Masterarbeit, 2008
106 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Thema und Ziel der Arbeit
1.2 Rechtfertigung der gewählten Thematik
1.3 Methodik der Arbeit
2 Kurzer Forschungsüberblick
2.1 Die gesetzeskritische Position
2.2 Die halachakritische Position
2.3 Die gemäßigte gesetzeskritische Position
3 Einführende Schritte
3.1 Einleitungsfragen
3.1.1 Die Verfasserschaft
3.1.2 Die Abfassungszeit
3.1.3 Die Empfänger: Hörer der Bergpredigt
3.2 Kontexteinordnung und Kontextabgrenzung
3.2.1 Die Kontexteinordnung
3.2.2 Die Kontextabgrenzung
4 Jesu Stellung zum Gesetz „Mt 5,17-20“
4.1 Textanalyse V. 17
4.1.1 Die Einleitungsformel „Meinet nicht“
4.1.2 Die Relation zwischen „das Gesetz oder die Propheten“
4.1.3 Die Relation zwischen „auflösen oder erfüllen“
4.2 Textanalyse V. 18
4.3 Textanalyse V. 19
4.3.1 Die Relation zwischen „kleinen und großen“ Geboten
4.3.2 Die vermiedene Frage „Ausstoßung oder Verheißung“
4.4 Textanalyse V. 20
4.4.1 Das Verständnis von der besseren Gerechtigkeit
4.4.2 Die bessere Gerechtigkeit: Keine Vermischung mit der Werksgerechtigkeit
4.5 Zusammenfassung von V. 17-20
5 Das Verständnis vom 6. Gebot im AT und bei den Rabbinern
5.1 Das Gebot „Du sollst nicht morden!“ im AT
5.1.1 Der Gebrauch der Wurzel רצח im 6. Gebot
5.1.2 Der Gebrauch der Wurzel רצח in Num 35 und Dt 19,1-13
5.1.3 Sonstiger Gebrauch der Wurzel רצח
5.1.4 Exkurs: Gen 9,6
5.2 Das Gebot „Du sollst nicht morden!“ bei den Rabbinern
5.3 Fazit: Das Verständnis des AT und der Rabbiner von רצח
6 Jesu Verwendung des 6. Gebots
6.1 Jesus stellt Zorn und Beschimpfung mit Mord auf eine Stufe
6.1.1 Textanalyse V. 21-22
6.1.1.1 Die Diskussion um ἐρρέθη τοῖς ἀρχαίοις
6.1.1.2 Die Kritik an der Halacha
6.1.1.3 Exkurs: Die Halacha
6.1.1.4 Exkurs: Jesu Verwendung der antithetischen Form
6.1.1.5 Textaussage V. 21-22
6.1.2 Die Lehre des AT über zürnen und schimpfen
6.1.2.1 Begriffsdefinition und der Gebrauch des „Zorn“
6.1.2.2 Die Beschimpfung „ῥακά“ und „μωρέ“
6.1.2.3 Der Appell an den zürnenden Menschen
6.1.3 Die Lehre der Rabbiner über zürnen und schimpfen
6.1.4 Fazit der V. 21-22
6.2 Jesus appelliert zum Frieden V. 23-24
6.2.1 Textanalyse V. 23-24
6.2.1.1 Die Opfergabe
6.2.1.2 Die Schuldfrage
6.2.1.3 Die Opferunterbrechung
6.2.2 Die Lehre über die Opfergaben im AT in Bezug auf Mt 5,23-24
6.2.2.1 Lev 5,20-26 und Num 5,5-10
6.2.2.2 Die Herzenshaltung für die Opferhandlung
6.2.3 Die Lehre der Rabbiner
6.2.3.1 Die Unterbrechung einer Opfergabe
6.2.3.2 Die Versöhnung
6.2.4 Fazit der V. 23-24
6.3 Die Relevanz des Friedens V. 25-26
6.3.1 Textanalyse V. 25-26
6.3.2 Die Aussagen des AT im Bezug der Dringlichkeit zur Versöhnung
6.3.3 Exkurs: Kurze Darstellung der rabbinischen Auffassung vom Scheol
6.3.4 Fazit V. 25-26
7 Schlussbetrachtung
7.1 Ergebnis: Die Kritik an die rabbinischen Traditionen
7.2 Die Intention der Antithese
Die Arbeit untersucht exegetisch, wie Jesus in der ersten Antithese des Matthäusevangeliums (Mt 5,21-26) mit dem Gesetz des Alten Testaments umgeht und welche Stellung er gegenüber der rabbinischen Tradition einnimmt. Das primäre Ziel ist es zu klären, ob Jesus sich gegen das alttestamentliche Gesetz wendet oder lediglich gegen dessen zeitgenössische Auslegung.
6.1.1.1 Die Diskussion um ἐρρέθη τοῖς ἀρχαίοις
Die erste Debatte wird über Ἠκούσατε ὅτι ἐρρέθη τοῖς ἀρχαίοις geführt. Wer sind die τοῖς ἀρχαίοις? (A). Ist das die Generation vom Sinai oder (B). sind das spätere Generationen? Die (A). Position wird von E. Percy, F. Zeilinger, G. Strecker, J. Gnilka, A. Sand, E. Schweizer, F. Hahn und E. Klostermann vertreten. Und die Position (B). wird von W. Trilling, H. Frankemölle, J. Nolland, W. Grundmann und C. Dietzfelbinger vertreten.
