegung der Vorgehensweise bei der empirischen Plakatanalyse unter besonderer Berücksichtigung pragmatischer Textanalyse und historischer Einbettung.
4. Das Image der UdSSR in der BRD: Das Feindbild ‚die rote Gefahr’: Analyse des antikommunistischen Diskurses in der Bundesrepublik und der Konstruktion der Sowjetunion als existenzielle Bedrohung.
5. Das Image der UdSSR in der DDR: ‚Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen’: Untersuchung der positiven, ideologisch geprägten Darstellung der Sowjetunion als Vorbild und Friedensmacht innerhalb der DDR.
6. Das Image der USA in der DDR: ‚Die Wahrheit über Amerika’: Aufarbeitung des antiamerikanischen Propagandabildes in der DDR, das die USA als imperialistischen Aggressor darstellt.
7. Das Image der USA in der BRD: Vom Besatzer zum Verbündeten: Darstellung der Entwicklung des USA-Bildes in der Bundesrepublik von der Besatzungszeit hin zur Integration als strategischer Partner und Verbündeter.
8. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Konstruktion nationaler Images und deren Funktion für die systeminterne Legitimierung.
Politisches Plakat, Kalter Krieg, UdSSR, USA, BRD, DDR, Freundbild, Feindbild, Propaganda, Textanalyse, Ideologie, Kommunikation, Antikommunismus, Systemstabilisierung, Westintegration.
Die Hausarbeit untersucht, wie die Supermächte USA und UdSSR in der politischen Plakatkunst während des Kalten Krieges (1945–1963) im geteilten Deutschland dargestellt wurden und welche propagandistischen Zwecke diese Bilder verfolgten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Freund- und Feindbildern, der Typologisierung des politischen Plakats als Textsorte sowie der Analyse der Wirkung von Sprache und Bild in der politischen Agitation.
Ziel ist es, die Konstruktionsmechanismen und die kommunikative Intention hinter der Darstellung der Hauptakteure des Kalten Krieges aufzuzeigen und zu erklären, wie politische Plakate zur Stabilisierung der jeweiligen gesellschaftspolitischen Systeme beitrugen.
Die Arbeit basiert auf der Methode der pragmatischen Textanalyse, wobei linguistische Aspekte mit Erkenntnissen aus der Vorurteils- und Stereotypenforschung verknüpft werden, um die Funktion der Bild-Text-Kombinationen zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Bereiche: eine detaillierte Analyse der Darstellung der UdSSR in der BRD (als Feindbild) und in der DDR (als Vorbild) sowie eine kontrastierende Analyse der Darstellung der USA in der DDR (als Feindbild) und in der BRD (als Verbündeter).
Wesentliche Begriffe sind das Freund-Feind-Schema, politisches Plakat, Kalter Krieg, Propaganda, Systemstabilisierung, Antikommunismus und die Konstruktion nationaler Images.
Die Arbeit fokussiert sich auf dogmatische Feindbilder, da diese im politischen und ideologischen Diskurs des geteilten Deutschlands eine zentrale Rolle spielten, um das Bewusstsein der Bevölkerung langfristig zu beeinflussen, während militärische Feindbilder eher akute Ausnahmesituationen adressieren.
Die Auswahl erfolgte nach Kriterien wie der chronologischen Einordnung in die Ära 1945–1963, der Referenz auf die USA oder UdSSR und dem thematischen Bezug zu zentralen Kategorien wie Kommunismus, Imperialismus oder Planwirtschaft.
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