Examensarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Wissenschaftlicher Hintergrund
2.1 Geschlechtsdimorphismen
2.1.1 Allgemeine Geschlechtsdimorphismen
2.1.2 Hirnstrukturelle Geschlechtsdimorphismen
2.2 Geschlechtsentwicklung des Menschen
2.2.1 Männlich oder weiblich? – Die Geschlechtsentwicklung
2.2.2 Wirkung d. Geschlechtshormone auf d. menschliche Gehirn
2.2.3 Geschlechtshormone und das Aggressionsverhalten
2.3 Der 2D:4D Quotient
2.3.1 Was sagt der 2D:4D Quotient aus?
2.3.2 Der 2D:4D Quotient und das Aggressionsverhalten
2.4 Die Basisemotion Angst
2.4.1 Angst und Phobien
2.4.2 Evolutionäre Begründung der Arachnophobie
2.4.3 Physiologische Grundlagen der Angst
2.4.4 Messbarkeit von Angst
2.4.5 Angst und der 2D:4D Quotient
2.5 Ziel der Arbeit und Hypothesen
3. Material und Methoden
3.1 Erstellung des Fragebogens
3.2 Datenerfassung
3.3 Auswertung der Fotographien
3.4 Statistik
4. Ergebnisse
5. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) bei Frauen als morphometrisches Korrelat für eine arachnophobische Neigung dienen kann und ob Zusammenhänge zwischen diesem Quotienten und verbaler Aggression bestehen.
2.4.2 Evolutionäre Begründung der Arachnophobie
Wer keine Angst vor Spinnen hat, kann oftmals nicht nachvollziehen, wieso jemand an Arachnophobie leidet. Spinnen sind im Verhältnis zu unserer Körpergröße eher klein, sie stellen somit keine körperliche Gefahr für uns dar. In europäischen Gebieten gibt es sogar keine für den Menschen lebensbedrohliche Spinnenarten (SCHMIDT, 2000). Wieso reagieren manche Menschen dann mit einer phobischen Reaktion? Diese kann, da sie in der heutigen Zeit und in unseren Breitengraden nicht durch eine wirkliche Gefahr begründbar ist, als übertrieben eingestuft werden. Es besteht also oberflächlich betrachtet keine unmittelbare Schutzfunktion, die diese Angst begründen könnte.
Jedoch gibt es Theorien, die besagen, dass Angst vor Blitz und Donner, herab fallende Gegenstände, vor großen Höhen und weiten Freiflächen sowie vor Tieren, die potentielle Gefahren darstellen, durch eine naturgeschichtliche Notwendigkeit begründbar sei (ÖHMAN & MINEKA, 2001). Angst vor bestimmten Tieren stellt somit einen natürlichen und notwendigen Bestandteil unseres Lebens dar. Sie fungiert als Gefahrensignal und schützt den Menschen vor Tod oder Verletzung.
In der Evolution geht es nach der Theorie von RICHARD DAWKINS, der 1976 das Buch „The Selfish Gene“ schrieb, darum, die Gene an die nächste Generation weiter zu geben und somit den Fortbestand dieser zu sichern. Um dies zu gewährleisten ist es für den Träger der Gene von großer Bedeutung zu überleben. Wenn er seine Gene weitergeben kann, erhöht sich seine eigene Fitness, die wiederum ein Bestandteil der darwinistischen Gesamtfitness ist. Somit müssen als Konsequenz, im Sinne der Evolution, Mechanismen, also reflexartige Flucht- und Vermeidungsreaktionen, zum Umgang mit bedrohlichen Situationen entstehen (SCHIENLE, 2007). Im Sinne des evolutionären Wettrüstens stellt also ein gut funktionierendes Warnsystem einen Wettbewerbsvorteil für den Träger dar (ÖHMAN & MINEKA, 2001). Überall dort, wo es Prädatoren gibt, ist Verteidigung ein System der Anpassung. Eine frühe und zuverlässige Erkennung der potentiellen Räuber ist die Vorraussetzung einer effektiven Verteidigungsstrategie (ebd. 2001).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die gesellschaftliche Wahrnehmung von Spinnen und stellt die Forschungsfrage nach einer biologischen Fundierung der Arachnophobie.
2. Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieses Kapitel behandelt theoretische Grundlagen zu Geschlechtsdimorphismen, der pränatalen Hormonwirkung, dem 2D:4D-Quotienten sowie physiologischen und evolutionären Aspekten der Angstreaktion.
3. Material und Methoden: Hier wird das Studiendesign beschrieben, inklusive der Erstellung des Fragebogens zur Angsterfassung sowie der fotometrischen Bestimmung der Fingerlängenverhältnisse bei den 121 Probandinnen.
4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten präsentiert und die Arbeitshypothesen statistisch geprüft, wobei insbesondere Korrelationen zwischen 2D:4D-Werten und Angstneigung untersucht werden.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, vergleicht sie mit bestehender Literatur und diskutiert methodische Limitationen sowie Implikationen für zukünftige Studien.
2D:4D Quotient, Arachnophobie, Testosteron, Angststörung, Fingerlängenverhältnis, Aggressionsverhalten, Biologische Psychologie, Evolution, Morphometrie, Geschlechtsdimorphismus, Amygdala, Stressreaktion, Phobie, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fingerlängenverhältnis (2D:4D) bei Frauen und der Neigung zu Arachnophobie.
Die zentralen Themen umfassen die Einflüsse pränataler Hormone auf die physische Entwicklung, die physiologischen Grundlagen der Angst sowie die psychologische Ausprägung von Spinnenphobien.
Ziel ist es zu klären, ob morphologische Merkmale, die durch pränatales Testosteron beeinflusst werden, als Korrelat für eine stärkere Ausprägung von Arachnophobie dienen können.
Es wurde eine empirische Pilotstudie mit 121 weiblichen Probandinnen durchgeführt, die mittels Fragebögen zur Angstneigung befragt und deren Fingerlängenverhältnisse anhand von Handfotos computergestützt vermessen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Einleitung zum wissenschaftlichen Hintergrund sowie in eine detaillierte Darstellung der Material- und Methodenwahl und der statistischen Auswertung der Ergebnisse.
Zu den prägenden Begriffen gehören das 2D:4D-Verhältnis, Arachnophobie, pränatales Testosteron, biologische Psychologie und Geschlechtsdimorphismen.
Nein, die statistische Auswertung ergab für die rechte Hand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem 2D:4D-Quotienten und einer arachnophobischen Neigung.
Die Autorin diskutiert, ob die Belegung naturwissenschaftlicher Fächer im Rahmen des Lehramtsstudiums die Selbsteinschätzung zur Nützlichkeit von Spinnen und damit das Ergebnis der Studie beeinflusst haben könnte.
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