Die Position, dass Jesus sich mit der Aussage ἐρρέθη τοῖς ἀρχαίοις auf die Generation vom Sinai bezieht, die das Gesetz von Gott durch Mose empfangen hat, stellt sich auf folgender weise zusammen. Zunächst wird auf Grund der syntaktischen Ebene (die Verwendung von Aorist ἐρρέθη mit Dativ τοῖς ἀρχαίοις) die Generation von Sinai als einzig mögliche Interpretation postuliert: Es handele sich hier um einen Dativ des Interesses. Nach der Grammatik von F. Blass und A. Debrunner, E. G. Hoffmann und H. v. Siebenthal ist der Gebrauch des Dativ auctoris (Dativ des Interesses) sehr selten und nur auf ganz besondere Fälle beschränkt. Daher ist τοῖς ἀρχαίοις als Dativ-Objekt vorzuziehen und mit „die Vorfahren“ oder „[die Menschen] früherer Generation“ zu übersetzen.
Demzufolge kann sich τοῖς ἀρχαίοις von der Syntax her auf die Wüstengeneration und auf alle folgenden Generationen, die aus der Schrift und Tradition den Gotteswillen wahrnahmen, beziehen. Also lässt sich nicht zwingend auf die Wüstengeneration schließen. Und die Wendung ἐρρέθη τοῖς ἀρχαίοις wird nicht nur als „zu den Alten wurde gesagt“ verstanden, denn bei Josephus scheint ein weiter gedehntes Verständnis vorzuherrschen, [weil] wir von älteren Leuten hören. Damit sind bei Josephus „die älteren Leute“ oder „die Alten“ nicht die Empfänger, sondern Lehrer und Überlieferer von Satzungen.
1 Einleitung: Stellt das Thema der Masterarbeit vor, erläutert die Relevanz der Thematik und skizziert die methodische Vorgehensweise.
2 Kurzer Forschungsüberblick: Gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Debatte um die Antithesen und unterscheidet zwischen gesetzeskritischen und halachakritischen Positionen.
3 Einführende Schritte: Behandelt grundlegende Einleitungsfragen des Matthäusevangeliums, wie Verfasserschaft, Abfassungszeit und den Adressatenkreis.
4 Jesu Stellung zum Gesetz „Mt 5,17-20“: Analysiert den Eingangsbereich der Antithesen, um die grundsätzliche positive Haltung Jesu zum Gesetz und den Propheten zu klären.
5 Das Verständnis vom 6. Gebot im AT und bei den Rabbinern: Untersucht die alttestamentliche Wurzel „רצח“ und die rabbinischen Auslegungstraditionen zum Gebot „Du sollst nicht morden!“.
6 Jesu Verwendung des 6. Gebots: Analysiert die erste Antithese, in der Jesus Zorn und Beschimpfung mit Mord auf eine Stufe stellt und zur Versöhnung aufruft.
7 Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass Jesus nicht das Gesetz, sondern die rabbinische Tradition kritisiert.
Jesu Stellung zum Gesetz, 6. Gebot, Bergpredigt, Mt 5,17-26, Halacha, Tora, Rabbiner, Gerechtigkeit, Versöhnung, Zorn, Exegese, Matthäusevangelium, Gesetzeskritik, Antithesen, Gesetzeserfüllung.
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Untersuchung der ersten Antithese des Matthäusevangeliums und der Frage, wie Jesus das Gesetz des Alten Testaments im Vergleich zur rabbinischen Tradition verwendet.
Im Fokus stehen das Verständnis der alttestamentlichen Tora, die Kritik an rabbinischen Traditionen sowie die ethischen Forderungen Jesu an seine Nachfolger hinsichtlich Zorn, Beschimpfung und Versöhnung.
Es wird untersucht, ob Jesus das alttestamentliche Gesetz durch seine Antithesen aufhebt bzw. radikalisiert oder ob er sich lediglich gegen eine verfehlte Auslegung durch die Rabbiner wendet.
Die Arbeit basiert auf einer exegetischen Textanalyse der entsprechenden Verse unter Berücksichtigung des historischen Kontextes, sprachlicher Aspekte und wissenschaftlicher Forschungsmeinungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Einleitungsverse (Mt 5,17-20), die Exegese des 6. Gebots im Alten Testament und bei den Rabbinern sowie die Untersuchung der Verse 21 bis 26, in denen Jesus Zorn, Schimpfen und Versöhnung thematisiert.
Zentrale Begriffe sind unter anderem: Gesetzeserfüllung, Halacha, Tora, bessere Gerechtigkeit, Versöhnung und das 6. Gebot.
Das 6. Gebot dient als konkretes Fallbeispiel, an dem Jesus demonstriert, wie er die bestehende Tradition übersteigt, indem er nicht nur die Tat (Mord), sondern bereits die innere Haltung (Zorn) unter das Urteil Gottes stellt.
Während die rabbinische Auslegung oft formalistisch blieb, zielt Jesus auf die Herzenshaltung ab. Er hebt die Trennung zwischen dem Töten als Tat und dem Zorn als geistlicher Wurzel auf.
Der Autor diskutiert die Diskontinuität und Kontinuität zwischen Matthäus und Paulus und kommt zu dem Schluss, dass beide Theologen ihre Aussagen aus ihren jeweiligen Situationen heraus formulierten, ohne dass ein fundamentaler Widerspruch in der Sache vorliegen muss.
Versöhnung ist für den Autor der Arbeit die notwendige Konsequenz aus Jesu Forderung nach einer inneren Gerechtigkeit. Ein Gottesverhältnis ist laut Jesus nicht mit einem gestörten zwischenmenschlichen Verhältnis vereinbar.
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