Bachelorarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 2,0
1.Einleitung
2. Entwicklungsländer im Welthandel
2.1 Begriffliche Erklärung
2.2 Handel und Entwicklung
2.2.1 Gründe für die Teilnahme von Entwicklungsländern am Welthandel
2.2.2 Statische und dynamische Wohlfahrtseffekte
2.2.3 Entwicklungshemmende Wirkung des Außenhandels
2.3 Freihandel versus Protektionismus
2.4 Handelspolitiken der Entwicklungsländer
2.4.1 Importsubstituierende Industrialisierung
2.4.2 Exportorientierte Industrialisierung
2.5 Dollar/Kraay-Studie
3. Welthandelsorganisation
3.1 Entstehung
3.2 Organisation und Aufgaben
3.3 Vertragswerk
3.4 Grundprinzipien
3.5 Notwendigkeit
4. Entwicklungsländer im Ordnungssystem der WTO
4.1 Ordnungsfunktion des WTO-Systems
4.2 Sonderregeln des GATT für Entwicklungsländer
4.2.1 Ausnahme vom Reziprozitätsprinzip
4.2.2 Zollpräferenzen für Entwicklungsländer
4.2.3 Erlaubnis zur mengenmäßigen Importbeschränkung und zu Exportsubventionen
4.2.4 Nicht-Anwendbarkeit von Schutzmaßnahmen eines Landes bei Importen aus Entwicklungsländern
5. Auswirkungen der WTO-Handelsrunden auf Entwicklungsländer
5.1 Doha-Runde
5.2 Uruguay-Runde
5.2.1 Von nicht-tarifären Handelsbeschränkungen zu festen Zöllen im GATT
5.2.2 Welttextilabkommen
5.2.3 Protektionismus der Industrieländer
5.2.4 Anti-Dumping-Maßnahmen
5.2.5 Exportsubventionen
5.2.6 GATS- und Trips-Abkommen
6. Perspektiven der Entwicklungsländer im Welthandel
6.1 Integration der Entwicklungsländer in den Welthandel
6.2 „Aid for Trade“ im Rahmen der Entwicklungshilfe
6.3 Handelsinitiativen als Alternativen zur Entwicklungshilfe
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Situation von Entwicklungsländern im Welthandel unter besonderer Berücksichtigung des Vertragswerks der Welthandelsorganisation (WTO). Das primäre Ziel besteht darin, Perspektiven und Wege aufzuzeigen, wie Entwicklungsländer gewinnbringend und entwicklungsfördernd am internationalen Handel teilnehmen können, um so ihren Wohlstand zu erhöhen.
2.4.1 Importsubstituierende Industrialisierung
Ein sicherlich streitbares Argument für die Importsubstitution ist das des Erziehungszolles. Interessanterweise begann die wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen der Industrialisierung der weltweit größten Marktwirtschaften USA, Deutschland und Japan unter Heranziehung von Erziehungszöllen [Krugman und Obstfeld 2003, S.339]. Grundlage des Erziehungszolles ist die Annahme sinkender Durchschnittskosten. Zu Beginn produzieren die inländischen jungen Industrien noch zu höheren Durchschnittskosten als die ihrer ausländischen Konkurrenten und müssen ihre Produkte demnach zu einem höheren Preis auf dem Weltmarkt anbieten.
Durch organisatorische und technologische Lernprozesse kommt es zu Produktionssteigerungen. Die steigenden Absatzmengen führen langfristig zu einer Senkung der Durchschnittskosten. Erreichen diese dann ein stabiles Niveau unter den Durchschnittskosten der ausländischen Konkurrenz, sollte der Importzoll wieder abgebaut werden, da die inländische Industrie stark genug für den internationalen Wettbewerb ist [Rübel 2004, S.214 f.]. Rübel [2004, S.215] sowie auch Krugman und Obstfeld [2003, S.352 f.] hinterfragen allerdings, warum es den inländischen Produzenten nicht möglich ist, ihre Entwicklung ohne staatliche handelspolitische Maßnahmen voranzutreiben, z.B. mit kurzfristigen nicht-kostendeckenden Angebotspreisen zur Erzielung von Größen- bzw. Wettbewerbsvorteilen.
Dennoch hat sich die Importsubstitution als erfolgreiche Förderungsstrategie des Industriesektors herausgestellt. Die lateinamerikanischen Entwicklungsländer haben im Wesentlichen einen fast ebenso großen Anteil des Industriesektors an ihrer Gesamtproduktion wie die fortgeschrittenen Industrieländer. Die Annahme, dass die importsubstituierende Industrialisierung allerdings die wirtschaftliche Entwicklung in den Entwicklungsländern verbessert hat, wird generell bezweifelt. Vielmehr haben empirische Untersuchungen ergeben, dass die Länder die diese Strategie angewandt haben bislang nicht zu den Industrieländern aufschließen konnten, sondern in ihrer Entwicklung stagnierten.
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der gescheiterten Welthandelsrunden und das Machtgefüge zwischen Industrie- und Entwicklungsländern innerhalb der WTO ein.
2. Entwicklungsländer im Welthandel: Dieses Kapitel erläutert definitorische Grundlagen, den Zusammenhang von Handel und Entwicklung sowie die Strategien der Importsubstitution und exportorientierten Industrialisierung.
3. Welthandelsorganisation: Hier werden die Entstehung, Organisation, das Vertragswerk und die Grundprinzipien der WTO detailliert dargestellt.
4. Entwicklungsländer im Ordnungssystem der WTO: Das Kapitel analysiert die Ordnungsfunktion des WTO-Systems und diskutiert die speziellen Sonderregeln, die für Entwicklungsländer gelten.
5. Auswirkungen der WTO-Handelsrunden auf Entwicklungsländer: Dieser Abschnitt kritisiert die Ergebnisse vergangener Handelsrunden, insbesondere hinsichtlich der Benachteiligung von Entwicklungsländern durch Protektionismus der Industrieländer.
6. Perspektiven der Entwicklungsländer im Welthandel: Das Kapitel zeigt Wege auf, wie Entwicklungsländer durch Integration und Handelsinitiativen wie „Aid for Trade“ ihre Position im Welthandel stärken können.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Notwendigkeit von Handelsliberalisierung und der Forderung nach gerechteren Rahmenbedingungen innerhalb der WTO.
Welthandel, WTO, Entwicklungsländer, Importsubstitution, Exportorientierung, Freihandel, Protektionismus, Uruguay-Runde, Doha-Runde, GATT, GATS, TRIPS, Handelsliberalisierung, Wirtschaftswachstum, Aid for Trade.
Die Arbeit untersucht die Rolle der Entwicklungsländer im Welthandel und beleuchtet kritisch, wie die Regeln und Institutionen der Welthandelsorganisation (WTO) deren Entwicklung beeinflussen.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Entwicklungsländer durch eine Integration in den Welthandel ihre wirtschaftliche Entwicklung fördern und gewinnbringend am globalen Handel teilnehmen können.
Die Arbeit behandelt Themen wie Handelsliberalisierung, Protektionismus der Industrieländer, die Bedeutung von WTO-Abkommen (GATT, GATS, TRIPS) sowie die Wirksamkeit von Entwicklungshilfeinitiativen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien (u.a. Dollar/Kraay-Studie) und Wirtschaftsstatistiken zur globalen Handelsintegration.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Handelsstrategien, die Analyse des WTO-Regelwerks, die Kritik an den Ergebnissen der Uruguay- und Doha-Runden sowie Perspektiven zur künftigen Integration der Entwicklungsländer.
Wesentliche Begriffe sind Importsubstitution, exportorientierte Industrialisierung, Terms of Trade, Gefangenendilemma, Meistbegünstigungsprinzip und Handelsgerechtigkeit.
Laut Arbeit belastet TRIPS die armen Länder finanziell, da sie hohe Patentgebühren für wichtige Güter wie lebensnotwendige Medikamente an Industrieländer zahlen müssen, was ihre ökonomische Situation zusätzlich erschwert.
Es dient als Hilfsprogramm, um Entwicklungsländer finanziell und strukturell bei der Umsetzung von Handelsreformen zu unterstützen, damit sie langfristig von der Teilnahme am internationalen Handel profitieren können.
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